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Runde Geburtstage bieten Anlass zum Zurückblicken und Zurückblättern im Fotoalbum. Dorothea Henzler wird heute 70 Jahre alt.

FDP-Politikerin

Ehemalige Kultusministerin Dorothea Henzler wird 70 Jahre alt

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Sie ist ein bekanntes Gesicht der Liberalen im Hochtaunuskreis und in Hessen. Heute wird Dorothea Henzler 70 Jahre alt – und hat auch zu ihrem Geburtstag einen politischen Wunsch.

Sie stand ganz vorn und jubelte: Als am Sonntag die Bilder der FDP im Fernsehen liefern, die die Reaktion auf die Wahl-Prognose zeigten, war Dorothea Henzler dabei. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt sie über 7,5 Prozent für die Liberalen. Dieses Mal gab es kein Zittern um den Einzug in den Landtag.

Henzler hat die Höhen und Tiefen der FDP erlebt, viele Ämter bekleidet, war lange im Landtag dabei und drei Jahre Kultusministerin (siehe kleinen Text). Als ehemalige Ministerin ist sie noch immer bei den Sitzungen des Landesvorstands dabei. Sie habe zwar kein Stimmrecht, sagt sie. „Aber ich kann meine Stimme erheben.“

Die Stimme erheben, sich einbringen, das macht Dorothea Henzler, die heute ihren 70. Geburtstag feiert, seit Jahrzehnten. Engagement in Kindergarten- und Schulelternbeirat legte den Grundstein, bald kamen die Politik und Tätigkeiten als ehrenamtliche Verwaltungsrichterin und Schöffin dazu.

„Seit ich wählen darf, gab es für mich keine andere Partei als die FDP“, sagt die gelernte Ingenieurassistentin, die als Tochter konservativer Eltern im bayerischen Türkheim zur Welt kam. Es sind die klassischen Pfeiler der FDP, auf die sie sich beruft: Liberalismus, Weltoffenheit und der Glaube an die Kraft des Menschen, der sich nicht bevormunden lassen muss.

Diese Grundsätze gelten für die Mutter eines Sohnes und zweier Töchter auch für die Erziehung. „Ich habe immer versucht, Kindern Leitplanken zu geben“, erzählt Henzler. Sie hat vertraut und zugehört, aber auch gesagt: „Übernimm Verantwortung für Dein Leben.“

Mittlerweile haben Dorothea Henzler und ihr Mann sieben Enkel. Sie haben die vier Jungs und drei Mädchen gern bei sich, die Familie ist wichtig. Das wird im Gespräch mit der Jubilarin deutlich, die sich gern an ihre Kindheit erinnert, als sie die Sommerferien bei den Großeltern in Bayern verbrachte. Dorothea Böhm, wie sie damals hieß, war nur die ersten sechs Lebensjahre in Bayern zu Hause. Dann führte sie der Weg über Hamburg nach Frankfurt.

Seit 1977 leben die Henzlers in ihrem Weißkirchener Reihenhaus. Hier liest sie gern, geht walken und trainiert in der Nähe in einem Fitnessstudio. „Ein Stadtteil, der gut angebunden ist an die Welt, aber in sich wie ein Dorf ist“, meint Henzler. Wie steht sie zu Frankfurts Plänen, einen Stadtteil nahe Steinbach und Weißkirchen zu schaffen? „An der A 5 sollte Ende sein“, meint sie.

Zurück zu den Enkeln: Alle gehen zur Schule, so dass die frühere Kultusministerin die praktischen Auswirkungen von Bildungspolitik direkt mitbekommt. Als Erste den Fokus darauf gelegt zu haben, dass schon der Kindergarten eine Bildungseinrichtung ist, sowie die Selbstständige Schule mit eigenem Finanzbudget sind Dinge, die Henzler für sich reklamiert. So sagt sie denn auch auf die Frage, was sie sich von der Politik zum Geburtstag wünscht: „Mehr Freiheit für die Schule.“

Bei allem Engagement in Politik und zahlreichen Vereinen – bei der Seligenstadter Einhard-Gesellschaft und im Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte ist Henzler Vorsitzende – bleibt auch noch Zeit für Privates: Für 2020 ist eine Rundreise durch Ecuador geplant.

Das könnte bei ihrer heutigen Feier ebenso Gesprächsthema sein wie die politische Lage im Land. „Jamaika“ hätte sie sich durchaus vorstellen können. Andererseits habe die Fraktion mit ihren neuen Kräften in der Opposition Zeit, sich einzuarbeiten.

Und vielleicht geht es heute auch darum, dass Frauen in der FDP immer noch unterrepräsentiert sind. Henzler ist überzeugt, dass ihr ihre kommunalpolitische Verankerung auf dem Weg nach oben geholfen hat. So rät sie denn auch Frauen, in der Kommunalpolitik anzufangen. Wenngleich auch sie um ein Zeitproblem weiß: „Männer sitzen nach einer Sitzung an der Theke. Da werden dann die Entscheidungen getroffen.“ Frauen seien dann oft längst wieder zu Hause.

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