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Früher konnten sich die Kommunen bei der Vermarktung ihres Holzes auf den Hessen Forst verlassen. Das ist nach einer Entscheidung des Kartellamtes nicht mehr möglich ? daher schließen sich nun etliche Städte und Gemeinden zu einem Verbund zusammen.

Forst

Diese Taunus-Kommunen machen künftig ihr eigenes Holz

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20 Kommunen aus fünf Taunus-Landkreisen stehen seit Freitag be-reit, ihr Holz künftig gemeinsam zu vermarkten. Sie reagieren damit auf eine kartellrechtliche Entscheidung, die dem Landesbetrieb Hessen-Forst den Verkauf kommunalen Holzes künftig verbietet.

Von Januar 2019 an darf der Landesbetrieb Hessen Forst das Holz seiner kommunalen Kunden nicht mehr vermarkten, das Bundeskartellamt will es so und begründet den Einschnitt mit der Wahrung des Wettbewerbs. Das bedeutet, dass die Waldbesitzer ihr Holz künftig selbst verkaufen müssen. Da Kommunen alleine jedoch Probleme haben dürften, Zugang zum volatilen Holzmarkt zu finden, werden sich nun interkommunale Holzvermarktungsorganisationen (HVO) bilden – mit dem Ziel, möglichst große Lose zu schnüren.

Im Taunus ist man damit schon sehr weit gediehen: Eine HVO mit 20 Kommunen der Landkreise Hochtaunus, Maintaunus, Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus und Wetterau ist bereits in Gründung. Vertreter der Kommunen haben sich am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus von Weilrod-Riedelbach auf Einladung des Weilroder Bürgermeisters Götz Esser (FWG) und seines Weinbacher Kollegen Jörg Lösing (unabhängig) auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Die beiden Rathauschefs werden auch der fünfköpfigen Arbeitsgruppe angehören, die noch offene Fragen klären soll. Dabei geht es auch um die Rechtsform der HVO: Zweckverband, GmbH, Gesellschaft öffentlichen Rechts – alles ist möglich.

Esser sagte auf Anfrage, man habe zwar zunächst mit mehr Partnern gerechnet, zumal sich 30 Bürgermeister zu einem ersten Sondierungstreffen im August getroffen hatten. Die nun gefundene Größenordnung von 20 sei aber ein äußerst respektables Ergebnis, zumal sich auch noch andere Städte und Gemeinden anschließen können.

Struktur und Geschäftsführung der HVO stehen bereits weitestgehend. Auch gibt es schon konkrete Vorstellungen zur Erst- und Grundausstattung, etwa was die Vermarktungssoftware oder die Fahrzeug- und Geräteausstattung anbelangt. Alles sei darauf ausgelegt, eine bestmögliche Wertschöpfung zu erreichen, da davon auch der vom Land Hessen avisierte Zuschuss abhänge, so Esser. Das Land, wie auch Hessen Forst hätten den Kommunen bei der Entwicklung neuer Vermarktungsstrategien Unterstützung zugesagt. Im Geschäft mit den Kommunen wird Hessen Forst weiterhin bleiben, da die Gerichtsentscheidung nur die Vermarktung „ab Waldweg“ betrifft, nicht aber die Beförsterung, zu der auch das Fällen sowie die Forsteinrichtung gehören.

Gründungsmitglieder werden Bad Soden, Butzbach, Eppstein, Eschborn, Friedberg, Friedrichsdorf, Glashütten, Grävenwiesbach, Hofheim, Kelkheim, Kronberg, Neu-Anspach, Ober-Mörlen, Rosbach, Schmitten, Sulzbach, Waldems, Wehrheim, Weilrod und Weinbach sein. Damit entsteht, mit Ausnahme Weinbachs als nördlichster Kommune, ein zusammenhängendes Gebiet mit einer Holzbodenfläche von 21 958 Hektar. Den größten Anteil daran hat Weilrod mit 3100 Hektar, den kleinsten Sulzbach mit 158 Hektar. Sulzbach liegt damit knapp über der 100 ha-Grenze, ab der die Holzvermarktung nicht mehr von Hessen Forst angeboten werden darf. Steinbach liegt mit 90 Hektar darunter, darf also bei Hessen Forst bleiben. Man rechnet mit 122 825 Festmeter (fm) pro Jahr. Auch hier liegt Weilrod mit 15 315 fm an der Spitze, Schlusslicht auch hier Sulzbach mit gerade mal 620 fm.

Die neue HVO muss nicht zwingend zum 1. Januar 2019 an den Start gehen: „Das wäre auch sehr sportlich. Hessen Forst darf noch Verträge abschließen, muss diese aber bis September 2019 abwickeln, spätestens dann sind wir dran, es dürfte aber schneller gehen“, gab Esser sich zuversichtlich, bereits im Frühjahr 2019 starten zu können.

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