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»Dolles Dorf« Neuweilnau ist spontan vielfältig

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Bürgermeister Götz Esser (r.) wird von hr-Moderator Jens Kölker und seinem Team informiert. © Sabine Neugebauer

Eine Hauruck-Aktion war gefragt, nachdem der Weilroder Ortsteil Neuweilnau am Donnerstagabend im HR-Fernsehen als »Dolles Dorf« aus dem Lostopf gezogen wurde, denn schon am Freitagmorgen gingen die Dreharbeiten los. Dabei zeigten die Weilröder die erstaunliche Vielfalt des Heimatortes ihres Bürgermeisters.

Weilrod-Neuweilnau. Noch in der Bauausschusssitzung am Donnerstagabend erreichte Bürgermeister Götz Esser die Nachricht, dass sein Heimatdorf Neuweilnau für die »Hessenschau«-Aktion »Dolles Dorf« des Hessischen Rundfunks gezogen wurde. Sobald wie möglich verabschiedete er sich, um seine Mitbürger bei der Planung zu unterstützen.

Schon gegen 21 Uhr hatten sich gut 20 Neuweilnauer spontan im Dorfgemeinschaftshaus zusammengefunden, um Ideen zu sammeln. Auch »Schlossherr« Thomas Götz von Hessen Forst hatte sich bereit erklärt mitzuwirken, und auch der Erbauer der Waldkugelbahn, Stefan Bommersheim, hatte sich eingefunden. Nur eine halbe Stunde später traf auch das HR-Team, bestehend aus Redakteur Jens Kölker mit Kameramann Marcus Bär, Jens Lupek für Licht und Ralph Ganswindt für Ton ein.

Neuweilnau stellt eine lange Liste an Ideen vor

Eine lange Liste an Ideen stellten die Neuweilnauer unter Leitung von Ortsvorsteher Volker Seel dem Team vor: Bierbrauerstammtisch, Tonstudio »Super Studio«, Melis Gnadenhof, Laubmännchen, die Dorfgemeinschaft, das Schloss, den Garten der Versuchung, die Dexter-Rinder von Martin Schneider, Schafhalter Karl-Klaus Brendel, Agility-Trainerin Kerstin Weller mit ihren Hunden, das Riedelbachtal und den Schnepfenbachweiher mit dem Erlebnis Wasser, Musiker Arun Kumar.

Kölker konnte wegen der pandemiebedingten Vorgaben und Regeln allerdings nur Aktionen auswählen, die draußen vonstatten gehen konnten, manches passte jahreszeitlich nicht und andere Akteure waren so schnell nicht aufzutreiben. Und so stellte er am Abend noch seine Liste mit sechs Programmpunkten zusammen, die am Freitag in engem Stundentakt abgearbeitet wurden.

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Ilse-Traut Scheffle (links) füttert ihre Rinder vor laufender Kamera. © Sabine Neugebauer

Start auf der Rinderweide, anschließend zum Baumpflanzen in den Wald

Am Freitagmorgen wurde das Fernsehteam zunächst vom lautstarken Muhen der Kühe begrüßt, denn als Erstes stand ein Besuch bei den 17 Dexter-Rindern von Ilse-Traut Scheffler und Martin Schneider an. Wie Schneider erläuterte, seien die Dexter-Rinder in Irland zur Versorgung von Landhausbesitzern als Zweinutzungsrasse gezüchtet worden. Und jetzt würden sie vor allem für die Landschaftspflege eingesetzt. Scheffler rief jedes Rind bei seinem Namen und kuschelte ein wenig mit ihnen. Auch wegen dieser engen Bindung falle es ihr schwer, das Fleisch der Jungbullen zu essen, wenn sie dann mit drei Jahren geschlachtet werden, gab sie zu.

Als Nächstes war die schnell auf die Beine gestellte Baumpflanzaktion des Forstamtes Weilrod an der Reihe. Im Schlosshof versammelten sich zahlreiche Neuweilnauer Bürger und Forstamtsleiter Jörg Deutschländer-Wolff erläuterte, warum überhaupt gepflanzt werden soll. Zusammen fuhr die ganze Karawane mit den Forstamtsmitarbeitern Thomas Götz, Uwe Neun und Max Giesler ins Wobachtal, wo bereits junge Bergahorne und Schwarznüsse im Einschlag warteten. Der Bürgermeister kam mit Fleischwurst und Brötchen für die freiwilligen Helfer nach - und wurde sogleich von Kölker zu den Waldschäden interviewt. Die übrig geblieben Pflanzen versorgte Revierförster Michael Knebel dann noch.

Denn schon ging es für das HR-Team weiter zur Waldkugelbahn, die Stefan Bommersheim im Auftrag der Gemeinde Weilrod für den Bereich »Erlebnis Wasser« im Riedelbachtal gebaut hat.

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Für die Pflanzaktion gibt es vorab Instruktionen des Forstamtes. © Sabine Neugebauer

Etliche Kilogramm »Wetzstaa-Klöß« zur Stärkung

Zu Mittag war eine Stärkung angesagt. Schon ganz früh morgens hatten Tatjana Später-Esser und Silvia Johns begonnen, Kartoffeln zu schälen, denn sie planten zum Mittagessen »Wetzstaa-Klöß«, die traditionell mit ausgelassenem Speck, gedünsteten Zwiebeln und einer Milchsoße serviert werden. Und so mussten acht Kilo Kartoffeln, zweieinhalb Kilo Zwiebeln, sowie je zwei Kilo Speck und Dörrfleisch vorbereitet werden, um die rund 15 Neuweilnauer und das Fernsehteam zu versorgen.

Gemäß dem Motto »Nach dem Essen sollst du ruhen oder 1000 Schritte tun« ging es anschließend sportlich zu, denn Agility-Trainerin Kerstin Weller hatte für ihre Border-Collies Spökes und Hoss einen Parcours aufgebaut. Tunnel, Wippe oder auch Slalom absolvierten die Hunde mit Begeisterung.

Als Abschluss hatte sich das Fernsehteam noch den Gitarristen Arun Kumar aus der Liste ausgesucht. Zusammen mit Lebensgefährtin Meike Kolodziejczyk brachten sie das Neuweilnau-Lied dar.

Beitrag am Samstag in »Hessenschau«

Am Samstagabend in der »Hessenschau« (ab 19.30 Uhr) wird der etwa fünfminütige Beitrag zum »Dollen Dorf« Neuweilnau ausgestrahlt - es sei denn wichtige aktuelle Nachrichten kommen dazwischen, wie Kölker bereits am Donnerstagabend für den Fall eines Falles vorwarnte. Doch selbst wenn: Aufgeschoben wäre nicht aufgehoben.

Sabine Neugebauer

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