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Bröckelige Idylle: Der Maasgrundweiher braucht mehr als eine Schönheitskur. 

Zuschüsse vom Land

Teurer als gedacht: Maasgrundweiher-Sanierung kostet halbe Million Euro

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Der Maasgrundweiher in Oberursel ist marode. Die Sanierung wird kostspielig. Die Stadt darf aber auf Zuschüsse vom Land hoffen. 

Oberursel – Ein bröckeliger Uferrand und zu wenig Sauerstoff im Wasser - dass der Maasgrundweiher saniert werden muss, ist schon länger bekannt. Billig zu haben ist das aber nicht. Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne) rechnet mit Gesamtkosten von einer halben Million Euro.

Immerhin hat das Land einen Zuschuss von 180 000 Euro in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Gewässer ökologisch erheblich aufgewertet wird, wie Oliver Conz, Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium, jüngst bei einem Ortstermin erklärte.

Oberursel: Besucherstege am Maasgrundweiher werden nicht erneuert

Für die Stadt wäre das auch ökonomisch die bessere Lösung, betont Christof Fink. Zwar werde sie für die Weiher-Sanierung deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als ursprünglich gedacht - gegenüber der ersten Kostenschätzung habe sich der städtische Anteil um 190 000 auf 320 000 Euro erhöht. Ohne den Landeszuschuss wäre das Ganze aber noch teurer, so Fink, selbst wenn man sich auf eine Grundsanierung von Ufer und Weiher beschränken würde.

Dabei habe man schon auf einiges Wünschenswerte verzichtet. So seien in den aktuellen Planungen keine neuen Besucherstege mehr vorgesehen. Das gelte auch für den Modellboothafen, was man mit den Vertretern des entsprechenden Vereins schon besprochen habe.

Wie es mit dem Maasgrundweiher weitergehen soll, entscheiden die Stadtverordneten am Donnerstag, 26. März. Im Laufe dieser Woche befassen sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses bereits mit dem Thema.

Sollte die Politik grünes Licht geben, könnten die Arbeiten bereits im kommenden Herbst beginnen, kündigt Christof Fink an. Ziel sei es, die Sanierung des Maasgrundweihers Mitte 2021 abzuschließen.

Bis dahin sollen an den Ufern nicht nur die maroden Holzelemente ersetzt, sondern auch "ökologisch aktive Zonen" geschaffen werden. Sprich: Es werden spezielle Feucht- und Nassstauden angepflanzt, die wie kleine Kläranlagen arbeiten. Dieser Effekt soll durch schwimmende Pflanzeninseln noch verstärkt werden.

Oberursel: Ufer von Maasgrundweiher wird befestigt

Eine wichtige Rolle spielen dabei Steinschüttungen und sogenannte Xylitwalzen, mit denen die Uferränder befestigt werden sollen. Das Xylit besteht aus Holzfasern, die in der Lage sind, Nährstoffe zu binden und zu verarbeiten. Ihr Haltbarkeitszyklus belaufe sich auf mehr als 30 bis 40 Jahre, erläutert Christof Fink.

Die Xylitwalzen sollen dazu beitragen, die Wasserqualität des Maasgrundweihers zu verbessern und die Artenvielfalt erhöhen, wovon sich das Hessische Umweltministerium auch eine Entlastung der nachfolgenden Gewässer verspricht.

Es sei nachgewiesen, dass unerwünschte Nährstoffe und Ablagerungen aus dem Maasgrundbach über den Urselbach bis in die Nidda gelangten und den Zustand des Flusses beeinträchtigten, hatte Staatssekretär Oliver Conz bei seinem Besuch im Januar erklärt.

Oberursel: Wasserqualität soll besser werden

Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, die Wasserqualität der Nidda bis 2027 wesentlich zu verbessern. Deshalb sei es bereit, sich mit der erwähnten Summe von 180 000 Euro an der Sanierung des Maasgrundweihers zu beteiligen. Selbst stemmen müsse die Stadt dagegen die Kosten für die nach Jahrzehnten ohnehin fälligen Sanierungsarbeiten, so Christof Fink. Dazu gehören das Einrichten von Baustelle und Baustraße, das Erneuern der Uferböschung und des Weiherüberlaufs sowie das Entfernen des abgelagerten Schlamms. Auch den Einbau eines sogenannten "Mönchs", der den Ablauf von sauerstoffarmem Wasser fördert, ist Aufgabe der Stadt.

Bereits seit 2014 bemüht sich die Stadt, die Qualität von Maasgrundweiher und Rushmoorweiher durch Zugabe von Sauerstoff zu verbessern. Das hat auch bereits Wirkung erzielt, reicht aber nicht aus. Was den Rushmoorweiher angeht, werde man sich deshalb zeitnah ebenfalls mit einer Sanierung befassen müssen, kündigt Christof Fink an. Als erstes ist aber der Maasgrundweiher an der Reihe. Der Bau- und Umweltausschuss befasst sich damit am Mittwoch, 11. März, ab 17.45 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses, der Haupt- und Finanzausschuss tagt am Donnerstag, 12. März, ab 18 Uhr im Kleinen Sitzungssaal. 

Von Torsten Weigelt

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