Bauprojekt

Doppelhalle in Ober-Eschbach soll 2023 fertig sein

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Zwei aufeinander gestapelte Hallen für zwei Stadtteile: Die Stadt will rund 20 Millionen Euro in das neue Sportzentrum Süd investieren. Der Neubau rückt in Richtung Sportplatz und lässt so Platz für die Vereinshalle der TSG Ober-Eschbach.

Abreißen und neu bauen, sanieren, Sanierung mit Anbau – in den vergangenen Jahren wurde in Sachen Albin-Göhring-Halle so manche Sau durch Ober-Eschbach getrieben. Jetzt scheint endlich eine tragfähige Lösung gefunden zu sein. Was diese Zeitung bereits vorab berichtet hatte, ist jetzt vom Magistrat einstimmig verabschiedet worden: Anstelle der alten Albin-Göhring-Halle tritt – einige Meter in Richtung Sportplatz verschoben – eine neue doppelte und übereinander gestapelte Dreifeldhalle. Die Stadt rechnet mit Kosten von 19,7 Millionen Euro. Mit dem Projekt sollen sowohl Kapazitäten für den Sport in Ober-Eschbach als auch für den TV Gonzenheim geschaffen werden.

„Ein Handeln war überfällig“, erklärte OB Alexander Hetjes (CDU) gestern. Denn nicht nur der allgemeine Zustand der Halle sei äußerst marode, vor allem der Bodenbelag sei in einem so schlechten Zustand, dass man die Halle in absehbarer Zeit nicht mehr für den Sport freigeben werden könne. Hetjes: „Daher macht es überhaupt keinen Sinn, jetzt nochmals 200 000 bis 300000 Euro in einen neuen Bodenbelag zu investieren.“

Wie berichtet, rutscht der geplante Neubau näher an den Sportplatz am Massenheimer Weg heran. Die untere Halle soll eine Tribüne für rund 350 Zuschauer erhalten. Diese Fläche erreicht man durch ein Foyer, von dem auch noch ein Raum abgeht, der für Veranstaltungen oder als Gymnastikfläche genutzt werden soll. Die zweite Halle liegt ein Stockwerk höher, die Umkleiden und Geräteräume befinden sich im jeweiligen Geschoss. Durch die Verschiebung des Gebäudes soll auch der Sportplatz, der rund acht Meter über Straßenniveau liegt, an die Halle angeschlossen werden. Separate Umkleiden sind dabei ebenso vorgesehen wie ein Vereinsbereich für die Fußballer.

Sofern auch die Stadtverordnetenversammlung am 21. Juli für die doppelte Dreifeldhalle stimmt, könnte das Vergabeverfahren direkt in Gang gesetzt werden. Allerdings nimmt die europaweite Ausschreibung für Planung und Bau eine gewisse Zeit in Anspruch. Daher rechnet Enzo Spadano vom Gebäudemanagement der Stadt, dass mit dem Abbruch der jetzigen Halle erst Mitte 2020 begonnen werden kann. „Der Abriss wird etwa ein halbes Jahr dauern, so dass die Grundsteinlegung für das Frühjahr 2021 vorgesehen ist“, so Spadano weiter. Geht alles glatt, können die Sportler aus Ober-Eschbach und Gonzenheim 2023 die neue Halle nutzen. Der bisherige Bolzplatz hinter der Halle, die arg in die Jahre gekommenen Umkleideräume des Sportplatzes sowie die Hausmeisterwohnung soll es künftig nicht mehr geben. Auch von der Idee, das Jugendzentrum in die Planungen einzubeziehen, hat man mittlerweile Abstand genommen.

In den Augen von OB Hetjes eine „gute und zukunftsweisende Lösung“ – die auch das Thema Parkfläche nicht ausschließt. So soll die Stellplatzkapazität von aktuell 86 auf rund 240 erweitert werden. Dafür wird zum einen das bisherige Rollschuhfeld dem Parkplatz zugeschlagen. Zum anderen sollen auch auf der anderen Straßenseite, direkt an der Halle Stellplätze geschaffen werden.

Die Planung der Stadt lässt zudem Platz für eine Vereinshalle der TSG Ober-Eschbach, die im Falle eines Neubaus ihre alte Halle in der Ober-Eschbacher Straße aufgeben würde. Der TSG-Neubau würde vor der Doppelhalle platziert werden – ungefähr dort, wo sich heute die leerstehende Gastronomie befindet. „Wir stellen das Grundstück und geben einen Zuschuss, der Rest ist Sache der TSG“, erklärt Hetjes. Unter der TSG-Halle könnte – auf Wunsch des Vereins – ein Schießstand realisiert werden. Zudem soll genügend Platz vorhanden sein, um neben der eigentlichen Halle auch Räumlichkeiten für den Verein, Versammlungen und für Gastronomie einzurichten. Die beiden Hallenneubauten sollen später mit einer Hochterrasse, unter der geparkt werden kann, miteinander verbunden werden.

Und auch an den TV Gonzenheim wurde – zumindest – gedacht. Es wird zwar weder auf der Langen Meile noch an der Pappelallee eine neue Halle geben, dafür soll aber auf dem Sportplatz eine Gymnastikhalle errichtet werden – gemeinsam mit einer an dem Standort geplanten Kita.

2012 hatte die Stadt die Sanierung der Göhring-Halle ausgesetzt, das Thema Neubau wurde zurückgestellt, da man sich zwischenzeitlich auf einen Hallen-Neubau in Gonzenheim kapriziert hatte. Als sich abzeichnete, dass dieses Projekt sowohl kurz- als auch mittelfristig nicht umsetzbar sein würde – unter anderem hatten sich Anwohner zu einer Bürgerinitiative zusammengefunden – waren die Planungen in Ober-Eschbach wieder aufgenommen worden.

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