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Eine deutsch-französische Liebe

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Passt zum Partnerschaftsjubiläum: 40 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Saint-Florent-sur-Cher und Neu-Anspach. Brigitte Glaser hat einen Roman zur grenzüberschreitenden Liebe geschrieben und liest daraus vor. © saltenberger

Brigitte Glaser liest zum Partnerschaftsjubiläum aus ihrem Roman "Kaiserstuhl"

Neu-Anspach -" So jetzt haben Sie das Jahr 1962 ein bisschen vor Augen", sagte Brigitte Glaser, nachdem sie das kleine Quiz beendet hatte. Das Publikum im kleinen Saal des Bürgerhauses machte auch gut mit und wusste die meisten Fragen: Kennedy oder Johnson, Breschnew, Ulbricht oder Honecker, wer stand damals jeweils an der Spitze ihrer Länder. Wer war Bundeskanzler, noch Adenauer oder schon Erhard? Was war der erste Gassenhauer im Fernsehen, "Das Halstuch" oder "Melissa"? Solche und noch andere Fragen stellte sie bevor sie zu ihrem "Roman "Kaiserstuhl" griff. Eine Fußballfrage konnte sich die in Köln lebenden Autorin auch nicht verkneifen: Wer wurde 1962 Deutscher Meister? Der 1. FC Köln.

Jetzt erst war das Bild vollständig, aber: "Bei einem Roman der 1962 spielt, kommt man am Kalten Krieg auch nicht vorbei", sagte sie, inklusive Kubakrise. 60 Jahre später spitzt sich der Dauerkonflikt zwischen den beiden Weltmächten gerade wieder zu. "Adenauer hatte damals erkannt, dass Deutschland auch einen europäischen Partner brauche, gab die Autorin noch ein wenig mehr Geschichtsunterricht. Und Adenauer fand seinen Partner im Frankreich De Gaulles. Diese von beiden gestiftete inzwischen gewachsen Freundschaft zweier Nachbarn, die in vielen Kriegen gegeneinander gekämpft haben, ist heute wertvoller denn je. Beigetragen zur Festigung der Freundschaft haben auch die zahlreichen Partnerschaften zwischen den Nachbarländern, ob es um Schul-Partnerschaften geht oder Städtepartnerschaften.

Neu-Anspach ging vor genau 40 Jahren eine Partnerschaft mit Saint-Florent-sur-Cher ein und nahm diesen runden Geburtstag zum Anlass, zusammen mit der Buchhandlung Weddigen die Bestsellerautorin zu einer Lesung einzuladen. Glaser war bereits mit ihrem Roman "Rheinblick" zum Lesen in der Kleeblattstadt und hat hier bereits ihre Fans. Die Lesung war mit über 60 Zuhörern deshalb gut besucht und die Fans und solche die es vielleicht werden, bereuten ihren Besuch sicher nicht. Denn Glaser hatte schnell einen Faden gesponnen, der neugierig gemacht hat. Zum selbst Weiterlesen lagen ausreichend Bücher aus, die gingen auch weg, Glaser signierte sie geduldig und danach gab es auch noch Wein vom Kaiserstuhl.

Von 1938 bis in den Kalten Krieg

"Die Romangeschichte beginnt im Sommer 1938, als das Wünschen noch geholfen hat", leitet Glaser die Geschichte ein. Zwei junge Menschen verlieben sich, er ein Franzose, sie eine Deutsche. Man ahnt es: Der Krieg beendet das Märchen, oder doch nicht? Findet das Paar wieder zueinander? Und was hat es mit der Flasche Champagner auf sich und dem von den Nazis geraubten Wein? Das Lesen macht einfach Spaß, einmal angefangen muss man weiterlesen, und dem aufmerksamen Leser entgeht sicher auch das Augenzwinkern nicht, für das Glaser ebenfalls ein Faible hat. "Es muss nicht immer Kaviar sein", ist so einer, der auf den Agententhriller von Simmel, Anfang der 1960er erschienen spielt er ebenfalls zurzeit des kalten Krieges. Glaser las mehrfach Handlungsstränge an, stellte die Protagonisten vor und gab dabei Kostproben ihrer Schreibkunst. Rund 450 Seiten umfasst das Lesevergnügen um Liebe, Krieg und den Kaiserstuhl, den die Autorin bestens kennt, denn sie ist im Hochschwarzwald geboren und aufgewachsen. 23 Euro kostet das Buch und ist beispielsweise in der Anspacher Buchhandlung Weddigen zu haben.

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