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»Die Stadt ist schuld«

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Das Grundstück von Karin Herzberger auf dem Waldzeltplatz wird penibel in Ordnung gehalten - im Gegensatz zu den Flächen der Stadt, wie sie kritisiert. © Red

Usingen-Eschbach. Die derzeitige Debatte um den Waldzeltplatz in Eschbach wird munter weitergeführt. In einem Schreiben und im Gespräch hat sich nun auch die Grundstücksbesitzerin Karin Herzberger aus Köppern zu Wort gemeldet, ebenso wie ihre Pächter Isabelle und Dieter Herzog, die nicht mit der ganzen Darstellung der Zustände einverstanden sind. Zumal sie die Schuld auch beim Vorstand des Vereins und der Stadt sehen, gerade wenn es um die Flächen im oberen Bereich geht.

Denn von den wenig erbaulichen Zuständen mancher Areale im oberen Bereich seien gerade die von der negativen Darstellung betroffen, die sich im unteren Areal sehr um Grundstücke und Zustände kümmerten. Herzberger nimmt auch den Vorstand aufs Korn, der die Interessen der kleinen Eigentümer ignoriere, aber die Verwahrlosung der Grundstücke der Stadt vorsätzlich übersehe oder hinnehme.

Strom nicht das größte Problem

Denn die Stadt sei der größte Flächeneigentümer auf dem Zeltplatz. Gerade sie, also die Stadt, habe die Betreuung und Überwachung der eigenen Pächter unterlassen. »Es ist also nicht schwer nachzuvollziehen, wer für den derzeitigen Zustand verantwortlich ist«, so Herzberger.

Der Vereinsvorstand aber lasse sich von der Stadt dermaßen vorführen, dass es schon fast lächerlich sei. Herzberger: »Gerade, was diesen Aspekt betrifft, gilt: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.« Denn die Tatenlosigkeit der Verpächterin Stadt habe Auswirkungen auf alle gepflegten Flächen. Was die Camperklause betrifft, sei es durchaus auch möglich, einen Imbisswagen oder im Haus einen kleinen Imbiss selbst einzurichten. Auch der Strom selbst sei wohl nicht das große Problem. »Beim letzten Pächter ist dann den Verantwortlichen erst nach Abschluss des Pachtvertrages aufgefallen, dass die Auffassungen zu verschieden waren«, meinte Herzberger ironisch.

Was die Daueraufenthalte betrifft, so sieht sie die Schuld alleine bei der Stadt: »Wer hat denn verpasst, seinen Pächtern mit fraglich sozialem Hintergrund die ungewollte Anmeldung einer Dauerbleibe zu verbieten? Das zeigt, wie sich der Verpächter um Pächter und Grundstücke kümmert.«

Die jetzigen Nutzer und Eigentümer der Flächen, die in Ordnung gehalten würden, hätten Angst um ihren Rückzugsort. »Der Zustand ist nicht hinnehmbar, wir fordern den Vorstand auf, dem Hauptverursacher des Chaos’ - also die Stadt - endlich eine deutliche Ansage zu machen. So könnte man dann den Waldzeltplatz auch wieder in ein besseres Licht rücken.« Auch die Pächter Herzog fühlen sich durch die Darstellungen nicht richtig dargestellt, denn es gebe viele Grundstücke, die top in Ordnung gehalten würden. Die Stadt als Großverpächter habe in der Vergangenheit immer die Chance gehabt, die Wertigkeit des Platzes zu verbessern, akzeptiere aber marode Hütten.

Camperklause schon lange marode

Und was den Daueraufenthalt von Pächtern betrifft, betonte Dieter Herzog: »Laut Bundesmeldegesetz kann sich jeder in Absprache mit dem Verpächter anmelden und hier wohnen.« Eine ungewollte Anmeldung ohne Einwilligung des Pächters sollte es nicht geben.

Auch bei der Darstellung der Zustände der Camperklause müsse man noch ergänzen: »Schon vor Ableben des vorletzten Betreibers waren die Gaststätte nebst Minigolfplatz sanierungsbedürftig und schwer marode. Und leider achten auch viele andere Verpächter nicht auf die Einhaltung der Platzordnung, die auch Mülltrennung vorsieht, ebenso wie das Sauberhalten der sanitären Anlagen.«

Es sei nur den Platzwarten zu verdanken, dass der Platz nicht noch mehr in Mitleidenschaft gerate. Man solle künftig als Verpächter - ob Stadt oder privat - mehr darauf achten, wen man als Pächter einziehen lasse. Das fördere ein selbstverantwortliches Miteinander auf dem Areal.

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