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Endlich wieder unbeschwert feiern

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»Ohne Dampf kein Mampf«: Galib Aliyev stand zuletzt noch in Wipperfürth mit seinen Maisbällchen, die mit Stickstoff versetzt sind. In Usingen zeigen sich die Besucher eher vorsichtig gegenüber seiner Molekular-Küche. FOTOS: SCHWARZ-CROMM © Red

Usingen. Es ist endlich wieder etwas los im Buchfinkenland, und die Menschen nehmen das Angebot dankbar an. Am Freitagnachmittag hat Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) das dritte Street-Food-Festival eröffnet. Eine Veranstaltung, die bisher auf dem Alten Marktplatz stattfand. Diesmal hatte die Stadt zusammen mit den Organisatoren Michael Schorn und Dominik Fuchs den Neuen Marktplatz dafür ausgesucht.

Der Bürgermeister erklärte, dass der Platz zum einen gepflastert sei und sich die Besucher zum anderen sicherer fühlen könnten, weil der Durchgangsverkehr der Bundesstraße keine Gefahr darstelle. Vor allem für die Kinder, und an die war natürlich am Wochenende überall gedacht. Die bunten Luftballonfiguren wurden schnell von den ganz Kleinen erobert. Ein Kinderkarussell wartete ebenso auf die ganz jungen Besucher. Und wer von den Erwachsenen auch mal eine Runde drehen wollte, der stieg einfach in die Gondel des Riesenrades und sah sich das bunte Geschehen von oben an.

Drei Tage Zeit, um alles zu probieren

Nicht nur da oben stiegen den Besuchern die leckersten Gerüche in die Nase. Im Kreis angeordnet lockten kulinarische Genüsse, und es war eine echte Herausforderung, alles auszuprobieren. »Deshalb stehen wir ja drei Tage hier«, erklärte Dominik Fuchs. Und tatsächlich kamen viele mehrmals vorbei. »Die Menschen wollen endlich wieder was erleben«, urteilte der Bürgermeister. Er dankte nicht nur den beiden Veranstaltern der Fuchs-Konzept-Fabrik, sondern auch den Stand-Betreibern, die stellenweise viele hundert Kilometer in Kauf genommen hatten, um in Usingen dabei zu sein. Wernard betonte, als Bürgermeister auch für das Wetter verantwortlich zu sein und die Wolken, die gerade düster aufzogen, zu vertreiben.

Mit einem herzlichen »Aloha« grüßte da auch schon der Betreiber der Hawaii-Burger, Koray Kakil. Die ganze Familie arbeitete an seinem Stand, um die Halakahiki-Burger vor aller Augen zuzubereiten. »Bei uns kommen alle Zutaten aus regionaler Produktion und sind frisch«, berichtete seine Verlobte, die auf die Nachhaltigkeit der verwendeten Produkte hinwies. Wenn da nicht endlich ein Verdauungsschnaps fällig war ... Doch was hatte es mit den bunten Bällchen auf sich, die Galib Aliyev auftischte? Dabei handelte es sich um Maisbällchen, die - mit Stickstoff bearbeitet - serviert werden. So manch einer verhielt sich eher vorsichtig, bevor er davon naschte, denn beim Essen entwich ständig Rauch aus dem Mund wie bei einem Drachen. Der Slogan des Geschäftsmanns aus Aserbaidschan lautete daher auch »Ohne Dampf kein Mampf«.

Beim Sangria mit Tapas fühlte sich so mancher Besucher wie in den Urlaub versetzt. Und warum nicht mal Mandeln zum Nachtisch? Oder besser Frozen Joghurt mit Baumkuchen? Na ja, dieser konnte zwar nicht mit 16 Gewürz-Sorten wuchern wie die Mandeln, und dennoch wurde die Schlange am Joghurt-Stand am Abend immer länger.

Ja, ein Street-Food-Festival hat schon was zu bieten. Beispielsweise Spiral-Kartoffeln von Mr. Twister. Bei den Portugiesen gab es natürlich Meeresfrüchte. Und die Syrer präsentierten Falafel mit hochwertigen Lebensmitteln sowie viel Liebe und Leidenschaft zum Detail, wie es aus der »Küche« hieß, und zwischen Tradition und Moderne. Den größten Aufwand aber betrieben die Afrikaner, ob beim Aufbau ihres Standes oder beim Zubereiten ihrer Speisen.

Corona einfach mal vergessen

Satt und gut gelaunt konnte es also weitergehen mit Live-Musik. Dazu lief das Bier in Strömen aus dem Hahn. Gestern mischte sich dann noch ein Zauberer unter die Menschen, denen man anmerkte, dass es gut tat, mal wieder unbeschwert feiern zu können - sofern man Corona einfach mal kurz vergisst. Dennoch: Der Bürgermeister hatte nicht Recht, denn es regnete stark am Freitag. Wollte er nicht die Wolken vertreiben? Hat er etwa seinen Teller nicht leer gegessen?

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Am Freitag macht der Regen einen Strich durch die Rechnung, aber am Samstag und Sonntag wird das Street-Foot-Festival in Usingen gut besucht. © Red

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