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Rudolf Quednau, Ulrike Simon, Elke Lischke und Ruth Rautjahr (von links) erinnern sich noch gut an die 1966 eingeweihte Schule, zur Einweihung der neuen, 2005, hat Elke Ratjahr ein Bild von der alten Kastanie gemalt. Die Waage ist ein Überbleibsel aus alter Zeit. Sie wird heute noch verwendet.

Jubiläumsfest

Dornbachschule feiert Geburtstag

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Schüler, Lehrer und Eltern freuen sich schon aufs Jubiläumsfest: Im Juli wird der 50. Geburtstag der Dornbachschule gefeiert. Die Schule, wie sie 1966 eingeweiht wurde, steht längst nicht mehr. Sie musste 2005 einem modernen Neubau weichen. Die Umgebung ist noch immer idyllisch.

Lange war sie nicht Volksschule mit Klassen von eins bis acht. Schon von 1966 an, nach einer Schulreform und einem Kurzschuljahr, war die heutige Dornbachschule nur noch Grundschule. Viele Utensilien gibt es aber noch aus der Zeit, als auch Ältere hier lernten. Eine Schmetterlingssammlung, eine Waage und ein Skelett gehören dazu, wie sich Rudolf Quednau erinnert.

Der ehemalige Schüler blickt gemeinsam mit früheren Lehrern zum 50-jährigen Bestehen der Schule gern auf die Anfangszeit zurück. Pläne für eine neue Schule gab es schon unter Bürgermeister Jean Sauer, der auch gemeinsam mit Nachfolger Hans Mess am 7. Dezember 1963 an der Landwehr den Grundstein legte. „Fangt eure Arbeit fröhlich an“, sangen die Schüler damals.

Bis zur Gebietsreform Anfang der 70er Jahre waren die Schulen in kommunaler Hand, und Hess habe sich für die Schule immer stark gemacht. Daran erinnern sich die ehemalige Lehrerin Ulrike Simon (von 1973 bis 2009), Ruth Rautjahr, die 1971 eintrat und von 1984 bis 2000 Schulleiterin war, sowie Rudolf Quednau, dessen Frau Gonhild heute als Lehrerin arbeitet. Sie leitet die Dornbachspatzen, der Chor ist ein wichtiges Aushängeschild.

Die großzügige, zweizügige neue Schule kostete damals 2,11 Millionen Mark, hatte in Hauptgebäude und Pavillons neun Klassenräume, vier Fachräume für Nadelarbeit für die Mädchen und Werken für die Jungs – das war damals noch streng getrennt. Vermutlich durften die Jungs damals auch nicht in die Küche. Dazu gab es Verwaltungsräume und einen Bungalow für den Hausmeister. Es war die Zeit des Babybooms und es gab rund 200 Schüler, heute sind es dreizügig 274.

Schulleiter war bis 1984 Klaus Goltermann. Auf die Schule mitten in der Natur in Waldnähe mit Mirabellen-, Pflaumen-, Äpfel- und einem großen Kastanienbaum sowie einer weitläufigen Wiese waren alle stolz. Die Wiese durfte jedoch nicht betreten werden, weil das Schild: „Nur Esel gehen aufs Gras“ es verbot. Ulrike Simon erzählt von dem Kampf, bis die Schüler dort spielen und den Schatten der Kastanie genießen durften. Vom Baum hat Ruth Rautjahr ein Bild gemalt und der Schule anlässlich des Neubaus 2005 – damals war sie schon im Ruhestand – geschenkt.

Die Schultradition in Oberstedten begann übrigens 1588 mit dem ersten Schulmeister, und 1691 ist in der Chronik der Bau der ersten Schule im „Braun’schen Haus“ erwähnt, danach gab es verschiedene Standorte, in Kriegszeiten auch Provisorien.

1970 wurde die Stedter Grundschule, die heute von Adrian Späth geleitet wird, etwas Besonderes: Sie bekam eine Eingangsstufe, in die Kinder schon mit fünf Jahren aufgenommen und auf den Schulalltag vorbereitet wurden. „Wir waren damals sehr begehrt“, sagt die frühere Rektorin. Die Eingangsklassen hatten großzügige Räume, eine begrenzte Schülerzahl, was früher noch nicht üblich war, und neben dem Lehrer eine Sozialpädagogin. Maria van Wijk, die diese Stelle von 1972 bis 1977 innehatte, erinnert sich an den Unterricht nach dem Montessori-Konzept: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Als die ersten Schüler aus dem Baugebiet Eichwäldchen kamen, bemerkten die Lehrer ein Phänomen: Bei Elternabenden saßen Alteingesessene und Neubürger strikt getrennt. „Das hat sich längst geändert“, lacht Elke Lischke, die das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen mit vorbereitet hat.

2003 kam das Ende der alten Schule, die Grundschule wurde auf dem bestehenden Gelände neu gebaut und für eine Übergangszeit zogen alle mit Sack und Pack in ein Ausweichquartier in der Marxstraße. Ihren Namen erhielt die Grundschule übrigens erst zu dieser Zeit. Sie sollte Otfried-Preußler-Schule heißen, aber es kam nicht dazu, obwohl der Autor einverstanden war.

Wenn am Samstag, 12. Juli, das Jubiläum von 11 bis 12 Uhr mit einer Feierstunde begangen wird und sich von 12 bis 14 Uhr ein Schulfest mit Spiel, Spaß und kulinarischen Genüssen anschließt, erinnern sich einige wohl auch an eine Parallele von vor 50 Jahren: Kaum ins neue Haus eingezogen, gab es Hochwasser. Das wiederholte sich in diesem Frühjahr: Wieder standen die ebenerdigen Klassen unter Wasser.

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