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Zur Frage ?Wo führen Sie gern Ihre Gäste hin?? sollten die Teilnehmer Zettel mit Antworten an eine Landkarte des Kreises heften.

Kreisentwicklungskonzept

Bürger arbeiten am Konzept für Kreisentwicklung mit

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2030 wird sich das Leben im Hochtaunus verändert haben. Man will vorbereitet sein. Ein Kreisentwicklungskonzept soll Wege in die Zukunft weisen und Probleme lösen, bevor sie entstehen. Am Dienstag ist „Hochtaunus 2030“ gestartet.

2030 werden 50 Prozent der Kreisbürger beim Altennachmittag zutrittsberechtigt sein, sie sind dann nämlich „Ü 60“. Bis 2030 wird der Hochtaunuskreis 254 000 Einwohner haben, 18 000 oder 6 Prozent mehr als derzeit. 2011 bis 2016 wurden im Hochtaunus jährlich 640 neue Wohneinheiten geschaffen, das ist schon jetzt zu wenig, um den steigenden Bedarf zu decken. Laut Prognose müssen bis 2030 jährlich 1540 Wohnungen gebaut werden, mehr als das Doppelte.

Dies zeigt die Herausforderungen, die im Kreisentwicklungskonzept „Hochtaunus 2030“ koordiniert werden sollen. Am Dienstag wurde es im ersten von vier Kreisforen öffentlich vorgestellt. Es gibt viel zu tun, gegeneinander abzuwägen, in Beziehung zu setzen, Probleme zu definieren und – bis Sommer 2019 – auch zu lösen. Etwa 200 Bürger, Vertreter von Vereinen, Organisationen und Interessensträgern waren zur Kick-off-Veranstaltung in die Rotunde des Landratsamtes gekommen. Viele haben nicht nur Interesse an der Frage, wie es sich 2030 im Hochtaunus leben lässt, gezeigt, sondern wollen mitarbeiten.

Die Planer Stefan Kornmann und Svenja Knuffke vom Büro Albert Speer & Partner zeigten die Ziele des Konzepts auf. Es soll nicht nur für den Kreis und seine Bürger erstellt werden, sondern mit ihnen. Solche Konzepte für Städte hat das Büro bereits viele entwickelt. Spannend sei nun, einen ganzen Landkreis zu fokussieren.

Es gelte, Kommunen zwischen 54 000 (Bad Homburg) und 5400 Einwohnern (Glashütten) mit ihren Wohn-, Arbeits- und Demografiestrukturen, aber auch unterschiedlichen Bedarfen an Digitalisierung, Freizeit und Mobilität miteinander zu vernetzen und dabei möglichst vielen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Menschen heute lebten und arbeiteten regionaler als früher, das werde sich noch verstärken, sagte Kornmann. Er und Kluffke luden zum „Vorausdenken“ ein und dazu, an der Zukunft des eigenen Lebensraums mitzuarbeiten.

Großes Interesse

Landrat Ulrich Krebs (CDU) begrüßte das große Interesse. Gemeinsam gelte es, das aus 13 Kommunen bestehende „Gesamtkunstwerk Hochtaunus“ zukunftsfest zu machen. Das Projekt könne nicht alle Probleme lösen, aber der Orientierung dienende „Leitplanken“ einrammen. Der Spannungsbogen sei ohne Anspruch auf Vollständigkeit mit den Themen Schule, Nah- und Regionalverkehr, Handwerk, Wirtschaft, Tourismus, Siedlungs-, Gesellschafts- und Sozialpolitik facettenreich. Krebs freute sich, dass auch eine Delegation des Kreisschülerrates gekommen war.

Gleich nach dem Einführungsreferat der beiden Städteplaner ging es dann auch schon an die Arbeit. An drei Projekttischen sollten die Besucher auf bunten Klebezetteln aufschreiben, zu welchen Zielen im Hochtaunus sie Gäste führen würden, was im Kreis gut ist und bleiben sollte sowie welche Zukunftsaufgaben sie sehen. Das Ergebnis war vielfältig. Als lohnende Ziele wurde unter anderem Feldberg, Saalburg, Lochmühle, Hessenpark, aber auch die Oberurseler Altstadt, Herzberg und Pferdskopf sowie Treisberg, die Eschbacher Klippen und Schloss Neuweilnau genannt.

Wichtig für die Zukunft seien der Ausbau der Digitalisierung und des ÖPNV, bezahlbarer Wohnraum, Leben in Vielfalt, Barrierefreiheit, mehr Ganztagsbetreuungs- und U3-Plätze in Schulen und Kitas, die Beibehaltung der Förderschulen, mehr kulturelle Angebote sowie eine bessere Wasserversorgung, die Engpässe wie in diesem Sommer vermeidet. Nächste Woche wird weitergeplant (siehe Box).

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