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»Die Fusion ist gelungen«

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Nach der vollzogenen Fusion der Kirchengemeinden zur neuen Gemeinde Hausen-Westerfeld richten die Aktiven, hier Rainer Hennings (von links), Ina Zimmer, Gerlinde Wiesner und Adrienne Clark sowie Pfarrerin Ursula Trippel sehr zuversichtlich den Blick in eine gemeinsame Zukunft. © Ingrid Schmah-Albert

Neu-Anspach. Die Fusion der beiden bisherigen Pfarrgemeinden Hausen und Westerfeld zu einer neuen Gemeinde ist gelungen. Das ist das positive Fazit aus der bewegenden Zeit in den letzten Monaten, in der die Fusion von der ersten Idee des Zusammenschlusses bis zum tatsächlichen Vollzug sich entwickelt hat, mit Leben erfüllt und auch verwaltungstechnisch gestemmt wurde.

Zum gemeinsamen Gespräch mit dieser Zeitung trafen sich diese Woche Gerlinde Wiesner und Ina Zimmer vom bisherigen Hausener Kirchenvorstand sowie Adrienne Clark und Rainer Hennings vom bisherigen Westerfelder Kirchenvorstand und blickten mit Stolz auf das gemeinsam Geleistete, richteten den Blick zuversichtlich, ermutigt und motiviert in die kommende Zeit. Dabei hat der neu gebildete Kirchenvorstand dieser neuen Gemeinde noch einige Aufgaben zu stemmen.

Vor allem die Vakanz der Pfarrstelle seit dem Ausscheiden von Pfarrerin Beate Usener-Eichner im Oktober und die damit verbundene Ausschreibung gehört zu den Herausforderungen. Es sei aber auch eine Chance für einen echten und umfassenden Neuanfang, waren sich alle einig. »Kirche ist spannend und lebendig, man muss es nur wollen«, brachte es Wiesner auf den Punkt. Auch Pfarrerin Ursula Trippel, die derzeit noch in Vertretung der in Ruhestand verabschiedeten Usener-Eichner den neuen Kirchenvorstand begleitet, sieht sowohl in der Fusion als auch in der Neubesetzung der Pfarrstelle viel Potenzial für eine Belebung und Bereicherung.

Animositäten kein Thema mehr

Zwar sei klar und auch verständlich, dass einige Kirchenmitglieder noch etwas skeptisch auf die Neuerungen schauten, zumal historisch die beiden Dörfer Hausen und Westerfeld sich nicht immer ganz »grün« waren. Doch die uralten Animositäten der Dorfbewohner spielten heutzutage insbesondere bei der jüngeren Bevölkerung kaum mehr eine Rolle, zumal ja die beiden Kirchengemeinden bereits in den vergangenen Jahrzehnten schon vieles gemeinsam gestaltet haben.

Unter anderem gab es neben dem gemeinsamen Gemeindebrief auch viele gemeinsame Veranstaltungen, wie etwa den Kindertag oder Seniorennachmittage (zu denen gern auch mehr Westerfelder kommen könnten, wie Wiesner anmerkte) und auch der Kindergarten ist inzwischen ja zusammen gelegt. »Wir kannten uns ja schon längst untereinander und die Mitarbeitenden, wie zum Beispiel die Sekretärin, sind auch geblieben, da mussten wir keine neuen Stellen ausschreiben«, betonte Zimmer. Das habe alles viel leichter gemacht.

Daher sei die Idee eines Zusammenschlusses auch keineswegs abwegig, sondern eher logisch gewesen, als bereits im Dezember 2020 klar wurde, dass sich in Westerfeld zu wenige Kandidierende für den Kirchenvorstand gefunden hatten und somit ohne die Fusion die Regie der Westerfelder Gemeinde an den Dekanatssynodalvorstand gegangen wäre, wie Hennings erinnerte.

Obwohl man zuvor schon so vieles gemeinsam gestaltet hatte, seien doch auch viele Bedenken hochgekommen, so Wiesner mit Blick auf etliche, teils emotionale Diskusionen. Der Hausener Kirchenvorstand hatte befürchtet, dass der Löwenanteil der Aufgaben, vor allem bei der verwaltungstechnischen Abwicklung, an Hausen hängen bleiben würde. Für die Westerfelder wiederum sei es ein schmerzhafter Prozess des Loslassens gewesen, man habe zunächst noch versucht zu retten, was aber längst nicht mehr zu retten gewesen sei, blickte Clark zurück. »Der Zusammenschluss war nicht so holprig wie befürchtet«, zeigte sie sich froh über die Entwicklung und auch die Befürchtungen der Hausener Kirchenvorstände hatten sich nicht bewahrheitet.

Tatsächlich hatten alle mit großer gegenseitiger Wertschätzung auf Augenhöhe und mit großer Motivation und gutem Willen diese Herausforderung gemeistert, das sei beeindruckend und ermutigend, attestierte Trippel. »Die christliche Identität überwiegt die lokale, mit dem Dorf verbundene Identität. Die Kirche ist das Verbindende«, ist Trippel überzeugt.

Und die Kirchengebäude bleiben ja weiterhin bestehen und werden genutzt. In Westerfeld finden im Wechsel mit Hausen die Gottesdienste nach wie vor in der 300 Jahre alten Kirche statt. Nachdem das erste gemeinsame Weihnachtsfest mit unterschiedlichen Gottesdienstangeboten das Gemeindeleben sehr bereicherte, wollen die Kirchenvorstände noch viele weitere kreative Formate und Feste angehen. »Schön wäre es, wenn uns bei diesen Aufgaben noch mehr Menschen kreativ und aktiv unterstützen, zum Beispiel in einem Festausschuss«, so das Kirchenvorstandsteam. Um in der Gemeinde mitzumachen, müsse man kein Amt bekleiden.

Ganz offen wolle man Bestehendes überprüfen, dabei Bewährtes behalten und Neues entwickeln. Ganz fest ist geplant, ein erstes gemeinsames Gemeindefest der neuen Pfarrgemeinde zu organisieren.

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