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Das Munitionsdepot der Bundeswehr bei Wehrheim wird aus- und umgebaut mit neuer Hauptzufahrt und größerer Feuerwehr. Hier ein Blick auf die Bunker, in denen vor allem Artilleriegeschosse und Raketen lagern.

Aufrüstung

Munitionslager: Großbaustelle dauert bis 2025 und verschlingt rund 25 Millionen Euro

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Das Munitionslager in Wehrheim wird für rund 9,2 Millionen Euro saniert und bautechnisch aufgerüstet. Auch die Wachhunde sollen ein passenderes Areal erhalten, außerdem baut man die Feuerwehr aus – auch personell. Die Großbaustelle ist aber bis 2025 geplant, bis dahin fließen noch einmal rund 16 Millionen Euro in den Betrieb.

Ein Teil des Munitionslagers Köppern in Wehrheim steht derzeit ziemlich offen. Der Zaun hat sozusagen große Löcher. Der Grund: Die Anlage wird in den kommenden Jahren umfangreich saniert, Wache, Hundezwinger und Verwaltung als neuer Gebäudekomplex rücken an das Tor 6 heran. Dort entstehen auch ein neues Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, eine neue Feuerwache und Parkplätze.

Das Areal befindet sich wenige hundert Meter östlich der heutigen Haupteinfahrt, und es herrscht reger Baustellenbetrieb. Die Baustellenfahrzeuge können nicht jedes Mal ein bewachtes Tor passieren, daher ist das Baustellen-Areal an der Hauptzufahrtsstraße zum Muni-Lager offen. Die Baustelle ist jedoch selbst umzäunt und so abgetrennt vom restlichen Lager.

Die Bundeswehr investiert insgesamt rund 9,2 Millionen Euro in die Sanierung des neuen Einfahrtsbereichs des Munitionslagers in Wehrheim. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) koordiniert die Sanierung, die bereits Ende vergangenen Jahres begonnen wurde.

In diesem Jahr sollen die neuen Parkflächen fertig werden, danach geht es weiter mit Anbindung und Sanierung der Zufahrt, anschließend kommen die Hundezwinger an die Reihe und danach das Wachgebäude, sagt Infrastrukturbeauftragter Holger Jäckel bei einem Ortstermin mit dieser Zeitung. „Wir tragen mit den infrastrukturellen Maßnahmen der eigentlichen Grundstruktur Rechnung.“

Neues Wachgebäude

Gut zu erkennen ist schon das neue Wachgebäude, die die bisherige Wache ablöst. Links davon (von der Zufahrtsstraße aus gesehen) entstehen ein neuer Hundezwinger und ein Hundeplatz. „Zurzeit liegt der Hundeplatz noch im gefährlichen Betriebsteil. Außerdem wird der Bau neuer Zwinger aus Gründen des Tierschutzes nötig“, sagt Holger Jäckel.

Ebenfalls östlich der heutigen Haupteinfahrt entstehe ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude mit Wirtschaftsgebäude in L-Form, Fertigstellung ist voraussichtlich 2023. Rechts davon soll die neue Feuerwache mit vier Toren entstehen (drei für Fahrzeuge, ein Tor für die Fahrzeug-Waschhalle). „Das ist der aktuelle Stand, sie könnte aber noch größer werden“, sagt Jäckel, der sich nicht nur um die Infrastruktur kümmert, sondern auch Bindeglied zwischen Liegenschaft, Bauamt und Behörden ist. Die Zahl der Feuerwehrleute soll dann von derzeit vier auf 16 Personen erhöht werden. Die Fertigstellung soll voraussichtlich bis 2025 sein, so Jäckel.

Zweitgrößtes Lager

Das Lager in Wehrheim ist das zweitgrößte seiner Art in Deutschland und zählt zu den größten Westeuropas. Es ist das Depot mit der zentralsten Lage, die Entfernung zwischen der Autobahnausfahrt Friedberg/Friedrichsdorf und der Zufahrtstraße zum Muni-Lager beträgt nur sechs Kilometer. Über 1000 Gefahrguttransporte verlassen Wehrheim jedes Jahr, sagt Sven Reger, Leiter des Munitionslagers, das sind rund drei Stück pro Tag.

Bis 2025 sollen weitere rund 15,8 Millionen Euro investiert werden, etwa in den Neubau von Munitions-Arbeitshäusern mit Aufwärmhäusern. Darin soll angelieferte Munition für die Instandsetzung thermisch vorbereitet werden. Ebenfalls bis 2025 sind Ausbau und Erneuerung der Lagerstraßen geplant. Im „E-Bereich“ werden 16 Lagerhäuser älterer Art reaktiviert, so Jäckel. Tore, Absicherungstechnik und der Blitzschutz werden erneuert.

Vor etwa zwölf Jahren hatte der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung dem Munitionslager rund zehn Millionen Euro für die Sanierung zugesagt. Nun geht es also – aus Sicht der Mitarbeiter – endlich los.

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