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Markus Töpfer

Deponie-Geschäftsführer muss nach Finanzfiasko seinen Hut nehmen

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Markus Töpfer ist als Geschäftsführer der Rhein-Main Deponie GmbH (RMD), der Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR) und der Rhein-Main Deponienachsorge (RMN) abberufen worden. Er wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Beschlossen haben das die Gremien der Gesellschafter – einstimmig.

Die Opposition im Kreistag hatte schon lange gefordert, dass der Geschäftsführer der Rhein-Main Deponie GmbH (RMD), Markus Töpfer, seinen Hut nehmen soll. Gestern haben die Gesellschafter der RMD, der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis, beziehungsweise die Gremien der Gesellschafter von Rhein-Main Deponie GmbH (RMD), Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR) und Rhein-Main Deponienachsorge (RMN) die Reißleine gezogen und Töpfer abberufen. Er ist mit sofortiger Wirkung freigestellt.

In einer gemeinsamen Presseerklärung schreiben die beiden Kreise: „Die Gesellschafter sehen die Abberufung Töpfers als einen weiteren Schritt im Rahmen einer personellen Restrukturierung der RMD-Gruppe, die auch vorsieht, die Führungsebenen deutlich zu verschlanken.“ Was man so übersetzen könnte, dass es künftig nur einen Geschäftsführer geben soll. Bislang hat neben Töpfer und Dr. Mathias Bausback auch Heino von Winning diesen Titel.

Um Ruhe ins schwankende Schiff zu bringen, war im Juni 2018 von Winning bis Ende 2019 als Sprecher der Geschäftsführung bestellt worden. Seine Hauptaufgabe ist es derzeit, die dringenden Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Wie mehrfach berichtet, war das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage geraten und stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. „Das Sanierungsprogramm für die Gruppe sieht die Verschmelzung von RMD, RMN und MTR vor, um eine transparente Unternehmensstruktur zu schaffen“, heißt es dazu im Presseschreiben.

Laut Opposition mangelt es vor allem an Transparenz. Töpfer hatte auf dem Höhepunkt der RMD-Krise – derzeit müssen auf Kosten des Steuerzahlers noch vier Millionen Euro pro Jahr zugeschossen werden – keine oder zumindest keine ausreichenden Unterlagen im Finanzausschuss dabei und schien auch sonst wenig zur Aufklärung beitragen zu wollen. Das hatten seinerzeit die Grünen, die Freien Wähler und die Liberalen moniert.

Nun also ist Töpfer, der seit 2003 Geschäftsführer der RMD war, freigestellt. „Die Mitglieder des Aufsichtsrats und die beiden Kreise danken Markus Töpfer für seine langjährige Arbeit“, heißt es in der Mitteilung. Aber hinter den Kulissen brodelt es. Dem Vernehmen nach soll Töpfer noch gestern aus dem Handelsregister gestrichen worden sein.

Zudem hat die RMD-Krise auch eine juristische Komponente, genauer gesagt sogar zwei – nämlich eine dienstrechtliche und eine, die sich mit dem Thema Schadensersatz befasst. Was das Dienstrecht betrifft: Nach Informationen dieser Zeitung sollen sich die Gesellschafter und Töpfer bislang nicht über einen Auflösungsvertrag einig sein. Dem Vernehmen nach liegen die finanziellen Vorstellungen weit auseinander. Mit dem Thema Schadensersatz befassen sich derzeit ebenfalls Juristen. Im Raum stehen Schadensersatzklagen gegen Töpfer und den ehemaligen Mitgeschäftsführer Gerd Mehler wegen nicht genehmigter Ablagen und Verfüllung in Wicker. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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