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Ein besonderes Anliegen

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Sonja Pannekoike (vorn) ist stolz auf ihre Musikschülerinnen und -schüler, die am kommenden Sonntag das Benefizkonzert teils mit Eigenkompositionen gestalten werden. FOTO: SCHMAH-ALBERT © Ingrid Schmah-Albert

Hochtaunuskreis. »Mein bester Freund stammt ursprünglich aus der Ukraine und ein Teil seiner Familie lebt dort immer noch. Zwar konnten die meisten fliehen, aber es müssen noch einige Verwandte dort ausharren«, erklärt die 21-jährige Katharina, warum es ihr ein besonderes Bedürfnis ist, das Benefizkonzert zugunsten der Ukraine-Hilfe des Vereins »Fortuna hilft Mensch und Tier« am kommenden Sonntag in der Kirche Merzhausen mitzugestalten.

Die schrecklichen Bilder aus dem Kriegsgebiet alleine würden schon genügen, um bei ihr den dringenden Impuls auszulösen, etwas für die von dort Geflüchteten beitragen zu wollen. Bei ihr kommt aber auch noch die persönliche Nähe zur Familie ihres langjährigen Freundes hinzu. Und so hat sie sofort zugesagt, als ihre Musiklehrerin Sonja Pannekoike anregte, gemeinsam ein weiteres Benefizkonzert zu geben.

Pannekoike hatte vor etwa vier Wochen selbst das erste Benefizkonzert, ebenfalls in der Merzhausener Kirche (wir berichteten), gegeben und aufgrund der positiven Resonanz die Idee entwickelt, das nächste Konzert von ihren Schülerinnen und Schülern gestalten zu lassen. »Alle, die am Sonntag mitwirken, haben bereits trotz des teilweise sehr jungen Alters eine gute Bühnenpräsenz und sind ›reife‹ Klavierspieler«, bescheinigt die Musikpädagogin den Nachwuchsmusikern. Dass von den Schülerinnen und Schülern einige auch selbst komponierte Stücke präsentieren werden, macht das Konzert erst recht zu etwas Besonderem.

Neben Katharina, die ihr Studium der Psychologie unterbricht, um ein kreatives Jahr einzulegen und in dieser Zeit sich sowohl der Musik und dem Komponieren als auch der Malerei widmet, ist auch Abiturient Max (19 Jahre alt) mit seien eigenen Kompositionen dabei. Er notiert sich dafür nur ein paar Noten als Gedächtnisstütze, schreibt aber nicht klassisch die Noten auf. Dadurch blieben die Stücke, die sehr persönlich seien und einen Blick in seine Seele gewährten, dynamisch und können von ihm auf den Moment gerichtet, jeweils mit der dann gerade vorherrschenden Emotion gespielt werden.

»Traumzyklus« fortsetzen

Und Emotionen werden am Sonntag bestimmt aufkommen, denn auch für Max ist es ein Anliegen, das Publikum mit der Musik in die Gefühlswelt mitzunehmen. Somit setzen die Schülerinnen und Schüler den »Traumzyklus« des vorherigen Konzerts ihrer Lehrerin fort. »Es wäre ganz besonders toll, wenn auch ein paar ukrainische Geflüchtete das Konzert besuchen würden, denn wir möchten ja vorrangig für sie spielen«, erklärt Max gegenüber dieser Zeitung. Er hofft, dass die Menschen, die hier im Usinger Land untergekommen sind, diese Möglichkeit auch nutzen. »Wir wollen den Menschen mit dem Konzert nicht nur finanziell helfen, sondern auch emotional«, sind sich die jungen Leute einig.

Damit das gelingt, üben die Schülerinnen und Schüler schon seit vier Wochen sehr fleißig und trauen sich auch an schwierige Stücke heran. Die 14-jährige Lisa zum Beispiel hat sich mit »Monday« und »Experience« von Ludovico Einaudi zwei technisch sehr anspruchsvolle Stücke vorgenommen. Aber auch Tobias (13 Jahre alt) und sein jüngerer Bruder Benjamin (11) wagen sich mit klassischer Musikliteratur unter anderem von Mozart (»Kleine Nachtmusik«) an »ziemliche Brocken«. Denn bis die bekannten Melodien so leicht und romantisch klingen, ist viel Übung nötig - und etwas Talent kann auch nicht schaden. Das haben die beiden Jungs offenbar, denn wenn man bedenkt, dass Tobias erst seit rund neun Monaten Klavierunterricht nimmt, ist es geradezu sensationell, dass er sich nicht nur im stillen Kämmerlein schon an Mozart wagt, sondern damit auch vor ein öffentliches Publikum tritt.

Bilder für den guten Zweck

Man kann also ein besonderes Musikerlebnis von ganz jungen Künstlerinnen und Künstlern erwarten. Am Sonntag um 18.30 Uhr beginnt das auf etwa eineinhalb Stunden angesetztes Klavierkonzert in der evangelischen Kirche Merzhausen. Studentin Katharina hat außerdem in ihrem kreativen Jahr schon einige Bilder gemalt, die sie zusätzlich zugunsten der Ukraine-Hilfe »Fortuna hilft« verkaufen wird.

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