Wichtiges Gerät

Eine Drehleiter für die Menschenrettung in der Höhe

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Wenn es in der Stadt in höheren Etagen brennt, dann stehen Seulberger Feuerwehrleute oft mit an vorderster Front. Denn zum Fuhrpark der Stadtteilwehr gehört eine Drehleiter.

Eines der wichtigsten Fahrzeuge der Seulberger Feuerwehr trägt die Bezeichnung „DLK 23/12“. Die Buchstaben stehen für Drehleiter mit Korb. Der Wagen ist in ganz Friedrichsdorf der einzige seiner Art und innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Der Arm des Hubrettungsfahrzeugs mit MAN-Fahrgestell kann bis zu einer Länge von 30 Meter ausgefahren werden. In den Rettungskorb passen drei Personen. Eine Krankentrage kann daran befestigt werden, ein Rohr und ein Monitor zur Brandbekämpfung sowie Scheinwerfer zur Ausleuchtung der Einsatzstelle. Insgesamt kann er 270 Kilogramm transportieren.

Die Drehleiter kommt immer zum Einsatz, wenn im Stadtgebiet ein Wohnungsbrand gemeldet wird und Menschen dadurch potenziell in Gefahr geraten. So weist der Jahresbericht 2017 der freiwilligen Feuerwehr Seulberg 125 Alarmierungen (fünf Einsätze mehr gegenüber dem Vorjahr) aus, von denen allein 29 als Brandeinsätze zu Buche schlugen (ein Plus von sieben Alarmierungen), wie der Wehrführer Claas Ludwig bei der Jahreshauptversammlung am Freitag bekanntgab.

Und auch wenn im zurückliegenden Jahr im Stadtgebiet glücklicherweise keine großen Brandkatastrophen verzeichnet wurden, und eine Reihe von Notrufen auf Fehlalarme von Brandmeldeanlagen oder missglückte Kochkünste unter dem Stichwort „Essen auf Herd“ zurückzuführen war, rückten Frauen und Männer der Seulberger Einsatzabteilung dennoch in all diesen Fällen mit ihrer Drehleiter aus. Bereits von einer Brüstungshöhe von acht Meter an gelten Gebäude als hohe Häuser. Hochhäuser dagegen sind höher als 22 Meter. Hohe Häuser sind in der Hugenottenstadt besonders zahlreich vorhanden. Die Drehleiter erreicht, wenn sie 12 Meter Abstand vom Haus hat, Fenster bis in 23 Meter Höhe, so die Bedeutung der beiden Zahlen aus dem Drehleiter-Namen. Steht das Fahrzeug näher an der Hauswand, reicht der Arm samt Korb entsprechend höher. Hochhäuser (über 22 Meter) müssen zudem einen baulichen zweiten Rettungsweg haben (zum Beispiel ein zweites Treppenhaus).

Dass die Drehleiter für die Sicherheit der Friedrichsdorfer unverzichtbar ist, hat sich schon oft gezeigt. Zu den spektakulärsten Einsätzen zählten Brände in Hochhäusern im Köpperner Merianweg und im Burgholzhäuser Salzpfad, aber auch das Großfeuer in der Teichmühle vor einigen Jahren. Seinerzeit konnte, dank Drehleiter, ein Übergreifen des Feuers auf einen weiteren Gebäudetrakt verhindert werden.

Die Drehleiter wurde 2006 gekauft, hat einen 285 PS starken Dieselmotor und wiegt 14,5 Tonnen. Übrigens ist das Spezialgerät nicht nur bei Feuer gefragt. Beispielsweise, wenn Menschen ins Krankenhaus gebracht werden müssen, und der Rettungsdienst verwinkelte oder zu enge Treppenhäuser vorfindet. Auch die Bergung von übergewichtigen Personen gelingt mitunter nur unter Zuhilfenahme der Drehleiter.

Erfreulich: Das Interesse des Nachwuchses für das Ehrenamt als Lebensretter ist groß: Wie die Berichte des Jugendfeuerwehrwarts Holger Göbel und des Mini-Feuerwehr-Beauftragten Frank Puschner zeigten, läuft die Nachwuchsförderung in der Stadtteilwehr ausgezeichnet. So gehören der Mini-Feuerwehr inzwischen 13 Jungen und 3 Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren an, während sich in der Jugendfeuerwehr sogar 19 Jungen und 7 Mädchen auf ihren Dienst in der Einsatzabteilung vorbereiten. Die Einsatzabteilung selbst ist 47 Personen stark.

319 Mitglieder zählt der Förderverein. Sie bereiten gegenwärtig ein Festwochenende anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Seulberg/Bad Wimsbach-Neydharting im Sommer vor. Höhepunkt ist ein Auftritt der „Trenkwalder“ am 25. August am Placken. Informationen im Internet: unter

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