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Die Kripo zieht von Homburg nach Oberursel

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Das Projekt Townus, das auf dem ehemaligen MKW-Gelände in Oberursel derzeit gebaut wird, soll die neue Heimat der Kriminalpolizei werden. © Red

Hochtaunuskreis (red). Noch ist das Projekt »Townus« nicht fertig, an der Frankfurter Landstraße lässt nur eine gewaltige Baugrube erahnen, dass dort künftig ein 50 Millionen Euro teurer Bürokomplex mit einer Nutzfläche von rund 13 000 Quadratmetern stehen wird. Einen weiteren prominenten Mieter konnte der Frankfurter Immobilienentwickler »Benchmark Real Estate« jetzt aber bereits vermelden:

Voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2024 wird die Kriminalpolizei Hochtaunus ihre Zentrale in dem Oberurseler Neubau unterbringen. Damit verabschiedet sich die Abteilung von den Räumlichkeiten in Bad Homburg, in denen die Kripo seit mehr als 30 Jahren untergebracht ist.

Der Hintergrund des Umzuges ist simpel. »Es ist ausschließlich eine Platzfrage gewesen«, sagt Polizeisprecher Michael Greulich. Die bisherige Zentrale in der Saalburgstraße sei an ihre Grenzen geraten, und da das Gebäude aus den 1980er Jahren nicht mehr hätte vergrößert werden können, musste ein neues Domizil gefunden werden. »Es gab eine öffentliche Ausschreibung, der Standort in Oberursel bekam den Zuschlag«, erklärt Greulich. »In dem anspruchsvollen Ausschreibungsprozess konnten wir die Qualitäten unseres Projektes darlegen und dabei insbesondere durch die Flexibilität der Planung punkten«, kommentierte Gregor Zehrer, Projektleiter bei »Benchmark«.

Polizeistation bleibt erhalten

Auch wenn der Umzug rein pragmatische Gründe hat, so kann man getrost sagen, dass demnächst eine Ära enden wird. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es in Bad Homburg die Stadtpolizei samt eigener Kripo-Abteilung. Parallel hatte auch die Landespolizei eine eigene Kriminalpolizei. Es folgte die Umstrukturierung sowie Zusammenlegung und letztlich ein bis Ende der 1980er Jahre in zwei Etappen vollzogener Umzug ins Polizeikommissariat an der Saalburgstraße. Betrachtet man den nun feststehenden Abschied nüchtern, so werden wohl alle Beteiligten als Gewinner aus dem Umzug hervorgehen.

Denn: Der Abschied hat für die Beteiligten mehrere Vorteile. Die Kripo Hochtaunus erhalte auf einer Fläche von 4300 Quadratmetern genügend Raum, um auch künftig allen an die Abteilung gestellten Anforderungen gerecht zu werden, so die Polizei. Speziell was den Arbeitsschutz anbelangt, seien die größeren Büros hilfreich. Gleichzeitig wird am alten Standort Platz frei für andere Bereiche, denn das Gebäude an der Saalburgstraße wird auch weiterhin als Bad Homburger Polizeistation genutzt. Und »Benchmark« kann nun bereits eine Auslastung von 50 Prozent für das Objekt »Townus« vermelden.

»Der Vertrag mit einem weiteren verlässlichen Mieter ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt«, betont Götz Hufenbach, geschäftsführender Gesellschafter von »Benchmark«. Zuvor hatte das Unternehmen mit der renommierten Fitness-Studio-Kette »Fitseveneleven« schon einen großen Mieter gewonnen. Mit weiteren Interessenten sei man aktuell in Verhandlungen, wie der Projektentwickler sagt - Namen verriet er allerdings keine.

Bald beginnt der Hochbau

Als Vorzüge der Immobilie »Townus« führt »Benchmark« die Mietfläche an, die flexibel in Einheiten ab 250 Quadratmeter unterteilt werden kann. Zudem legte man in der Konzeptionsphase bereits Wert auf lichtdurchflutete Räume und eine moderne technische Infrastruktur. Das Gebäude ist durch »WireScore« zertifiziert, was auf digitale Konnektivität hinweist. Zum Komplex wird nach Ende der Bauarbeiten ebenfalls ein Parkdeck mit 269 Stellplätzen sowie eine Tiefgarage mit 24 Parkplätzen und weiteren 15 Außenstellplätzen gehören. Dieser Aspekt ist für die Kripo Hochtaunus insofern wichtig, als dass man am neuen Standort auch mit eigenem Fuhrpark andocken wird.

Letztlich wird auf die Lage der Immobilie verwiesen: Über die Frankfurter Landstraße sei nicht nur die Main-Metropole, sondern auch das Autobahnnetz schnell erreichbar. Die unmittelbar vor dem Areal befindliche U-Bahn-Haltestelle »Oberursel-Bommersheim« und die nur wenige Gehminuten entfernte S-Bahn-Station rundeten die gute Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet ab, so die Immobilienfirma.

Ursprünglich sollten die Hochbauarbeiten schon 2020 beginnen, doch der Plan für das Projekt im Süden der Brunnenstadt geriet mehrfach in Verzug. Dass nun Schwung in die Sache kommt, lässt sich daran erkennen, dass dieser Tage ein Baukran aufgestellt worden ist.

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