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Das neue Weilrod-Buch

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Sabine Preußer ist als Schriftleiterin und Vorsitzende des Geschichtsvereins Weilrod hauptverantwortlich für das neue Weilrod-Buch. FOTO: NEUGEBAUER © Sabine Neugebauer

Weilrod . Nach »Weilrod - Geschichte von 13 Taunusdörfern« von Martha und Rudi Kaethner ist jetzt mit »Weilrod im Taunus - Geschichte einer Großgemeinde mit ihren dreizehn Ortsteilen« ein neues geschichtliches Werk über Weilrod erschienen. Gerade rechtzeitig zum Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen der Großgemeinde am ersten Maiwochenende wurden die ersten gedruckten Exemplare ausgeliefert.

»Und vor allem ist der kleine, aber wichtige Unterschied im Untertitel kein Zufall«, sagt Gregor Maier, Fachbereichsleiter Kultur, Hochtaunuskreis in seinem Vorwort. Denn in diesem Buch wird »die jüngste Zeit, das vergangene halbe Jahrhundert, schwerpunktmäßig in den Blick genommen«, beschreibt Maier kurz den Inhalt. Das sei der große Verdienst dieses Buches und seiner Autorinnen und Autoren.

Vielzahl von versierten Autoren

Und das waren einige, oft in den einzelnen Ortschaften angesiedelt: René Landsee, Erwin Buhlmann, Herbert Wischmann, Marie Luise Recknagel, Wolfgang Ettig, Axel Bangert, Horst Seibert, Wolfgang Haub, Sabine Neugebauer, Peter Schweikart, Karl-Otto Kilb, Sabine Preußer, Thomas Götz sowie Peter Maresch vom Kreisarchiv.

Die Schriftleitung hatte Sabine Preußer inne, seit 2017 Vorsitzende des Geschichtsvereins Weilrod, der auch als Herausgeber fungiert. Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete sie von der Entstehung des Werks. Erste Überlegungen zu solch einem Buch habe es bereits vor ihrer Zeit im Vorstand des Geschichtsvereins gegeben. Und dann sollte das Buch zum 40-jährigen Jubiläum des Geschichtsvereins 2020 herauskommen, aber die Pandemie habe dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Preußer und auch andere Autoren haben viel mit den Leuten in den Dörfern geredet, um alles zusammenzutragen. Dabei galt es natürlich zu entscheiden, was gehört ins Buch und was nicht.

Sabine Preußer als Schriftleiterin

Als dann schließlich aus allen Ortsteilen die einzelnen Kapitel sowie weitere allgemeine und überörtliche Abschnitte vorlagen, habe das Buch über 500 Seiten umfasst. »Da haben wir alles, was die Mühlen betrifft, herausgenommen«, sagt Preußer. Aber diese Kapitel sind nicht verloren, sie werden vom Geschichtsverein als nächster Band der Weilroder Hefte verwendet.

Aber dann hätten wieder zwei Seiten gefehlt, denn die Seitenzahl muss aus technischen Gründen durch acht teilbar sein. Und das war kurz vor der Drucklegung. Da habe sie mit Schrecken festgestellt, dass etwas über den Eichelbacher Hof fehlte. So war schon mal eine Seite gerettet. Und schließlich stieß sie bei der Sichtung eines alten Weilrodkalenders auf das Gemälde von Gerd Löwer, der Sehenswürdigkeiten aus allen Weilroder Ortsteilen in einem Bild festgehalten hat. Das bildet nun den krönenden Abschluss des Buchs.

So sind 448 abwechslungsreiche Seiten entstanden. Von der Gründung Weilrods und der Gebietsreform 1972 und die Bevölkerungsentwicklung, Landwirtschaft, Trinkwassergewinnung, Naturkatastrophen über Tourismus, die Weilroder Feuerwehren, überörtliche Geschehnisse bis hin zu neuesten Ereignissen wie Dorfentwicklung, den Windradbau und den Glasfaserausbau kommt der Leser zu den 13 Ortsteilen. »Was ich besonders spannend fand, was mich fasziniert hat, waren die mafiösen Strukturen damals«, so die erst 1998 nach Weilrod gekommene Wahl-Altweilnauerin. Denn Ende der 1980er Jahre/Anfang der 1990er Jahre gab es einen Korruptionsskandal um Bauaufträge von Kommunen, dem auch ein Kapitel gewidmet ist.

Preußer hatte den Autoren zwar eine grobe Struktur für die einzelnen Kapitel mitgegeben, aber der eine oder andere hatte eigene Ideen. Und all das wurde von den beiden Lektorinnen Gundi Eschenröder und Karin Müller fünfmal durchgelesen. »Die taten mir leid, aber sie haben jedes Mal wieder etwas gefunden«, berichtet die Schriftleiterin. Nach dem dritten Korrektur lesen, fiel ihr selbst auf, dass die Liste der Neuweilnauer Ortsvorsteher fehlte. Also wurde wieder nachgearbeitet. »Wahrscheinlich haben wir im Endeffekt irgendetwas vergessen«, gibt Preußer zu.

Die grüne Farbe des Einbandes wurde gewählt, da einerseits das Grün in kaum einem der Weilroder Wappen zu finden ist, die ebenfalls den Einband schmücken. Andererseits ist das Grün aber Teil des modernen Weilroder Logos. Im Herbst wird es vom Geschichtsverein eine Vorstellung des Buches geben, zu der alle Beteiligten eingeladen werden.

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