Kurz vor der Ausfahrt "Spießwald" bei Friedrichsdorf ist dieser Blick auf die Fahrspuren der A 5 entstanden.
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Kurz vor der Ausfahrt "Spießwald" bei Friedrichsdorf ist dieser Blick auf die Fahrspuren der A 5 entstanden.

Infrastruktur

Brückenzustand im Hochtaunuskreis: "befriedigend bis ausreichend"

  • VonMatthias Pieren
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Tausende Autos passieren täglich die Brücken der A5. Auch andernorts wird der Zustand der Brücken alles andere als positiv bewertet.

Hochtaunus -"Brücken verbinden" - wohl kaum ein anderes Bild wird so gerne zitiert, wenn zuvor Getrenntes zusammengeführt werden kann. Auf den Autobahnbrücken der A 5 im Taunus donnern tagtäglich Tausende Autos von Nord nach Süd sowie über Täler, Bachläufe und Straßen hinweg. Was aber passiert, wenn eine in die Jahre gekommene Autobahnbrücke marode wird, zeigt das Beispiel der aktuell gesperrten Salzbachtalbrücke auf der A 66 in Wiesbaden. Die Menschen am Rhein müssen das entstandene Verkehrschaos zusätzlich zu den Auswirkungen durch den sechsspurigen Ausbau der Schiersteiner Autobahnbrücke der A 643 zwischen Mainz und Wiesbaden im Alltag verkraften.

Der zuvor mehr oder weniger gut fließende Verkehrsstrom wird abrupt unterbrochen. Weil sich dieser schnell aufstaut, suchen sich viele Autofahrer auf Ausweichstrecken neue Wege. Stellt sich die Frage: Wie ist es eigentlich um die Autobahnbrücken im Hochtaunuskreis bestellt? Bei einer Sanierung der zahlreichen Brückenbauwerke auf dem Autobahnabschnitt der A 5 zwischen dem Nordwestkreuz Frankfurt und der Anschlussstelle Köppern/Friedberg wäre die Auswirkung auf den Taunus groß.

A5: Grenze des Hochtaunuskreis

Wie eine befestigte Grenze im Osten des Hochtaunuskreises zieht sich die A 5 von Frankfurt kommend gen Norden. Ein Teil des durch etwaige Brückenbauarbeiten aufgestauten Verkehrs auf der A 5 würde sich wie durch ein Überflutungsgebiet über den Hochtaunuskreis ergießen und sich neue Wege suchen. Doch das Betonband liegt keineswegs komplett im Hochtaunuskreis. Einzig ab der Brücke über die L 3003 zwischen Ober-Eschbach und Nieder-Eschbach bis zur Überquerung des Erlenbachs zwischen Köppern und Burgholzhausen verläuft die verkehrsreiche Magistrale sechseinhalb Kilometer innerhalb der Gemarkungsgrenzen des Hochtaunuskreises.

Hier überquert die Autobahn weitere Straßen: die Zufahrt vom Südring sowie von der Seulberger Straße nach Ober-Erlenbach; die L 3057 hinter Seulberg in Richtung Friedrichsdorf (Südring); die L 3415 zwischen Friedrichsdorf und Burgholzhausen sowie einzelne Feldwege und kleine Bachgräben.

Tatsächlich liegen die imposante Urselbachtalbrücke, auf der die A 5 auf 330 Metern Länge in maximal 18 Metern Höhe den Urselbach überquert, sowie das Bad Homburger Kreuz de facto auf Frankfurter Gemarkung. Wie also steht es um die Bausubstanz aller Autobahnbrücken zwischen Frankfurt und Friedberg? "Die Zustandsnoten der angefragten Bauwerke bewegen sich alle zwischen 2,0 und 3,0", teilt Steffen Rütenfrans als Sprecher der Autobahn GmbH mit. Seit Anfang 2021 ist die Gesellschaft für Bau, Betrieb, Planung und Unterhaltung der Autobahnen in Deutschland verantwortlich - auch im Taunus.

Brücken im Hochtaunus: Regelmäßige Prüfungen

Klingt eigentlich ganz gut. Doch wenn man die Bedeutung der genannten Noten zwischen 2,0 und 3,0 hinterfragt, wird es durchaus interessant. Schnell stellt sich heraus, dass die Spanne gar nicht der schulischen Benotungsskala mit Noten zwischen 1 und 6 entspricht.

Die Skala der nach regelmäßiger Prüfung vom Bundesverkehrsministerium verteilten Zustandsnoten für Brückenbauwerke reicht lediglich von 1,0 (sehr guter Zustand) bis 4,0 (ungenügender Zustand). So wird klar, dass der Zustand der Autobahnbrücken in und am Rande des Hochtaunuskreises keinesfalls in einem guten und soliden Mittelfeld bewertet wird.

Vielmehr vergibt die Autobahn GmbH mit den Zustandsnoten von 2,0 bis 3,0 für die Autobahnbrücken der A 5 im Taunus lediglich ein "befriedigend bis ausreichend". Konkret: Auf der Gesamtskala zwischen 1,0 und 4,0 attestieren die Noten 2,0 bis 2,4 einen "befriedigenden Bauwerkszustand", die Noten 2,5 bis 2,9 hingegen nur noch einen "ausreichenden Bauwerkszustand".

Die von der Autobahn GmbH ebenso genannte Note 3,0 klassifiziert hingegen einen "nicht ausreichenden Bauwerkszustand". Welche der Autobahnbrücken im Taunus diese Klassifizierung erhalten hat, bleibt unklar. "Die Bauwerke haben kein definiertes Lebensende, sondern werden anhand der regelmäßigen Prüfungen immer wieder neu bewertet und bei Bedarf in das Bauprogramm eingetaktet", so Rütenfrans. "Entweder als Sanierung oder als Ersatzneubau." Von Matthias Pieren

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