Direktzug nach Friedberg

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Zwischen Friedrichsdorf und Bad Homburg wird das Fahrgastaufkommen im ÖPNV extrem steigen. Ein neuer 15-Minuten-Takt der S 5 sowie die Verlängerung der RB 16 (Friedberg – Friedrichsdorf) bis Bad Homburg sollen Entlastung bringen.

Planspiele und verkehrspolitische Forderungen zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Hochtaunuskreis gibt es zuhauf. Doch was sich wann realisieren lässt, ist noch immer nicht entschieden.

Entsprechend groß waren die Erwartungen der Grünen im Hochtaunuskreis beim ersten öffentlichen Auftritt des neuen Geschäftsführers des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT), Frank Denfeld, bei der Grünen-Mitgliederversammlung. „Ein guter ÖPNV ist seit jeher der Herzenswunsch von uns Grünen“, begründete Vorstandsmitglied Christof Fink die Einladung des 46-jährigen Verkehrsexperten.

Tatsächlich konnte Denfeld – neben dem bekannten Sachstand bei der geplanten Elektrifizierung der Taunusbahn – mit einer faustdicken Überraschung aufwarten. „Die RMV-Linie RB16 Friedberg – Friedrichsdorf wird bis Bad Homburg verlängert“, sagte Denfeld. „Das ist nötig, um das weiter steigende Fahrgastaufkommen zwischen Friedrichsdorf und Bad Homburg bewältigen zu können.“

Alleine zwischen Friedrichsdorf und Bad Homburg gehe man in den nächsten Jahren von einem Zuwachs von sage und schreibe 3000 Fahrgästen pro Tag aus. Mit dem aktuellen 30-Minutentakt der S5 und der im Fahrplan um eine Viertelstunde versetzt – ebenfalls halbstündlich – verkehrenden Taunusbahn sei bereits heute das Fahrgastaufkommen in den Stoßzeiten nicht zu bewältigen.

Doch selbst die durch die Verlängerung der S-Bahn dann mögliche Kapazitätssteigerung der Sitzplätze reiche nicht aus. „Deshalb planen wir einen zusätzlichen S-Bahn-Pendelverkehr zwischen Friedrichsdorf und Bad Homburg. Dadurch entsteht dann ein echter 15-Minutentakt der S-Bahn“, berichtete der Fachmann.

Durch die zusätzliche Verlängerung der RB 16 (Friedberg – Friedrichsdorf) bis Homburg wird sogar ein noch häufigerer Zugverkehr möglich. Aber: „Eine Elektrifizierung dieser Strecke für einen S-Bahn-Betrieb ist wegen zu hoher Kosten nicht geplant“, so Denfeld.

Für die Taunusbahn wird diese Frage hingegen anders beantwortet. „Der RMV hat die Kosten untersucht. Wegen des hohen Fahrgastaufkommens bis Usingen rechnet sich hier eine Elektrifizierung“, sagte Denfeld ganz klar. „Die Entscheidung darüber muss allerdings rasch erfolgen, weil bei der für den Fahrplanwechsel 2019 anstehenden neuen Ausschreibung der Taunusbahn bis Herbst dieses Jahres die Frage der eingesetzten Fahrzeuge geklärt sein muss.“

Von den für die Elektrifizierung veranschlagten Gesamtkosten von 20 Millionen Euro (plus Planungskosten) müsse der VHT lediglich sieben oder acht Millionen tragen. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Usingen und Brandoberndorf sicherte Denfeld den Erhalt des mit Diesel betriebenen Zugverkehrs ebenso zu wie den Verbleib der Direktzüge aus dem Usinger Land zum Frankfurter Hauptbahnhof.

Die Verlängerung der U2 von Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof wird vom neuen VHT-Geschäftsführer ebenso befürwortet. „5000 Fahrgäste können dadurch täglich mit der U-Bahn ab Bad Homburg nach Frankfurt abfließen“, so Denfeld. „Das entlastet den S-Bahn-Verkehr deutlich. Eine Landesförderung für diesen Ausbau ist garantiert“. Der aktuelle Planungsstand der Regionaltangente West war kein Thema.

Siehe dazu auch unsere Berichterstattung auf Seite 17.

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