Hilfsprojekte

Gruppe aus dem Taunus reist morgen mit neuen Mitstreitern und viel Gepäck nach Tansania

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Am morgigen Sonntag macht sich eine elfköpfige Delegation aus Königstein und Umgebung auf den Weg nach Tansania. Angeführt von Johannes Schießer wollen die Gäste aus dem Taunus sich einen Bild von den Hilfsprojekten machen, die in den vergangenen 55 Jahren nicht zuletzt von Mammolshain aus in Ostafrika angeschoben wurden.

Wenn einer eine Reise tut – dann heißt das für die meisten Bundesbürger erst mal eines: Koffer packen. Und das kann schon zu einer besonderen Herausforderung werden. Vor allem dann, wenn die Reise lang und das Gewicht des Gepäcks begrenzt wird. Da will genau abgewogen sein, was in den Koffer kommt und was nicht.

Eine Herausforderung, die sich bei einer Reise von 14 Tagen und einem Freigepäck von zwei Mal 20 Kilo pro Person in sehr überschaubaren Grenzen halten sollte. Und trotzdem treffen sich Johannes Schießer und seine elf Mitreisenden heute erst noch mal bei ihm zu Hause in Mammolshain, um auszutarieren, was wer wie in die Reisetasche packt.

Denn: „Letzten Endes stehen jedem dann doch nur 20 Kilogramm zur freien Verfügung, die verbleibenden 20 Kilo pro Teilnehmer brauchen wir für die Hilfsgüter, die wir mit in die Projekte nehmen“, erklärt Schießer im Gespräch mit der TZ. Schließlich ist die Tour, die die elfköpfige Delegation aus dem Taunus, die sich morgen Mittag auf den Weg nach Tansania macht, kein Urlaub im herkömmlichen Sinne.

55 Jahre Verbindung

Ziel der Reise, die morgen Mittag mit einem Flug von Frankfurt über Istanbul zum Kilimandscharo-Airport bei Arusha startet, sind die Hilfsprojekte in und um Rauya, zu denen der Mammolshainer Pfarrer Bernhard Bendel in den 1960er Jahren den Grundstein legte.

Gemeinsam mit dem von ihm gegründeten und bis heute im Königsteiner Stadtteil ansässigen Orden der „Heilig-Geist-Schwestern“ knüpfte der katholische Seelsorger damals vom Taunus aus die ersten Verbindungen, aus denen heute ein starkes Netzwerk der Unterstützung entstanden ist.

„Mammolshain ist gewissermaßen die Mutter, aus der heraus mittlerweile eine Vielzahl weiterer Initiativen hervorgegangen ist“, erklärt Schießer. Deshalb auch der große Bedarf an Gepäck-Kapazitäten. Wenn eine Delegation aus Deutschland nach Tansania reist, dann nimmt sie immer auch Sachen aus den Nachbarorten mit in deren Projekte. Da sind die Kronberger, die besonders mit Himo und Sanya Juu verbunden sind, die Eschborner, die Oberurseler, die Sulzbacher, die ihre Schwerpunkte haben und dementsprechend froh sind, wenn sie auf dem kurzen Dienstweg etwas mitgeben können an die Freunde in Ostafrika.

Neue Partner gewinnen

Für Johannes Schießer sind die Touren nach Tansania aber immer auch willkommene Gelegenheit, neue Freunde in der Heimat für die Unterstützung der Menschen in und um Rauya zu gewinnen. „Es ist mir ein wirkliches Anliegen, die Zusammenarbeit breiter aufzustellen und auch außerhalb Mammolshains Partner und Multiplikatoren zu finden, die unsere Projekte auch in Zukunft voranbringen“, betont Schießer, der in der Hilfe für die Menschen in Ostafrika längst mehr als nur ein Stadtteil-Thema sieht. Immerhin ist die seit 55 Jahren bestehende Verbindung nach Rauya längst so etwas wie die „älteste“ Städtepartnerschaft der Kurstadt.

Waren in der Vergangenheit unter anderem bereits Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) und Sozialamtsleiter Hermann-Josef Lenerz mit in Tansania, so werden sich dieses Mal Stadtrat Jörg Pöschl (CDU), Katja und Hans-Jürgen Metz sowie zum wiederholten Mal auch Mammolshains Ortsvorsteher Hans-Dieter Hartwich und der Vorsitzende der Kolpingfamilie, Wolfgang Buckel, der Reisegruppe anschließen. Natürlich auf eigene Kosten, das versteht sich für Schießer und seine Mitreisenden von selbst.

Ebenfalls mit von der Partie sind Dieter Albeck, der die Reise auch mit organisiert hat, sowie Andreas Heckenmüller. „Auch wenn ich mich natürlich auf jeden freue, der mitkommt, so ist es mit Andreas doch etwas Besonderes“, betont Johannes Schießer. Mit Heckenmüller, der mittlerweile mit seiner Familie in Süddeutschland lebe, verbinde ihn nicht nur eine sehr lange Freundschaft. Beide seien auch 1982 an der Spitze einer Delegation der Mammolshainer Kolpingjugend erstmals gemeinsam nach Rauya gereist und auf den Kilimandscharo gestiegen.

Safari inklusive

Dessen Gipfel steht zwar nicht auf der Liste der Ziele, die Schießer und Albeck für die kommenden zwei Wochen auf den Reiseplan gesetzt haben. Sonst aber ist so gut wie alles dabei, was diesen Teil Ostafrikas erlebenswert macht. Inklusive einer viertägigen Safari inklusive Serengeti und Ngorongoro-Krater. Davor und danach werden die Reisenden in der ersten Woche ihres Aufenthalts im Amani-Haus in Sanya Juu Quartier nehmen. Mit Kilari-Farm, Magnificat-Kirche

Schießer: „In der zweiten Woche wechseln wir dann in das Mutterhaus der Heilig-Geist-Schwestern in Rauya.“ Die Schwestern, so ist es vereinbart, werden einen Bus samt Fahrer und Dolmetscherin organisieren, um die Reisegruppe zu den verschiedenen Projekten zu bringen. „Langweilig wird uns sicher nicht“, lacht Johannes Schießer, der mit seiner Reisegruppe, sehr vielen Eindrücken und deutlich weniger Gepäck am 26. Januar wieder in Frankfurt landen will.

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