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Ein heißes Märchenreich

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Hessenpark bietet vielen Familien spannende Geschichten

Neu-Anspach -Wenn die gnadenlose Hitze der vergangenen Tage keine Schattenseiten hätte, könnte man glatt von einem märchenhaften Sommer reden. Am jüngsten Wochenende meinte es die Sonne wieder einmal sehr gut mit den Ausflüglern, und viele davon steuerten den Hessenpark an. Die meisten hatten Kinder dabei, denn am Sonntag standen nach zweijähriger Corona-Abstinenz im Freilichtmuseum wieder Märchen im Mittelpunkt.

Schöne Prinzessinnen und tapfere Prinzen gehörten zu den Hauptdarstellern, Könige auch sowie bucklige Männlein und schräge Gesellen. Aber Märchen gehen immer gut aus, da kann sich auf der Puppenbühne schon einmal Dramatisches abspielen. Oder Listiges, wie die Geschichte vom "Hasen und dem Igel", welche das Märchentheater Aschaffenburg vorführte. "Die Prinzessin auf der Erbse" hatte ihre Fans, die sich um Tom Teuer um die Freilichtbühne hinter der Kirche aus Lollar einfanden, wo zahlreiche Schattenplätze zur Verfügung standen. Mit einfachen Requisiten gelang es dem Puppenspieler und Erzähler, die Kleinen zu fesseln. Wechselte zwischendurch mal schnell das Kostüm und brachte die Kinder immer wieder mit seiner Tollpatschigkeit zum Lachen, etwa, wenn die aufblasbare Insel immer wieder umfiel.

Kinder können

selbst mitmachen

"Das tapfere Schneiderlein" hat seit Jahrhunderten noch nichts von seinem Reiz verloren, und auch wenn es nur Fliegen sind, sieben auf einen Streich zu erwischen ist schon eine Leistung. Das Laubacher Figurentheater führte es auf. Die Spielorte sind, das ist der Reiz des Museums, an den unterschiedlichsten Plätzen aufgeführt. Aber nicht nur Zuhören und Zusehen war im Angebot, sondern auch Mitmachen: Beim Mitmach-Theater-Stück "Märchenfee" gehört die sogar zum Konzept. Ebenso im Zirkuszelt des Mitspieltheaters "Märchenkarussell" des Galli-Theaters Frankfurt. Und wo auch immer nach Freiwilligen gesucht wurde, waren die Kinderfinger schnell oben.

Das Mitmachen dominierte sogar leicht das bloße Zusehen und Hören, so führte Michaele Scherenberg ihr Stück "Die wandernden Märchenstühle" auf und bot in einer Mitmachaktion das Gestalten von Postkarten an, die am historischen Postschalter versandt werden konnten.

Das Einbeziehen der Kinder gehörte durchgängig zum Konzept des Märchentags. Um sich noch besser in die Welt der Märchen hinein versetzen zu können, wurde auch passendes traditionelles Handwerk gezeigt: So ging der Polsterer diesem nach und erzählte dabei Geschichten. Und wie Rotkäppchens Korb geflochten wird, wissen viele Kinder jetzt auch.

Süßer Brei wird in Märchen auch gekocht, das machte die historische Hausfrau im Hessenpark ebenso. Wie gefährlich das Spinnen sein kann, weiß man aus dem Märchen vom Dornröschen, das sich an einer Spindel sticht und nach einem Fluch in ewigen Schlaf fallen sollte. Das Spinnen gehört im Hessenpark ebenfalls zum Vorführhandwerk, und viele blieben bei der Spinnerin am alten Dorfplatz stehen und sahen ihr zu.

Die Apotheke

der Natur

Kräuter treten in Märchen, meist in Verbindung mit Hexen auf. Doch eine Kräuterführung wusste zumeist nur Gutes über die Apotheke der Natur zu berichten.

So war der Märchentag ein lehrreiches und zugleich unterhaltsames Angebot für die ganze Familie, und man brauchte nicht mit Kindern zu kommen, um sich von den Geschichten um Prinzen und Prinzessinnen faszinieren zu lassen, umspielt von märchenhafter Musik auf dem Marktplatz und vom Drehorgel-Mann.

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