Vorbildliches in Sachen Integration

Lob für die Brückenbauer

  • vonMonika Melzer-Hadji
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Integration ist nicht erst seit den großen Flüchtlingsströmen ein Thema im Hochtaunuskreis. Bereits zum sechsten Mal wurde der Integrationspreis an Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Einbeziehung neuer Mitbürger kümmern.

Mohanad Almoslli ist aus dem Bürgerkrieg seiner syrischen Heimat in den Hochtaunuskreis geflohen. Den Raum Taunus des Landratsamtes verzauberte der Gitarrist am Donnerstagabend mit gefühl- wie temperamentvollem Flamenco vom Feinsten. Dieser Musikstil hat sich über die Jahrhunderte aus spanischen, maurischen, afrikanischen und jüdischen Einflüssen entwickelt – ein Paradebeispiel für „Multikulti“ und somit vortrefflich ausgewählt als Programm für die Verleihung des Integrationspreises des Hochtaunuskreises 2017.

Die Jury vergab in diesem Jahr zwei erste Preise, dotiert mit je 500 Euro, nämlich an den Sportkreis Hochtaunus und den Verein „KulturLebenHochtaunus“. Auch der zweite Preis wurde doppelt besetzt: Die „Kleine Oper Bad Homburg“ und die „Intitiative Sprache.Lesen.Lernen“ freuten sich über je 250 Euro aus den Händen von Landrat Ulrich Krebs (CDU) und der Kreisbeigeordneten Katrin Hechler (SPD). „All diese Projekte tragen dazu bei, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinander zugehen und sich miteinander um Integration und ein friedliches gemeinsames Leben hier im Hochtaunuskreis bemühen“, lobte der Landrat. Sozialdezernentin Hechler ergänzte: „Wir erkennen mit diesem Preis das hohe Engagement der Geehrten ausdrücklich an.“ Zusätzlich wurden mehreren Flüchtlingsinitiativen des Kreises sowie der Dienstleistungsfirma All Service Anerkennungsurkunden verliehen.

Für die Preisträger bedeutet die Auszeichnung Anerkennung ihres Engagements. „Danke! Dieser Preis ist ein Lichtblick für diejenigen, die hier Brücken bauen. Und es sind übrigens Brücken, über die Menschen in beide Richtungen gehen“, bedankte sich Dr. Felix Blaser für den Verein für kulturelle Teilhabe „KulturLebenHochtaunus“ für die Auszeichnung. In dem Projekt „Kulturkinder“ werden mehr als 700 Kinder und Jugendliche betreut, davon mehr als 100 mit Fluchterfahrung.

Für den Sportkreis Hochtaunus nahm Josè Rodrigues dos Santos, Referent Integration, die hölzerne Auszeichnung mit der stilisierten Weltkugel und dem Wappen des Kreises entgegen. Bereits seit 2010 kümmert sich der Sportkreis intensiv darum, Vereinsmitglieder mit Migrationshintergrund zur Mitarbeit im Führungsteam oder zu einer Tätigkeit als Übungsleiter zu motivieren. Mit viel Erfolg: In den vergangenen zwei Jahren wurden fast 30 Frauen zu Übungsleiterinnen mit Lizenz im Breitensport ausgebildet. Zudem bieten inzwischen in allen Kreiskommunen Coaches Sport für Flüchtlinge an, 500 nutzen dieses Angebot.

„Die Arbeit lohnt sich. Anfangs gab es Hürden – Stichwort Kopftuch –, aber wir haben es hinbekommen, und auch die Frauen sind das eine oder andere Mal über ihren Schatten gesprungen und sind jetzt mit Feuereifer dabei und eine echte Unterstützung für die Vereine“, schildert Norbert Möller, Vorsitzender des Sportkreises, die guten Erfahrungen aus dem Sport.

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