1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Ein Vorschlag zur Güte

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Neu-Anspach (smu). Ob im Herbst 2020 auf einem Feldweg bei Neu-Anspach wirklich eine Fußgängerin absichtlich mit einem Auto angefahren worden war, bleibt ungeklärt. Angeklagt im Bad Homburger Amtsgericht war ein Rentner aus Neu-Anspach, der die Vorwürfe jedoch bestritt (wir berichteten). In der Fortsetzungsverhandlung machte die Amtsanwältin einen Vorschlag zur Güte - und dieser wurde auch angenommen.

»Vermutlich liegt die Wahrheit wie so oft in der Mitte«, meinte die Anklagevertreterin, nachdem auch der letzte Zeuge in dem aufwendigen Prozess gehört worden war. Die betroffene Fußgängerin sowie weitere Zeugen hatten geschildert, der Rentner sei mit seinem SUV extra auf sie zugefahren und habe sie mit dem Wagen leicht gestreift. Die heute 54-Jährige habe auf das Auto geschlagen, daraufhin sei er ausgestiegen, habe sie geschubst und angeschrien.

Ganz anders lautete die Version des Angeklagten und seiner Lebensgefährtin, die auf dem Beifahrersitz gesessen hatte. Danach sei er ganz langsam an den Fußgängerinnen vorbeigefahren, als ihm die Frau plötzlich wild gestikulierend und schreiend vors Auto gelaufen sei. Er habe angehalten, und sie habe mit der Faust gegen seinen Autospiegel geschlagen. Dann habe sie gerufen, dass er auf dem Feldweg gar nicht fahren dürfe.

Die Amtsanwältin schlug nun vor, das Strafverfahren wegen versuchter Nötigung und versuchter Körperverletzung gegen eine Zahlung von 2000 Euro einzustellen. Angeklagter und Richter stimmten zu. Der Neu-Anspacher muss das Geld nun an das Hospiz in Oberursel überweisen, dann ist die Sache für ihn - und alle anderen - erledigt.

Auch interessant

Kommentare