+
In der Kappesgasse werden Fahrbahn und Bürgersteige erneuert

Kompromiss angekündigt

Anwohner in Ober-Erlenbach wegen schmaler Bürgersteige in der Kappesgasse in Rage

  • schließen

In der Kappesgasse in Ober-Erlenbach gärt der Zorn. Viele Anwohner sind sauer auf die Stadt, weil bei einer Straßebaumaßnahme die Bürgersteige verkleinert werden. Das sei für Kinder und ältere Menschen gefährlich.

Der Ansatz als solcher ist zweifelsohne ein guter. Im Auftrag der Stadt wird derzeit die Kappesgasse in Ober-Erlenbach saniert. Hintergrund ist nicht nur, dass sich die Straße in einem mitgenommen Zustand befand, auch die Verwaltung hatte eine immer wiederkehrende Gefahrenquelle ausgemacht: Da die Kappesgasse sehr schmal ist und auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern Autos parken dürfen, kam es immer wieder vor, dass man sehr nah an den Bürgersteig auf der anderen Seite heranfahren oder gar auf das Trottoir ausweichen musste. Deshalb sieht die Planung vor, die Fahrbahn zu verbreitern – auf Kosten der Bürgersteige. 

Und das wiederum kommt bei einigen Anwohnern nicht gut an. Sie sind der Meinung, dass die Interessen der Anwohner und Fußgänger „völlig vernachlässigt“ würden. Die Gehwege würden künftig auf beiden Seiten streckenweise so schmal, dass man nur noch hintereinander laufen könne. „Eine Nutzung mit Rollstühlen, Kinderwagen oder Fahrrädern ist gar nicht mehr oder nur noch unter Gefahren möglich“, beklagt Anwohner Christian Waller. Das sei insbesondere deshalb gefährlich, da die Kappesgasse von vielen Kindern auf dem Weg zur zur Paul-Maar-Schule genutzt werde. 

Zahlreiche Beschwerden von Anwohnern

Der Ober-Erlenbacher Gerhard Pfeiffer spricht gar von einem Schildbürgerstreich. Der Bürgersteig sei schon vor der Sanierung so schmal gewesen, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen sei, wenn ein Bus durch die Straße fuhr. Pfeiffer hatte daher damit gerechnet, dass die Bürgersteige nun verbreitet würden. Stattdessen seien sie aber von 1,10 Meter zum Teil auf 80 Zentimeter verkleinert worden. „Unglaublich“, schimpft Pfeiffer. 

Die zahlreichen Beschwerden von Anwohnern haben nun dazu geführt, dass OB Alexander Hetjes persönlich in der Kappesgasse vorbeigeschaut hat. Ebenfalls mit dabei: Ortsvorsteherin Christel Elbert und Mitarbeiter der Straßenbaubehörde – und an die 30 zum Teil sehr verärgerte Anwohner. Der OB erklärte zunächst, was die Stadtplanung dazu bewogen habe, die Bürgersteige zugunsten der Fahrbahn schmaler einzurichten – nämlich die gefährlichen Situationen mit dem Stadtbus. „Wir machen Straßenbau ja nicht, um sie zu ärgern“, so Hetjes. 

Doch die zahlreichen Eingaben vonseiten der Bürger seien im Rathaus nicht ungehört geblieben, „wir nehmen solche Eingaben ernst“, sagte der OB weiter. Und man habe Konsequenzen gezogen und einen Kompromiss ausgearbeitet: Der Bürgersteig auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern, der auch schmäler geplant war, soll nun durchweg eine Breite von 1,20 Metern behalten. 

Bewohner fürchten mehr Erschütterung

Ganz zufrieden waren die Anwohner damit allerdings nicht. Gerade die Hausbesitzer auf der Seite mit den geraden Hausnummern befürchten noch mehr Erschütterungen durch die künftig noch näher an ihren Fenstern vorbeifahrenden Bussen. Auch sorgen sie sich um die Substanz ihrer Häuser. Der Vorschlag, doch völlig auf Busse in der Kappesgasse zu verzichten, fand bei den Vertretern der Stadt jedoch keinen Anklang. Markus Philipp, Leiter des Tiefbauamtes, blieb trotz der zum Teil feindseligen Stimmung sachlich und gab freimütig zu, dass eine der beiden Straßenseiten leiden müsse. Aber letztlich müssten bei Straßenbaumaßnahmen die Belange aller Betroffenen berücksichtigt werden – und dazu zähle nun mal auch der Busverkehr. 

Allerdings konnte der Experte den Anwohnern auch Hoffnungen machen: Philipp geht nämlich aus Erfahrung davon aus, dass der neue Straßenbelag viele Erschütterungen schlucken werde. Zudem sollen die Busfahrer noch mal explizit angewiesen werden, das vorgegebene Tempo 30 in der Kappesgasse zu beachten. 

Zu guter Letzt einigte man sich darauf, die Arbeiten inklusive des Kompromisses zu Ende zu bringen und dann zu schauen. „Sollte es dann noch haken, sind wir jederzeit bereit, noch mal mit ihnen in Kontakt zu treten“, versprach OB Hetjes den Anwohnern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare