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Der untere der beiden Sportplätze in Weißkirchen ist jetzt für Wohnbebauung vorgesehen.

Sportplatz-Bebauung

Ende 2019 kommen in Weißkirchen die Bagger

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Mehr Verkehr, Parkplatzmangel und zu dichte Bebauung: Wenn neue Baufelder im Stadtgebiet entstehen, treiben die Anwohner stets ähnliche Sorgen um. So auch bei der geplanten Sportplatzbebauung in Weißkirchen.

Dass der Fußballplatz an der Oberurseler Straße bebaut werden soll, und zwar mit den in der Brunnenstadt dringend benötigten bezahlbaren Wohnungen, ist schon lange bekannt – der Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung liegt ein knappes Jahr zurück. Es seien die Kicker vom FC Weißkirchen gewesen, die mit der Idee auf die Stadt zugegangen seien, eines ihrer beiden Spielfelder abzugeben, damit es bebaut werden kann, wenn sie im Gegenzug auf dem verbleibenden Feld einen Kunstrasenplatz bekommen, wie Kämmerer Thorsten Schorr (CDU) im Ortsbeirat Weißkirchen erneut betonte.

Sonst wäre die Verwaltung nicht auf die Idee gekommen, diese Fläche anzutasten, entgegnete er einem Anwohner, der wissen wollte, warum nicht beide Plätze erhalten bleiben und stattdessen woanders die Bagger anrollen könnten, etwa auf der „Hundekackwiese“ am benachbarten Tennis-Club. Die Anregung war eine Einzelstimme, das Projekt wird nicht von den Weißkirchenern abgelehnt. Was sie umtreibt, sind vielmehr die bekannten Sorgen: Wird es noch mehr Verkehr und noch größere Parkplatzprobleme geben? Und wie dicht wird die Bebauung? Mehrere Dutzend Bürger waren denn auch zur Sitzung des Gremiums gekommen, wo das Bauvorhaben auf der Tagesordnung stand, soll doch, wie berichtet, der Grundsatzbeschluss geändert werden.

Statt, wie ursprünglich vorgesehen, auf dem nördlichen Platz Wohnungen zu errichten, soll das neue Quartier auf dem südlichen Feld entstehen, das nördliche mit Kunstrasen und Flutlichtanlage ertüchtigt werden. Laut Stadt ist das ein

Gewinn für alle Seiten

: „Der nördliche Platz ist größer – und eben“, sagt Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung. „Aber auch die Anwohner werden besser damit leben können.“ Die in der Regel nach Süden gerichteten Balkone und Terrassen der Neubauten wären dem Fußballplatz abgewandt, also ruhiger. Ein Vorteil sei aber auch, dass das Vereinsheim der Kicker nicht am südlichen Feld bleiben könne, sondern am Kunstrasenplatz ein Neubau entstehen müsste. „In diesen sauren Apfel müssen wir beißen“, so Richter.

In der Folge würde sich auch die Parkplatzsituation entspannen, etwa in der Memeler Straße. „Dann ist bei Punktspielen nicht mehr alles zugeparkt. Keiner parkt da unten und läuft hoch“, entgegnete er einem Anwohner, der in Sachen Stellplätze nachhakte. Jene für die Fußballer am nördlichen Platz würden erhalten bleiben und nicht dem Neubaugebiet zugerechnet.

Die Angst vor zusätzlichem Verkehr versuchte Kämmerer Schorr den Anliegern zu nehmen: „Die Memeler Straße soll nicht durchgestochen werden.“ Ins Gebiet Memeler, Tilsiter und Kolberger Straße solle nicht mehr Verkehr kommen.

Hauptsächlich würden die neuen Anwohner dann die Ludwig-Erhard-Straße nutzen, das sei am attraktivsten, meinte Richter. Auch in Sachen Leichtathletik hakten die Bürger, aber auch der Ortsbeirat nach – die bestehende Tartanbahn wird dem neuen Quartier und der geplanten Fuß- und Radwegverbindung zwischen Memeler Straße und nördlichem Platz weichen müssen. Man sei daran interessiert, mit allen Vereinen eine einvernehmliche Lösung zu finden, so auch mit dem Turnverein. „Und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine neue Bahn realisieren können“, sagte Schorr. Zudem gebe es Überlegungen, wo ein alternativer Bolzplatz geschaffen werden könne. Arnold Richter indes betonte auf Nachfrage eines Bürgers, dass man mit der Anzahl der Wohnungen auf dem knappen Hektar „nicht ans High End gehen“ wolle.

Er sprach von „maximal“ 70 bis 80 Einheiten. Südlich sei erst einmal eine Reihe Einzel- oder Reihenhäuser vorstellbar, dann, nach oben hin, Mehrfamilienhäuser mit drei Geschossen plus Staffelgeschoss. Den Ortsbeirat überzeugte das Konzept, er lobte die Planung und stimmte der Beschlussvorlage ohne Gegenstimmen zu. Das Parlament wird sich am Donnerstag wohl anschließen, dann geht es in großen Schritten dem Bebauungsplan entgegen. Für die Anlieger soll es noch vor den Sommerferien eine Veranstaltung mit genaueren Informationen geben, Der erste Bagger soll dann Ende 2019 anrollen.

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