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Kam als ?schwangere Auster? gut an: OB Hetjes.

Fasching

Der OB mit dem dicken Bauch

Karneval feiern die Jecken und Narren vor allem im Rheinland. Doch nicht nur die Hochburgen haben viel zu bieten. Ein abwechslungsreiches Programm gab es auch bei der Karnevalssitzung des Kirdorfer CV Heiterkeit.

Von LAURA SCHIRMER

Zum Auftakt für die Wochen des Frohsinns ging es bei der diesjährigen Fastnachtssitzung des Carnevalsvereins Heiterkeit 1919 hoch her. „Helau und Prost Neujahr!“ – mit diesen Worten lieferte der Sitzungspräsident Hans-Georg Zettlitzer vor den Gast-Narren im Bürgerhaus einen gelungenen Auftakt zur Fremdensitzung. Was dann folgte, war das Programm einer Narrentruppe, die das Publikum zu begeistern wusste: Musik, Tanz und Humor ließen die Vereinsmitglieder und Gäste jubeln.

Hauptperson des Abends war, so Zettlitzer, Lisa I. Gemeinsam mit ihrem Hofstaat und ihrer Hofdame Isabel Schaller trat sie das erste Mal bei einer Sitzung des Vereins auf und nahm den Vereinsorden entgegen. Auch sie kam nicht mit leeren Händen und überreichte Zettlitzer einen eingerahmten Stern des „Walk of Fame“ als Geschenk für die Heiterkeit.

Protokoller Dieter Schaller appellierte in seiner Büttenrede an alle Politiker: „Agiert gemeinsam, sucht die Konfrontation“ und sprach sich weiter für mehr Solidarität aus. Bundespolitisch bekamen vor allem Ursula von der Leyen – Stichwort Bundeswehr – und Angela Merkel – Stichwort Flüchtlingspolitik – ihr Fett weg. Aber auch in Bad Homburg hatte er einiges zu kritisieren. Die OB-Wahlen seien nicht schön verlaufen, „auf Fairness wurde gepfiffen“, so Schaller. Beim Thema Krankenhaus wurde viel gestritten und auf den Bus mussten viele Kirdorfer lange warten. So könne es nicht weitergehen, mahnte Schaller. „Gemeinsam stark für den Tourismus, das Kulturwesen und die Kur“, forderte er Wähler und Politiker auf.

Gastredner in diesem Jahr war OB Alexander Hetjes (CDU), der sich selbst „Mr. 61,5 Prozent“ nannte. Als schwangerer Mann trat er auf und wollte so seiner schwangeren Ehefrau Stefanie Dank und Solidarität zeigen. Denn: „Schwanger werden ist nicht schwer, schwanger sein schon“, so Hetjes. Im vergangenen Jahr sei sie für ihn da gewesen, jetzt werde er ihr zur Seite stehen – nicht nur beim Schwangerschaftskurs. Die wichtigste aller Fragen ließ er nicht unbeantwortet: Es wird ein Mädchen.

Das Programm hielt immer wieder Abwechslung bereit. Es wurde geschunkelt und die Garden des Vereins sowie die Ballettgruppen beeindruckten mit Können und Akrobatik. Eine besondere Überraschung war der Auftritt von Lena Sophie Conradi und Leon Thomas. Mit ihrem Showtanz bekamen die Siebenjährige und der Neunjährige kräftigen Applaus. Das Tanzpaar der Heiterkeit, Denise Kunzelmann und Marc Hett, bewies bei seinem Auftritt wie gewohnt Professionalität.

Die Büttenredner hatten die Lacher auf ihrer Seite. Bianca Conradi und Jasmin Hett gaben einen Einblick in die turbulenten Übungsstunden der Frauengruppen. Es werde trainiert, bis sich die Balken biegen, auch wenn der Boden manchmal glatt wie Seife sei. Uwe Paul erzählte als „Kirdorfer Vereinsdepp“ einen Witz nach dem anderen und wurde an diesem Abend für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Heiterkeit mit einer Urkunde und der silbernen Ehrennadel geehrt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft bekommt auch Wolfgang Buchholz eine Ehrung, er war jedoch nicht anwesend.

Dieter Schaller trat ein weiteres Mal mit Sandra Birkenfeld auf, dieses Mal als Ehegatte. Während er sich fragte, was sie als Hausfrau den ganzen Tag so mache, beschwerte sie sich über seinen Bauch, der viel schneller wachse, als sie den Kühlschrank mit Bier auffüllen könne. Für gute Stimmung sorgten zudem die Pitschedabbscher, die eine Hymne auf den Ebbelwoi sangen.

Auch die Frauengruppe wusste das Publikum zu begeistern. Zunächst in Bademänteln verkleidet, sang sie Hits von Wolfgang Petry, bis schließlich zwei als brasilianische Sambatänzerinnen auftraten und die anderen getreu dem Motto „Bunte Kirdorfer Fassenacht“ in bunten Kostümen auf der Bühne tanzten.

Eine Überraschung gab’s für Ilona Schell und Lothar Wehner: Seit 40 Jahren sind sie im Spielmannszug aktiv, Schell mit der Lyra, Wehner mit der Querflöte. Dafür erhielten sie eine Urkunde des Hessischen Musikverbandes.

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