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Cowboy-Job in Wettkampf-Form

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Working Equitation Turnier des Reit- und Fahrvereins in Neu-Anspach

Neu-Anspach -Pferde sind aus der Kulturgeschichte des Menschen nicht wegzudenken. Seit Urzeiten kommt ihnen als Nutztiere, aber auch als Statussymbol größte Bedeutung zu. Darstellungen von Pferden schmücken Höhlen, Gefäße und viele andere Gegenstände und sie finden sich als Beigaben in Gräbern hochgestellter Personen. Sie trugen Kämpfer in Schlachten, wurden vor Streitwagen und Kutschen gespannt, als Zugtiere eingesetzt und lange waren Pferdestärken selbst bei Autos und Maschinen das Maß für die Leistung.

Heute sind Pferde vor allem Freizeitpartner für den Menschen. Pferdesport ist beliebt, Dressur und Springreiten sind die klassischen und olympischen Disziplinen. Military beziehungsweise Vielseitigkeitsreiten, Trab- und Galopprennen sind zum Teil umstritten. Westernreiten hat zahlreiche Freunde. Und eine noch relativ junge Disziplin ist Working Equitation.

In dieser stecken noch viele traditionelle Formen des Reitens und des "Arbeitens" mit Pferden, die wettkampftauglich standardisiert wurden. Working Equitation findet auch immer mehr Anhänger. Auch der Neu-Anspach Reit- und Fahrverein hat die Disziplin für sich entdeckt und ist dabei, sich als Veranstalter einen Namen zu machen. Am vergangenen Wochenende fand das 3. Turnier dieser Art statt und mit diesem konnte der Verein erneut punkten.

"So viele Working Equitation Turniere werden nicht angeboten, so dass unsere Teilnehmer zum Teil längere Anreisen in Kauf nehmen", sagte Jennifer Martin, Vorsitzende des Neu-Anspacher Vereins- Die nahe gelegene Wintermühle und Ausrichter großer Turniere sei ebenfalls eine gute Adresse für den Pferdesport; das komme auch dem Verein zugute. Auf der Wintermühle könnten die Working Equitation Turniere sogar mit Rindern, durchgeführt werden, was der RuF nicht leisten kann.

Hier muss eine lebensgroße Stier-Attrappe für die Geschicklichkeitsreiterei herhalten. Vier Starterklassen waren im Angebot: die Einsteiger Klasse, die Anfänger Klasse, die leichte Klasse sowie die mittelschwere Klasse. In allen Klassen stand jeweils an den Vormittagen eine Dessuraufgabe an, von einfachen Bahnfiguren bis zum fliegenden Galopp.

Geschicklichkeit ist gefragt

Für das Publikum waren vor allem die Geschicklichkeitsaufgaben spektakulär. Zwei Prüfungen erfolgten hierbei aufeinander: Zunächst der Stiltrail und der Speedtrail. Zwei Mal musste der Parcours durchritten werden. Beim ersten Mal kam es nicht auf die Zeit, sondern auf die stilistisch saubere Technik an, beispielsweise wie ein Hindernis angeritten wurde und wie folgsam das Pferd ist. Es wurde um Tonnen, durch einen runden Pferch geritten, um Slalomstangen, über eine Brücke, in eine Sackgasse vorwärts hinein rückwärts hinaus, ein Sprung war dabei und das Aufnehmen eines Ringes, der auf dem Stier befestigt war, mit einer Lanze.

Dann das Ganze noch einmal im Tempo. Dreieinhalb Minuten war das Soll der rund 500 Meter langen Strecke. Die meisten brauchten so um die zwei Minuten, deshalb erntete Paplo Cremades Pieto auf Felino schon während des Ritts stürmischen Applaus, denn er braucht nur 1 Minute und 47 Sekunden. Allerdings mussten die Zuschauer sich anschließend den Sand abklopfen, Felino wirbelte bei seinem Speedtrail besonders viel Staub auf. Wässern der Anlage war wegen der Trockenheit natürlich kein Thema.

Mit 28 Punkten landete Felino aber dennoch nur auf dem dritten Platz, nur ein Punkt hinter Jenny Hehlert auf For Seasons und nur drei Punkte hinter der Siegerin der M Wertungsklasse, Hannah Gleczinnus auf Koring's Kalvino de la Luz.

Abgesehen von den spannenden Wettbewerben auf dem Parcours kamen die Freunde des Pferdesports auf ihre Kosten, denn auch wenn Schattenplätze beliebter waren als Plätze in der Sonne, gab es stets viel rund um das Pferd zu sehen. Und diese Gelegenheit nahmen auch zahlreiche Besucher wahr, die gezielt kamen, so Bürgermeister Thomas Pauli mit Familie, oder diejenigen, auf dem stark frequentierten Spazier- und Wanderweg unterwegs waren.

Höhepunkt und Abschluss war jeweils die Siegerehrung mit Ehrenrunde aller ausgezeichneten Pferde, die noch einmal mächtig Staub aufwirbelte.

Dankesworte nach so einem Turnier müssen sein: Die Vorsitzende bedankte sich bei den Helfern aus den eigenen Reihen, den Sponsoren und vor allem Birgit von Streit, die das Turnier, das inzwischen zu den Aushängeschildern des Vereins gehört, professionell organisiert hatte.

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