„Ein chaotisches System“

Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom privaten Wetterdienst Q-met teilt die Einschätzung von Hobbymetereologe André Schröder, wonach der Winter 2017/18 vermutlich schon Geschichte sei.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom privaten Wetterdienst Q-met teilt die Einschätzung von Hobbymetereologe André Schröder, wonach der Winter 2017/18 vermutlich schon Geschichte sei. „Nach diesem mit zwei Grad zu warmen Dezember sieht es nicht mehr danach aus, als ob es noch richtig winterlich werden würde“, sagt der Experte. „Mit diesen Schneemengen, mit denen die Amerikaner zurzeit zu kämpfen haben, müssen wir ganz sicher nicht rechnen.“

Wie sich das Wetter im neuen Jahr entwickeln werde, das sei noch relativ offen, das zeige kein Klimamodell. Jung: „Ob der Sommer warm oder heiß wird, können wir nicht sagen. Aber die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass die Sommermonate immer feuchter geworden sind, zwar wärmer, aber eben mit mehr Regen verbunden. Und mit vielen Gewittern mit Unwetterpotenzial. Das konnten wir ja vor zwei Jahren sehr stark erleben. Und auch im vergangenen Jahr gab es viele Unwetter.“

Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes seien zu dem Ergebnis gekommen, dass Starkregen und Unwetterereignisse besonders im Sommer und im Winter bis zum Jahr 2040 immer mehr zunehmen würden. „Ganz klar eine Folge der Erderwärmung. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft, was zu heftigen Regenereignissen führt“, erläutert Jung. Die aktuelle Hochwassersituation an Rhein und Mosel sieht er als Einzelereignis, das nicht zwangsläufig auf die Erderwärmung zurückzuführen sei. Das letzte große Hochwasser am Rhein ist ja schon etwa 20 Jahre her. Das sei eigentlich wieder einmal fällig gewesen. Jung: „Das Wetter ist nun mal ein chaotisches System.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare