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Corona hat Spuren hinterlassen

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Der neue Mönstädter Feuerwehrvorstand mit (von links) Tim Moses, Kai-Uwe Brosig, Eva Schaal, Michael Mohr, Verena Jung, Veit Bosenbecker, Karen Rottmann, Peter Rinker und Pascal Becker. © Andreas Romahn

Grävenwiesbach-Mönstadt (aro). Es war eine besondere Jahreshauptversammlung: Nach einer zweijährigen Corona-Pause stellte die Feuerwehr Mönstadt am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus die Weichen für die Zukunft des Feuerwehrvereins - durch Neuwahlen mit der Bestätigung des Vorstandes sowie der Rückkehr zu den traditionellen Veranstaltungen, mit denen der zweitgrößte Verein das Dorfleben prägt.

Es wurde deutlich, dass zwei Jahre Pandemie Spuren hinterlassen hatten.

An der Spitze des Vereins gab es keine Veränderungen: Ohne Gegenstimmen wurden Vorsitzende Verena Jung, der stellvertretende Vorsitzende Peter Rinker, Kassenwart Pascal Becker und sowie Schriftführerin Karen Rottmann in ihren Ämtern bestätigt. Gleiches gilt für die Beisitzer Kai-Uwe Brosig und Eva Schaal. Mit dem Abschied von Christian Lewalter als stellvertretender Wehrführer und der Nachfolge von Veit Bosenbecker ging bei den Aktiven eine Ära zu Ende. Lewalter blickte auf 27 Jahre Feuerwehr Mönstadt zurück, davon über 20 Jahre Vorstandsarbeit, die von Jung und Wehrführer Michael Mohr besonders gewürdigt wurden.

Michael Mohr bleibt Wehrführer

Mohr steht weiter an der Spitze der Einsatzabteilung; er wurde ebenso einstimmig gewählt wie Jugendwart Nils Krause und Gerätewart Tim Moses. Engagierte Feuerwehrarbeit und qualifizierte Weiterbildung trotz Pandemie dokumentierten die Beförderungen von Lewalter zum Hauptlöschmeister und Mohr zum Oberlöschmeister. Hauptfeuerwehrmann ist nun Fabian Brosig, und Max Hammel vollzog den Einstieg in die Wehr als Feuerwehrmann. Zur Eröffnung der Sitzung hatte die Vorsitzende Jung auf die vergangenen drei Vereinsjahre zurückgeblickt. 2019 fanden mit den Faschingssitzungen und dem Umzug, der Sonnwendfeier und dem Lindenfest, sowie dem Mofa-Rennen Le Mö und der Nikolausfeier für die Senioren noch alle Veranstaltungs-Klassiker statt, die das Dorf weit über die Grenzen der Gemeinde bekanntmachen.

Der erste Corona-Lockdown und die folgende Pandemieentwicklung brachten das Vereinsleben seit März 2020 nahezu komplett zum Erliegen. Neben einem spontanen Martinsfeuer 2021 war der Spendengrill am 13. August für die Flutopfer in der Eifel ein Ausrufezeichen wert. Mit Unterstützung der Feuerwehr Hasselborn wurden insgesamt 5555 Euro Spenden überwiesen, was für den kleinen Ortsteil mit knapp 400 Einwohnern eine bemerkenswerte Hilfsaktion war. Für dieses Jahr hat der Vorstand die Sonnwendfeier am 25. Juni, das Lindenfest am 16. Juli, Le Mö am 24. September und den Wandertag am 29. Dezember fest eingeplant. Jung ist sich der Unterstützung des gesamten Vereins gewiss: »Die ehrenamtliche Arbeit ist unbezahlbar. Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt, ohne die es nicht geht.«

Trotz der Pandemie waren die 21 Aktiven zahlreich im Einsatz. Waren es 2019 noch acht Einsätze und 32 Übungen, so standen 2020 den 15 Einsätzen nur noch 16 Übungen gegenüber. 2021 waren es vier Einsätze und 20 Übungen. Darüber hinaus wurde ehrenamtlich von Aktiven, allen voran Andreas Moses und Wehrführer Mohr, der alte Hochbehälter, der zur Löschwasserversorgung dient, instandgesetzt.

Seit März 2020 ruht die Jugendarbeit wegen Corona, berichtete Jugendwart Nils Krause. Aus der Tanzgruppe »Prosecco-Lerchen« informierte Eva Schaal ebenfalls über einen pandemiebedingten Stopp der Aktivitäten.

Bürgermeister Roland Seel dankte dem Verein für das besondere Engagement zugunsten des Dorfes. Sowohl im Rückblick auf die Flutkatastrophe im Ahrtal als auch aktuell angesichts des Krieges in der Ukraine stellte der Rathauschef die Frage nach neuen Herausforderungen für die Einsatzkräfte etwa beim »Black out«-Stromausfall.

Online-Übungen bewähren sich

Gemeindebrandinspektor Peter Hess bekräftigte Seels Dank an das Ehrenamt beim Blick auf die interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren im Usinger Land sowie bei ortsteilübergreifenden Einsätzen und unerwarteten Herausforderungen durch Feuerwehreinsätze ohne Präsenz-Übungen. »Wenn wir nicht online geübt hätten, hätten beim Scheunenbrand in Hundstadt die Standardhandgriffe nicht so sicher gesessen.« Hess ließ im Rückblick keinen Zweifel daran, dass eine besondere Gefahr für den gesamten alten Hundstädter Ortskern bestand.

Schließlich legte der Gemeinde-Feuerwehrchef den Finger in die Wunde: Coronabedingt bestünden Ausbildungslücken, die vor allem bei den jüngeren Kameraden zügig geschlossen werden müssten. Unter den schwierigen Umständen gebühre der Dank den 140 Aktiven, darunter 17 Frauen, in den Gemeindewehren, die 2020 56 und 2021 62 Einsätze absolvierten.

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