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Eine Beziehung endet vor Gericht

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Usingen (smu). Sie haben ein Kind, aber das ist anscheinend alles, was ein junger Mann und seine Ex-Freundin noch verbindet. Die Beziehung der beiden war wohl alles andere als harmonisch gewesen, so berichtete es zumindest der Mann, der nun im Bad Homburger Amtsgericht als Angeklagter Platz nehmen musste.

Er sprach von Streitereien, Körperverletzungen und etlichen Polizeieinsätzen, bei denen ihm der Umgang mit der Usingerin verboten worden sei. »Aber sie hat immer wieder Kontakt zu mir aufgenommen«, erzählte er. Die Beziehung ist wohl nun endgültig vorbei, sie endete mit einem Polizeieinsatz im August 2021.

Der heute 31-Jährige hatte damals auf der Terrasse der Usinger Wohnung seiner Freundin randaliert. Sie hatte kurz zuvor mal wieder die Beziehung beendet und ihm seine Sachen auf die Terrasse gestellt. Er versuchte vergeblich, in die Wohnung einzudringen, beleidigte sie dabei und drohte ihr mit Mord. Als die Frau für ihre Sicherheit den Rollladen herunter lassen wollte, verhinderte er dies mit vollem Körpereinsatz, sodass sie schließlich die Polizei rief.

Im Gericht zeigte sich der mehrfach vorbestrafte Mann nicht nur recht kleinlaut, sondern auch ziemlich aufgelöst. Denn laut Strafbefehl sollte er wegen Bedrohung und Beleidigung 6000 Euro bezahlen. »Das kann ich nicht«, sagte er und zählte seine vielen Zahlungsverpflichtungen auf. Letztlich bleibe ihm weniger als einem Hartz IV-Empfänger, meinte er. Seine Äußerungen damals gegenüber der Frau täten ihm sehr leid, es sei alles nicht so gemeint gewesen. »Ich würde mit Sicherheit keinen Mord begehen.« Er habe doch an dem Tag nur seine Brille gewollt, die sich noch in der Wohnung der damaligen Freundin befunden habe. Die habe sie ihm nicht mit raus auf die Terrasse gelegt, ohne die Brille könne er aber nicht Auto fahren. Tatsächlich bestätigte eine Polizistin, die damals im Einsatz gewesen war, dass der Mann seine Brille verlangt und letztlich auch bekommen hatte.

Seit diesem Tag habe er mit der Frau keinen Kontakt mehr, daran wolle er auch nichts ändern, erzählte der Berufskraftfahrer. Es sei nicht so, dass im Laufe der Beziehung immer er der Täter und sie das Opfer gewesen sei: »Es gibt auch Gewalt von Frauen.« Er selbst sei weggezogen und habe eine neue Freundin. Für sein kleines Kind zahle er Unterhalt, außerdem wolle er ein Umgangsrecht.

Ex-Freundin hat Angst vor Aussage

Seine Ex scheint seine damalige Morddrohung ernst genommen und viel Angst vor ihm zu haben. Der Richter erklärte, sie weigere sich, in der Gegenwart des Angeklagten auszusagen und habe sogar ein psychologisches Gutachten vorgelegt. »Wenn wir sie zur Aussage zwingen, dann geht das nur per Video«, erklärte er. Doch da der Mann ein Geständnis ablegte, wurde ihre Aussage nicht benötigt.

Und auch für den 31-Jährigen ging die Sache schließlich glimpflich aus. Das Strafverfahren wurde mit Blick auf ein Urteil wegen einer anderen Straftat für ihn letztlich folgenlos eingestellt.

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