1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Eine Faszination, die vereint

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

ualoka_weilrod_iltis_phk_4c
Seth van der Velde aus Belgien fachsimpelt mit Dieter Winter und Thilo Hagemann (von links) über den Iltis. © Sabine Neugebauer

Weilrod-Altweilnau (sng). »Wir sind der unmilitärischste Militärfahrzeug-Club Deutschlands« - so beschreibt Colin Lohnstein aus Rod am Berg die IG 6014. Am vergangenen Wochenende trafen sich zahlreiche Mitglieder dieser Interessengemeinschaft mit Gleichgesinnten aus Belgien und den Niederlanden auf dem Wohnmobilstellplatz am Egertshammmer bei Altweilnau.

Gegenstand des gemeinsamen Interesses ist das Militärfahrzeug Iltis - und das überwiegend in der RAL-Farbe 6014 lackiert.

So kamen nach zweijähriger Corona-Pause zum 20. Mal rund 40 der olivgrünen Fahrzeuge und etwa 75 Interessierte zusammen, um »Dummzuschwätzen«, wie Iltis-Fan Willi es nannte, sowie zum Beisammensein. Leider würden die Iltis-Freunde immer wieder in eine Schublade mit »Querdenkern«, Nazis oder »Reichsbürgern« gesteckt, »aber da wehren wir uns dagegen«, bekräftigte Willi, da es bei ihnen nur um die Liebe zum Fahrzeug gehe. »Der Iltis war einer der Besten«, betonte er.

Das sehen auch die Freunde aus Belgien um Dominique Cox, Vorsitzender der Iltis Vrienden Belgium und Iltis Doktor Belgien, so. Mit sieben Fahrzeugen waren sie bereits am Donnerstag die etwa 370 Kilometer lange Strecke aus Antwerpen angereist. Zwischen 300 und 360 Kilometern hatten die Iltis-Freunde aus den Niederlanden zurückgelegt. »Wir helfen einander mit Ersatzteilen und bei Reparaturen«, erzählte Cox, einer von ihnen habe immer einen Hänger voll mit Ersatzteilen dabei, die er bereitwillig im Bedarfsfall weitergebe.

Einfache und solide Technik

Lohnstein, der das Treffen vor Ort organisierte, begründete die Faszination Iltis mit dem Gefühl, dass es fast wie Motorradfahren sei, da man »draußen sitze«. Außerdem sei es einfache, solide Technik - fast unkaputtbar. »Man kommt an Stellen mit diesem Fahrzeug, wo man mit anderen nicht hin kommt«, erklärte Lohnstein. Das liege untere anderem an der geringen Breite von nur etwa 1,5 Metern sowie an dem für Geländewagen geringen Gewicht von nur rund 1,4 Tonnen. Der Iltis sei für das Offroad-Fahren ideal, aber leider gebe es nur wenige Stellen, wo das möglich sei.

So ging am Samstag die Orientierungsfahrt über 140 Kilometer durch den Taunus natürlich nur über offizielle Straßen. Unterwegs und auch auf dem Wohnmobilplatz gab es zudem kleine Geschicklichkeitsaufgaben und Spiele.

An diesem Wochenende mit dabei war auch Dieter Winter aus dem Westerwald mit seinem Iltis. Zusammen mit Thilo Hagemann und dessen Fahrzeug hat er schon 17 europäische Länder bereist. Vier Touren von jeweils über 5000 Kilometern waren dazu nötig. »Wir sind bis nach Albanien und nach Spanien gekommen«, berichtete Winter nicht ohne Stolz. »Durch die Rahmenkonstruktion ist der Iltis fast unzerstörbar«, hob Hagemann hervor. Und er sei »feldinstandsetzbar«, sie hätten unterwegs schon Getriebe und Achsschäden repariert. »Der ist für die Ewigkeit konzipiert«, ergänzte Andreas Huth, der ehemalige Iltis-Doktor Deutschland, der diese Treffen vor 22 Jahren einst aus der Taufe gehoben hatte.

Auch interessant

Kommentare