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Die persönliche Begegnung zählt

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Die beiden Bürgermeister Roland Seel (links) und Roland Martin (hier mit dem sieben Jahre alten Battiste, einem Freund der Familie) haben viele Ideen für die Partnerschaft. © romahn

Gerade wurde in Grävenwiesbach die Partnerschaft mit Wuenheim im Elsass gefeiert. Nach drei Jahren ohne Begegnung war der Besuch von 40 Gästen und der klangvolle Jubiläumsgruß des 99 Jahre alten Musikvereins "Esperance" eine erfolgreiche Fortsetzung der deutsch-französischen Freundschaft. Im Gespräch mit Mitarbeiter Andreas Romahn resümieren die Bürgermeister Roland Seel und Roland Martin die Eindrücke der Begegnung und blickten voraus in die Zukunft der Partnerschaft und die Wiederaufnahme der Jugendbegegnungen.

Was bleibt von der Partnerschaftsfeier 2022 in Erinnerung?

Roland Seel: Ich bin für die Partnerschaft wirklich froh, dass wir uns jetzt wieder gesehen haben. Alle anderen Kontakte in den letzten drei Jahren können die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Das war eine tolle Sache, denn es ist eingetreten, was wir uns erhofft hatten. Es gab so viele Gespräche und so viel Miteinander. Damit haben wir die letzten beiden Jahre aufgeholt.

Roland Martin: Es war toll, endlich wieder zusammenzukommen. Mit unserer gemeinsamen Feier haben wir gesehen, was uns gefehlt hat. Fünf Jubiläen in Grävenwiesbach zu feiern, war für mich eine schöne Überraschung. So ein tolles Programm an einem Tag zu veranstalten. Mit dieser Feier haben wir die drei Jahre Pause in der Begegnung schon vergessen. Roland Seel hatte ein bisschen Stress, aber es hat alles super geklappt. Danke an alle, dass wir uns wieder getroffen haben.

Was sind die Erkenntnisse der letzten beiden Jahre während der Pandemie, wie geht es weiter mit der Partnerschaft?

Seel: Fehlende Begegnung geht einmal, aber nicht auf Dauer. Das Spontane muss wieder stärker gelebt werden. Deswegen brauchen wir Begegnungen an festen Terminen wie zum Beispiel dem Weinfest in Wuenheim. Die feierliche Übergabe der Feuerwehrführung von Jean-Marc Weber an Stephane Arnold war auch so ein Termin. Die Treffen müssen noch stärker in den Vordergrund rücken. Wir hatten alle fünf Jahre Verschwisterungsjubiläen. Also ist das 45-Jährige in Wuenheim. Wir müssen das manifestieren. Wir wollen aber auch die jungen Leute begeistern.

Das Weinfest in Wuenheim wurde neu gestaltet und bietet jetzt eine kulinarische Rundwanderung. Wir brauchen neue Ideen. 2025 wird in Wuenheim und 2030 in Grävenwiesbach gefeiert. Das ist übrigens auch das 750-jährige Jubiläum der Gemeinde Grävenwiesbach. Ich bin glücklich, dass die junge Generation heute bei der Feier da war. Das sind Fernziele, aber wir müssen jetzt schon schauen. Wir beide müssen das jetzt fördern.

Martin: Es wird weiter Bürgermeister in beiden Orten geben. Die Partnerschaftsvereine leben. Sie verstehen sich gut. Es braucht nicht immer eine offizielle Begegnung, sondern es gibt auch guten direkten Kontakt der Vereine zum Beispiel in beiden Feuerwehren. Das Fest heute ist eine schöne Erinnerung. Viele Grävenwiesbacher haben mir gesagt: Wir wollen wieder nach Wuenheim kommen.

Wie soll es in Zukunft weiter mit den Jugendbegegnungen gehen?

Seel: Natürlich fehlen drei Jahre, in denen sich die Jugendlichen nicht gesehen haben, aber es gab viele Kinder hier bei der Jubiläumsfeier. Wir sollten 2023 fortsetzen. Es muss aktiv Werbung gemacht werden, vor allem an den Schulen und in den Vereinen. Wir müssen das machen.

Martin: Die junge Generation sagt Ja zu Jugendbegegnungen. Wir haben eine Übersicht erstellt, aus der sich ergibt, dass viele Jugendliche das wollen. Wir müssen jetzt etwas tun. Die Jugendlichen warten.

Wir sollten es dieses Jahr auf den Weg bringen. Ich bin dafür, über weitere Initiativen nachzudenken. Zum Beispiel könnten wir einen Schüleraustausch organisieren, bei dem die vierten Klassen der jeweiligen Gemeinde zusammen in der Jugendherberge übernachten.

Eine weitere Idee wäre die Pflanzung eines Freundschaftswaldes. Das Thema Natur ist wichtig, und wir leisten einen nachhaltigen Beitrag für die Partnerschaft. Es soll heißen: Das ist unser Freundschaftswald. Jede Schulklasse gibt das Projekt an die jeweils nächste weiter für die ganze Schule. Damit identifizieren sich alle mit dem Freundschaftswald. Im Übrigen schlage ich vor, dass auch die Erwachsenen neue Partnerschaftsprojekte entwickeln. Zum Beispiel könnten wir in beiden Gemeinden Weinseminare veranstalten und gemeinsame Interessen für neue Begegnungen nutzen. Grävenwiesbach ist schon sehr weit bei den erneuerbaren Energien. Bei uns wurden Windkraftprojekte bisher nicht realisiert. Wir könnten die Windräder in Grävenwiesbach besuchen.

Wie sieht die langfristige Zukunft der Partnerschaft aus?

Seel: Wir wollen bereits jetzt das Jubiläum 50 Jahre Partnerschaft und 750 Jahre Grävenwiesbach planen.

Martin: Man muss früh langfristige Ziele haben. Ich erinnere mich noch, wie ich als junger Mann 1980 zur Gründung der Partnerschaft anlässlich der 700-Jahr-Feier in Grävenwiesbach war.

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