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Cornelia Henrizi-Freund ist die erste Vorsitzende des Carnevalvereins

Premiere beim Cornelia Henrizi-Freund hat seit Kurzem den Vorsitz des Carnevalverein Heiterkeit 1919 inne. Die 55-Jährige ist die ersten First Lady in der fast hundertjährigen Vereinsgeschichte.

Sie ist ein Novum beim Carnevalverein Heiterkeit 1919. Denn in der fast hundertjährigen Vereinsgeschichte hatte bislang noch keine Frau den Vorsitz im Vorstand inne. Eine Aufgabe, die Cornelia Henrizi-Freund seit diesem Monat übernommen hat und mit ihrem Tun eine gewisse weibliche Note verleihen will. „Das bleibt ja nicht aus. Schließlich haben Frauen ein anderes Verständnis als Männer, sind kompromissbereiter und gehen auf Sachen eher ein als die männlichen Kollegen“, sagt die 55-Jährige.

Als ihr der Posten angetragen worden sei, habe sie sich erst einmal Bedenkzeit erbeten. Zum einen sei sie noch nicht im Vorstand tätig gewesen, zum anderen wollte sie sicher sein, dass sie bereit war, jede Menge Zeit darin zu investieren. Schließlich müsse man als Vorsitzende etliche Sitzungen besuchen, sei mindestens fünf Mal im Monat unterwegs, in der Saison öfter. „Aber mein Herz hängt am Verein. Ich hatte auch Lust, ihn weiter voranzubringen“, erzählt sie. Dafür scheint sie auch prädestiniert zu sein. Durch ihre Tätigkeit als Leiterin des Bereichs Organisation bei der Stadtverwaltung, liegen ihr ohnehin Organisation und Planung.

„Ich bin mit zehn Jahren in die Heiterkeit eingetreten und habe im Spielmannszug Lyra gespielt. Dazu hatte mich meine Freundin überredet“, erinnert sich Henrizi-Freund lachend. Das habe ihr so viel Spaß gemacht, dass sie sich entschloss, dabei zu bleiben. „Die Geselligkeit war total schön.“ Sie hat geholfen, die Garde aufzubauen, hat im großen Ballett mitgetanzt. Überhaupt sei Tanzen ihre große Leidenschaft. „Dabei kann man loslassen, seine Gedanken frei entfalten“, meint sie. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie seit fünf Jahren die Gruppe Dance Factory der Heiterkeit leitet. „Ich mache die Choreographie, überlege mir die Schritte, wähle die Musik aus und nähe meist die Kostüme der Mädchen“, so die neue Vorsitzende. Die Mädchen, das sind 16 Tänzerinnen im Alter zwischen 16 und 28 Jahren. Henrizi-Freund selbst hat einen 21-jährigen Sohn, der sich jedoch nicht wirklich für die Fastnacht interessiert. Ihr Mann sei da eher mit von der Partie – er sei schon einmal als Kassierer tätig gewesen und will auch dem Elferrat beitreten.

„Karneval ist toll. Das ist wirklich eine fünfte Jahreszeit, in der man ausgelassen feiert und ungezwungen sein kann. Ich mag die Büttenredner, die Tänze und die Musik“, schwärmt die 55-Jährige. Daher freue sie sich sehr auf ihre neue Aufgabe. „Ich habe schon jede Menge Ideen, um den Verein etwas anders zu gestalten und zu organisieren. Viele Wege sind eingefahren und heute nicht mehr zeitgemäß. Aber ich habe ein junges Team, mit dem ich sicher viel bewegen kann.“

Eine Sache liege ihr aber besonders am Herzen: Der Spielmannszug. „Damals als ich darin gespielt habe, waren wir so an die 30 Musiker, jetzt ist er auf zehn geschrumpft“, weiß Cornelia Henrizi-Freund. Sie möchte gerne dafür Nachwuchs anwerben. Musikschulen ansprechen, einen Tag der offenen Tür veranstalten, Flyer verteilen und sich eventuell mit einem Infostand in Schulen präsentieren. Was sie sonst noch für Ideen hat, darauf darf man gespannt hat. Erst einmal sei sie jedoch mit den Vorbereitungen zum 100-jährigen Bestehen des Vereins, das im kommenden Jahr gefeiert wird, beschäftigt.

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