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Die Liebe zum Werkstoff Holz…

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Familie Götz (rechts) schaut sich an den Ständen von Heidrun Vogelbacher-Kadel (links) und Helge Dörner nach Schmuck und Deko-Kränzen um. © Sabine Neugebauer

Weilrod-Neuweilnau (sng). Das Wetter meinte es mit den Ausstellern des kleinen Kunsthandwerkermarktes am Samstag an der Mappesmühle bei Neuweilnau nicht gut. Bei Regen und Kälte waren die Anbieter bis zum frühen Nachmittag fast unter sich.

Zum ersten Mal auf einem Kunsthandwerkermarkt dabei war Edgar Born aus Oberlauken. Als Rentner hat er sich jetzt der Drechselei verschrieben. Bereits während seiner aktiven Zeit als Postzusteller in Wernborn kam er dort mit dem Drechseln in Berührung: Einer seiner »Kunden« ließ ihn ab und zu über die Schulter schauen und dabei habe er »Blut geleckt«, erzählte er. Da auch schon sein Vater Zimmermann war, hatte Born schon früh die Verbindung zum Werkstoff Holz. Aber erst jetzt hatte er Zeit, sich selbst damit zu beschäftigen und machte einen Lehrgang bei Peter Gwiasda in Wehrheim. Auch über das Drechslerforum holte sich Born Anregungen und Tipps. Seine erste Maschine war »altertümlich und lebensgefährlich«, berichtete er, darum habe er sie schnell wieder abgegeben und sich besser ausgerüstet. Und so bot Born Schalen aus unterschiedlichen Hölzern, Dosen, die auch als Tierurnen geeignet seien, Frühstücksbrettchen und diverse Kleinigkeiten an.

Eine gute Bekannte von ihm, Ursula Konder aus Wernborn, traf er hier wieder, denn sie hatte ebenfalls einen Stand bestückt. Konder, die unter dem Label UKo-Art eine große Palette an künstlerisch gestalteten Dingen anbietet, hatte ihre neuesten Kreationen zur Mappesmühle mitgebracht. »In der Pandemiezeit hatte ich eine herrliche Ruhe, keiner konnte kommen«, blickte sie auf diese kreative Phase zurück.

In der Pandemie blüht Kreativitität

Schon vorher hatte sie sich Aquarellfarben gekauft, jetzt konnte sie damit herumexperimentieren. »Ich habe jeden Tag ein buntes Bild gemalt und gepostet«, erzählte sie, denn »die Welt brauchte Farbe«. Immer wieder habe sie darauf positive Reaktionen in den sozialen Medien bekommen. Unter anderem ist dabei ein mit anderen Künstlerinnen zusammen gestalteter Kalender herausgekommen: »Verrückt durchs Jahr mit Huhn und Hahn«.

Konder bietet auch immer wieder kreative Kinderbetreuung in den Ferien an. In den jüngsten Osterferien habe sie mit Kindern unter anderem T-Shirts gestaltet und etwas für Muttertag vorbereitet. »Ich habe alles außer Ölfarben im Haus«, schmunzelte sie, die Kinder könnten sich aus vielen Möglichkeiten etwas aussuchen. In den Sommerferien will sie das Thema Batik anbieten: »Dann können die Kinder mit Farbe herumplanschen«. Einige Batikmodelle hatte sie auch jetzt am Wochenende dabei.

Einen »Farbrausch« konnte man bei Karin und Detlef Wecke aus Weinbach erleben. Modeschmuck, gefilzte Elfen und Tiere hatten sie im Angebot, aber auch Upcycling ist ihr Thema. Aus alten T-Shirts und anderen Stoffen näht Wecke beispielsweise Waschlappen, Abschminkpads oder Windeleinlagen, was zur Müllvermeidung beiträgt. Und alles ist bunt, wie schon der Namen »Farbrausch« sagt. Aber auch bei Heidrun Vogelbacher-Kadel aus Frankfurt ging es bunt zu mit einem breiten Angebot an Schmuck aus Glasperlen. Und Helge Dörner hat allerlei Zutaten für ihre Trockenblumenkränze von Reisen aus der ganzen Welt mitgebracht. Mit Liebe zum Detail hat sie die Blumen-Deko gestaltet. Nebenan hatte Jutta Giebel ihre Glückswächter aus Holz ausgestellt, aber auch lustige Häkeltiere: Bärchen, Häschen aber auch einen Tiger.

Häkeltiere und Trockenblumen

Vor etwa zehn Jahren hat Antje Weber-Gläßer mit dem Nähen begonnen und das Hobby intensiviert, um sich sinnvoll zu beschäftigen, nachdem ihr Sohn an Leukämie verstarb. Zusammen mit ihrem Mann Michael Gläßer bot sie selbst genähte Baby- und Kindersachen an.

Aus Biskirchen, zuletzt durch das dolle Dorf bekannt geworden, war Rudi Dittrich angereist und bot seine modernen Holzskulpturen an. Für Sonntag hofften die Aussteller auf besseres, zumindest trockenes Wetter, damit sich mehr Interessierte auf den Weg zur Mappesmühle machten.

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