1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Ein Paradies für Tier und Mensch

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

tz_usingen2-B_161343_4c
Der Umweltbeauftragte Wadim Heinrich ist zufrieden mit der Bearbeitung der Streuobstwiesen in Usingen. Insgesamt 50 000 Quadratmeter werden von unterschiedlichen Gruppen und Vereinen bewirtschaftet. Und für kurzes Gras sorgen Schafe. © Friedrich

Streuobstwiesen sollen in diesem Jahr an einem Wettbewerb teilnehmen

Usingen -Sie liegen am Rand von Wernborn, Eschbach oder Kransberg - Usingens Streuobstwiesen. Auf insgesamt 50 000 Quadratmetern beherbergen die Flächen etwa 500 Apfel-, Kirsch- (Süß- und Wildkirsche), Schlehen- und sogar Birnenbäume. "Darunter sind auch Bäume mit der guten Williams-Christ-Birne", betont Wadim Heinrich, Umweltbeauftragter der Stadt Usingen, an der Streuobstwiese am Eichkopf in Wernborn.

Dort, wo der Blick weit ins Usinger Land reicht, befindet sich die größte zusammenhängende Streuobstwiese der Buchfinkenstadt. Die streng geschützten Areale bieten leckeres Obst so weit das Auge reicht. Doch die Wiesen können noch viel mehr: Sie sind Heimat zahlreicher seltener und mitunter gefährdeter Tierarten. "Hier gibt es etliche seltene Libellen- und Schmetterlingsarten", betont Heinrich. Und nicht nur Insekten fühlen sich im hohen Gras wohl - auch Kleinsäuger, Eidechsen und das eine oder andere Reh suchen hier Schutz. Ein Paradies für Tiere, in dem sie nur selten gestört werden. Denn die Streuobstwiesen stehen unter strengem Naturschutz, betont der Umweltbeauftragte.

Schafe als Mähmaschinen

Damit das auch so bleibt, hat man sich in Usingen für eine besonders umweltfreundliche Mahd der Flächen entschieden. "Hier wird per Schafherde gemäht", erzählt Heinrich. Eine Win-Win-Situation sowohl für die Wiese als auch für die Schafe. "Denn wenn maschinell gemäht wird, besteht immer noch die Gefahr, dass das Mähwerk trotzdem auch Kitze erwischt, die im hohen Gras liegen. Schafe sind jedoch wesentlich langsamere "Mähmaschinen", wodurch die Kitze genügend Zeit haben, der Herde auszuweichen", betont er. Und als Bonus on top werden die Wiesen gleichzeitig natürlich gedüngt.

Natürlich genügt es nicht einfach, die Bäume wild wachsen zu lassen. Damit die Bäume auch weiterhin Ertrag bringen, müssen sie regelmäßig geschnitten werden. Diese Arbeit wird beispielsweise vom Obst- und Gartenbauverein Wernborn oder verschiedenen Vogelschutzgruppen übernommen, mit denen die Stadt Usingen Pflegeverträge abgeschlossen hat. "Zudem hat die Stadt Usingen seit diesem Jahr einen "neuen" Streuobstwiesenbeauftragten Frank Voss, der tatsächlich nicht nur seine eigenen Bäume schneidet, sondern auch hin und wieder die aus angrenzenden Bereichen pflegt", erklärt der Gemeindemitarbeiter. Die Baumpfleger sorgen jedoch nicht nur dafür, dass die Bäume "die Haare schön haben", sondern auch dafür, dass standortgerechte Sorten gepflanzt werden. Zudem bietet die Stadt Usingen jährliche Schnittkurse an, die dazu beitragen sollen, Streuobstwiesen als landschaftsprägendes Element langfristig zu erhalten. Die Zusammenarbeit, betont Heinrich, klappe sowohl mit Voss als auch mit den Vereinen reibungslos. "Wir sind sehr glücklich, dass wir auf die Vereine immer zählen können."

Für Pflege gibt's

Früchte

Die viele Pflege lohnt sich - gerade dann, wenn im Sommer und Herbst die Bäume reiche Frucht tragen. "Dem Pfleger winkt eine süße Belohnung in Form von frischen Obst", schildert er weiter. Denn diejenigen, die eine Pflegepatenschaft für die Bäume übernommen haben, haben auch das Recht, das anfallende Obst ernten zu dürfen. Damit nicht irgendwer das reife Obst aberntet, der keine Obstbaumpatenschaft übernommen hat, soll künftig ein Umweltranger für Ordnung in Wald und Feld sorgen und auch ein Auge darauf haben, dass an Wochenenden kein Müll in der Umgebung wild abgeladen wird. Geplant sei auch, im Rahmen der touristischen Beschilderung der Radwege künftig auch auf die Streuobstwiesen hinzuweisen. Denn die Stadt Usingen würde gerne am Wettbewerb Streuobstkommune 2022 teilnehmen.

Das Thema soll auch in künftigen Sitzungsrunden in den Usinger Ausschüssen Thema werden. An entsprechenden Vorlagen wird gerade gearbeitet.

Auch interessant

Kommentare