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Eine Powerfrau hinter dem Tresen

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Margarita Krummel liebt ihre Familie, ist aber gleichzeitig auch Geschäftsfrau durch und durch. Mit ihrer Energie hat sie viel im Leben erreicht. © Schwarz-Cromm

Die Wirtin Margarita Krummel ist in ihrem Leben viel rumgekommen

Usingen -Wenn eine Frau eine lange Zeit zwei Lokale leitet, drei Kinder erzieht, Haus und Garten versorgt, dann gehört sie ohne Zweifel in die Kategorie Powerfrau. Eine Frau mit viel Kraft und Elan, das ist Margarita Krummel ohne Frage. Vielen Usingern ist sie als Wirtin im Restaurant "Bembel und Gretel" bekannt, das sie zusammen mit ihrem Ehemann Yves Krummel vor einem Jahr eröffnete.

Margarita Krummel ist in ihrem Leben schon viel herumgekommen. Sie wurde an der Grenze zu Japan geboren. Als sie zwei Jahre alt war, ging es zurück in die Ukraine. Denn ihr Vater ist Ukrainer, ihre Mutter eine Russland-Deutsche. Im Jahr 1992 emigrierte die Familie nach Deutschland, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. "Damals war ich 12 Jahre alt", berichtet Margarita Krummel. Sie ging also in Deutschland weiter zur Schule und machte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Ihr Ausbildungsplatz war das damalige Hotel Sonnenhof in Königstein, der heutigen Villa Rothschild. "Es war eine sehr prägende Zeit für mich", erinnert sich die 42-Jährige gerne zurück.

Damals lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen. Der gemeinsame Lebensweg führte sie nach der Ausbildung erst mal nach London. Danach suchten die beiden in Frankreich berufliche Herausforderungen. Schließlich landeten sie zusammen in Heidelberg, um sich dort in einer renommierten Hotelfachschule - wieder gemeinsam - zu staatlich geprüften Hotelbetriebswirten ausbilden zu lassen. Mit 25 Jahren, es war das Jahr 2005, bekam sie ihr erstes Kind, zwei Jahre später das zweite.

Pläne kosteten viel Kraft

Die folgenden vier Jahre blieb Margarita Krummel zu Hause bei den Kindern. Als das Ehepaar im März 2009 das Restaurant "Rote Mühle" in Bad Soden übernahm, führte und leitete Margarita Krummel das Lokal gleich von Anfang an. Ihr Ehemann unterstützte sie im Geschäft. Die Führung des Lokals sei für sie nicht einfach gewesen. Sie habe zwar die theoretische Ausbildung in der Tasche gehabt, nicht aber die praktischen Erfahrungen, wie man ein Restaurant mit 30 Mitarbeitern und 240 Plätzen selbstständig führt. Doch mit einem guten Team, den richtigen Menschen und der kompletten Familie an der Seite, klappte es. Margarita Krummel war sich zu nichts zu schade. Sie spülte auch als Chefin das Geschirr, wenn es nötig war, und übernahm den Service, wenn einer der Mitarbeiter ausfiel.

"Und dann 2012 habe ich noch einen Sohn bekommen, sozusagen mitten im geschäftlichen Leben." Das Gastronomen-Ehepaar entschied sich für das klassische Modell der Familie: Einer verdient das Geld und der andere ist für die Kinder und Familie da. "Wir lebten dieses Modell allerdings modern", sagt sie. Denn sie habe großes Glück, dass ihr Mann kein Problem hatte, sie in den Vordergrund treten zu lassen.

Die Pläne zur Eröffnung eines neuen Lokals in Usingen, die daraufhin folgende lange Umbauzeit, bis sich die Tür des Restaurants "Bembel und Gretel" endlich 2021 öffnete, kosteten sehr viel Kraft. Den Vorsitz des Gewerbevereins, den sie inzwischen übernommen hatte, musste Margarita Krummel vor Kurzem leider abgeben. Auch die "Rote Mühle" ist seit Ende des vergangenen Jahres vorübergehend geschlossen. Andere Schwerpunkte sind inzwischen in den Mittelpunkt gerückt.

Große Sorge

um die Familie

Es ist der Krieg in der Ukraine, der die Familie Krummel belastet. "Vor allem mein Vater braucht jetzt meine Hilfe." Sie will für ihn eine Stütze sein. Die restliche Familie befindet sich nämlich immer noch in der Ukraine. "Meine Cousins kämpfen für ihr Land", berichtet sie und hofft ,alle unversehrt wiedersehen zu können. Sie setzt sich derzeit im privaten Umfeld für die Ukrainischen Flüchtlinge ein und hilft, wo sie kann.

Und dann ist da ja auch noch das Lokal, das immer noch nicht vollständig fertiggestellt ist. Der Keller soll ausgebaut werden, um als Kleinkunstbühne und für kleinere Musikveranstaltungen genutzt werden zu können. Verständlicherweise ist derzeit aber das Wichtigste die Sorge um die Familie in der Ukraine. msc

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