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»Ein bisschen wie immer«

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Von: Philipp Keßler

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ualoka_wehrheim_apfelblue_4c_7 © Philipp Kessler

Wehrheim. War die 17. Auflage des Wehrheimer Apfelblütenfest so, als hätte es die Coronavirus-Pandemie nie gegeben? »Es ist ein bisschen wie immer, aber ich glaube, dieses Jahr toppt es noch einmal, weil zwei Jahre kein Fest war und wir jetzt wieder feiern können - ungezwungen und im Freien. Das macht es aus«, sagte ein sichtlich gerührter Bürgermeister Gregor Sommer angesichts von - geschätzt - bis zu 4000 Menschen, die am Sonntag den Weg ins Ludwig-Bender-Bad gefunden hatten, um bei bestem Frühlingswetter einer gelungene Veranstaltung beizuwohnen.

»Ich bin wahnsinnig beeindruckt von den vielen Menschen, die den Weg zu uns gefunden haben. Man merkt, die Menschen sind hungrig, mal wieder rauszukommen, um das soziale Leben zu spüren. Außerdem spielt das Wetter mit«, sagte Sommer glücklich - und lege gleich nach: »Ich bin außerdem begeistert vom Engagement der Gruppen, der Vereine und der Helfer, die hier sind - man kann einen ganzen Tag hier verbringen, bezahlt keinen Eintritt, es ist unter dem Strich eine richtige Familienveranstaltung für Alt und Jung, für Groß und Klein.«

In der Tat: Neben dem Besucheransturm an sich, der es sich im Festzelt, im Biergarten der Gaststätte »Zum Bizzenbachtal« oder vor der großen Bühne gemütlich machte, lockte auch das 18 Grad warme (zumindest im Vergleich zur Eröffnung am vergangenen Sonntag) Wasser den einen oder anderen zum Sprung ins Becken des Freibades, bei herrlichem Sonnenschein und leichtem Wind waren aber auch ideale Bedingungen für eine Runde Beachvolleyball oder einen Bummel entlang der Stände von diversen Vereinen, Gruppen und Unternehmen, darunter auch der Usinger Anzeiger als Kooperationspartner, die sich und ihr Angebot vorstellten.

Höhepunkt war - natürlich - die Inthronisierung von Apfelblütenkönigin Marie-Louise I., die das Zepter aus der Hand ihrer Vorgängerin Celin I. erhielt - gewohnt souverän moderiert von Rathauschef Sommer und unter Anwesenheit von zehn Gasthoheiten, die teilweise sogar mit ihrer Entourage angereist waren, ehe sie vom Cransberger Oldtimer Club stilecht zur Bühne gefahren wurden. Die scheidende Apfelblütenkönigin Celin I. wünscht ihrer Nachfolgerin »alles Glück der Welt und viele tolle Veranstaltungen«, wovon sie - zumindest in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Pandemie nicht sonderlich viele hatte, obwohl sie mit drei Jahren die längste Regentschaft aller Zeiten hatte.

Aufregungslevel sprengt die Skala

Die neue Königin selbst war beim Gang auf die Bühne nach eigenen Angaben auf einer Skala von eins bis 100 in Sachen Aufregung bei »200«, doch das legte sich schnell, als sie das Mikrofon ergriff und dem lautstarken Jubel ihres Fanclubs sagte: »Ich freue mich, dass es endlich soweit ist, ich freue mich auf viele Veranstaltungen, neue Leute, neue Orte und neue Erfahrungen«. Sie dankte ihrer Vorgängerin, die ihr vom Tag der Nominierung beratend zur Seite gestanden habe, ihrem Fanclub, ihren Sponsoren und ihrer Familie, allen voran Mutter und Schwester, bei der bereits im Vorfeld des ersten offiziellen Auftritts als Apfelblütenkönigin die ersten Tränen der Rührung gekullert waren.

Während vor allem die Kinder den Blick von der frisch gekrönten Hoheit kaum abwenden konnten, die auch im Anschluss fleißig Autogrammkarten schrieb, verriet Sommer, dass es bereits eine Kandidatin für Mare-Louises Nachfolge gebe: »Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen ist die Welt bei uns noch in Ordnung. Wir finden immer junge, nette Frauen, die dieses Ehrenamt ausführen wollen«, sagte er und schlussfolgerte: »Wir sind stolz, ein Dorf und eine Familie zu sein.«

Doch zum Durchatmen blieb beim eng getakteten Programm keine Zeit: Nach der klassischen musikalischen Eröffnung durch »Hansi Bleher und seine Musikanten« sorgte das Bläserensemble der Christian-Wirth-Schule Usingen unter Leitung von Sabine Hampel nach der Krönungszeremonie für moderne Klänge, ehe die Mini-, Midi- und Maxi-Gardegruppen des Wehrheimer Carnevalvereins »Limeskrätscher« das trotz 12 000 Quadratmeter Fläche gut gefüllte Freibad zum Beben brachte. Nach einer kurzen Pause sorgte die Bernd-Schütz-Band für den musikalischen Ausklang des Tages, zu dem die Gemeinde auch einige Ehrengäste hatte begrüßen können: Neben dem Bundestagsabgeordneten Markus Koob, den Landtagsabgeordneten Holger Bellino und Jürgen Banzer, Landrat Ulrich Krebs, Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr (alle CDU) war auch Ines Claus, Vorsitzende der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, vor Ort - ebenso wie Georg »Schorsch« Epple aus der Gemeinde Apfeldorf in Bayern.

Am Ende werden die Gläser knapp

Dass es fast zu gut lief, zeigten nicht nur sage und schreibe 62 (!) Kuchen und Torten, die die Wehrheimer Landfrauen bis zum Mittag als Spende zum Weiterverkauf bekommen hatten, sondern auch die langen Schlangen vor den Ständen mit Essen und Getränken und die Durchsage des Bürgermeisters am Nachmittag, die Apfelweintrinker mögen doch bitte ihre leeren Gläser zum Spülen bringen, da diese langsam zur Neige gingen.

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ualoka_wehrheim_apfelblue_4c_3 © Philipp Kessler
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ualoka_wehrheim_apfelblue_4c_1 © Philipp Kessler
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ualoka_wehrheim_apfelblue_4c_5 © Philipp Kessler
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ualoka_wehrheim_apfelblue_4c_4 © Philipp Kessler
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Bürgermeister Gregor Sommer in seinem Element: Der Wehrheimer Rathauschef ist sich nicht zu schade, den gesamten Tag über die Moderation für die 17. Auflage des Apfelblütenfest selbst zu übernehmen. © Philipp Kessler

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