Planungen

Einer neuer Radweg soll Vordertaunus und Usinger Land verbinden

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Immer häufiger strampeln Radfahrer die dreispurige B 456 zur Saalburg hinauf und rauschen mit ordentlichem Tempo wieder hinab. Das ist auf der vielbefahrenen Straße nicht ungefährlich. Darauf hat Hessen Mobil jetzt reagiert.

Das ist doch mal eine gute Nachricht für Radfahrer: Parallel zur B456 von Bad Homburg-Dornholzhausen über die Saalburg wird ein eigenständiger Radweg in Richtung Wehrheim bis zur L3041 (Landstraße durchs Köpperner Tal) gebaut.

Auch die bestehende, jedoch arg ramponierte Betonpiste, die Radfahrer von der Lochmühle parallel zur L3041 auf eigener Fahrspur in Richtung Friedrichsdorf-Köppern bringt, soll neu ausgebaut werden. Das bestätigt Hessen Mobil auf Anfrage dieser Zeitung.

„Die Kosten für den Radweg zur Saalburg entlang der B456 in Höhe von 450 000 Euro trägt der Bund. Die rund 1,1 Millionen Euro für den Radweg im Köpperner Tal entlang der Landstraße investiert das Land Hessen“, teilt dazu Suzanne Braake, Pressesprecherin von Hessen Mobil mit.

Eine Anzeige des Amtes für Straßen- und Verkehrsmanagement in Wiesbaden in dieser Zeitung hat hellhörig werden lassen. Von Ende Februar bis Ende Oktober sollen demnach bereits die vorbereitenden Maßnahmen und Begehungen der benötigten Grundstücke erfolgen. Dabei werden Pflanzen und Tierwelt auf den betroffenen Gemarkungen kartiert.

„Die Projekte sind Teil der Sanierungsoffensive 2016 bis 2022 des Landes Hessen“, sagt Braake. Damit die Projekte später genehmigt werden können, müsse Hessen Mobil vorab die notwendigen Eingriffe in Natur und Landschaft untersuchen. Zudem werden Vermessungen durchgeführt, um den bestmöglichen Verlauf der künftigen Radwege ins Genehmigungsverfahren einzureichen.

„Wir befinden uns im Anfangsstadium. Konkrete Unterlagen liegen noch nicht vor“, heißt es aus Wiesbaden weiter. Die Notwendigkeit dieser beiden Projekte dürfte außer Frage stehen – nicht nur weil immer mehr Radfahrer auf der stark befahrenen Saalburg-Chaussee unterwegs sind. Verboten ist das zwar nicht, aber äußerst gefährlich. Um Alternativen aufzuzeigen, muss in die 1980er Jahre zurückgeblendet werden. Heute kaum mehr vorstellbar und längst in Vergessenheit geraten: bis zur Eröffnung der so genannten Wehrheimer Umgehung – Fertigstellung war 1987 – führte auch eine direkte Landstraße von Obernhain hinauf zur Saalburg.

Heute ist davon lediglich eine asphaltierte Fahrspur in bestem Zustand erhalten. Kurz hinter der Saalburghalle in Obernhain versperrt eine Schranke Autofahrern den Weg, der aber für Radfahrer freigegeben ist. Sobald es wieder wärmer wird, nutzen viele Radler die derzeit beste Wegführung, um sicher aus dem Usinger Land nach Bad Homburg und Oberursel zu gelangen.

Einzig: die direkte Rad-Anbindung zwischen Vordertaunus und Usinger Land ist wenig bekannt. Ab der Passhöhe hinter dem Römerkastell führen zudem nur noch Forstwege hinab in den Vordertaunus. Da aber der Berufsverkehr an der Saalburgchaussee eine einzige Geduldsprobe ist, steigen immer mehr Menschen auf dem Weg zur Arbeit auf E-Bikes um.

Zugleich wird nicht mehr nur von der Fahrrad-Lobby des ADFC der Ausbau von Radwegen gefordert. Planungen des Regionalverbandes sehen ein Netz von sogenannten Radschnellwegen vor – unter anderem ist eine Anbindung der Vordertaunus-Städte nach Frankfurt vorgesehen. De sternförmig auf die Main-Metropole zulaufenden Radschnellwege sollen zudem untereinander vernetzt werden.

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