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Information ist wichtig: Jugendwart Oliver Debus, Vorsitzender Wolfgang Voigt, Pressewart Michael Feiler und Zweiter Vorsitzender Christian Schmitz von der AG Orion besuchten in Coswig in Sachsen-Anhalt eine solche Anlage.

Finanzierung des Baus steht

Endspurt für die Volkssternwarte

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Seit Jahren träumt die Astronomische Gesellschaft Orion von einer Sternwarte – und jetzt wird sie endlich kommen. Die Grundstücksverträge stehen vor der Unterschrift, die meisten Gelder sind vorhanden – die Sache ist sozusagen auf der Zielgeraden.

Wenn am frühen Morgen des 21. Januar, um kurz nach halb vier Uhr morgens, die auch in unseren Breitengraden zu beobachtende totale Mondfinsternis startet, werden vermutlich die meisten Leute noch schlafend im Bett liegen. Einer, der ganz sicher wach sein wird und das Ganze beobachten, ist Michael Feiler, der Pressewart der Astronomischen Gesellschaft Orion. Der Usinger Hobbyastronom lebt sozusagen für den Blick in die Sterne und ist in der Astronomieszene durch die Veröffentlichung von eigenen Sternkarten ziemlich bekannt. Unter anderem hat er das Buch „Drehbare Himmelskarte: Zu jeder Stunde wissen, wo die Sterne stehen“ geschrieben und den „Deep Sky Reiseatlas“, ein Werkzeug für den nächtlichen Einsatz unter dem Sternenhimmel.

Aber so gut er sich dort auch auskennt, eine Mondfinsternis, die ist auch für ihn immer wieder etwas Besonderes. Denn, anders als die Sonne bei einer Sonnenfinsternis wird die Mondscheibe bei einer totalen Mondfinsternis nicht völlig verdunkelt, sondern von Streulicht aus der Erdatmosphäre noch beleuchtet und erscheint glutrot.

Feiler wird das Spektakel durchs eigene Teleskop beobachten, aber in absehbarer Zukunft werden auch Interessierte, die nicht mal eben ein Teleskop daheim stehen haben, in der Lage sein, Mondfinsternisse und andere Himmelserscheinungen zu beobachten. Denn die Astronomische Gesellschaft Orion arbeitet derzeit, wie mehrfach berichtet, fieberhaft am Aufbau einer Volkssternwarte Hochtaunus. Und das ganze Projekt nimmt allmählich Formen an, denn, wie Feiler sagt: „Momentan sind wir im Endspurt.“ Die Verträge mit der Stadt Bad Homburg zur Umsetzung der bereits durch die städtischen Gremien bewilligten Zuwendung seien kurz vor der Unterschrift. Feiler: „Die Unterstützung von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und dem Magistrat sind natürlich klasse.“ Zur Erinnerung: Die Stadt schließt mit der AG Orion einen Fördervertrag und einen Überlassungsvertrag für das Grundstück am Peter-Schall-Haus.

Aber nicht nur die Stadt ist mit im Boot, sondern auch der Hochtaunuskreis. „Mit ihm wurde nämlich vereinbart, dass die Volkssternwarte Hochtaunus auch als Schulsternwarte genutzt werden wird“, erklärt Feiler, der auch angetan davon ist, dass Landrat Ulrich Krebs (CDU) in der Sache so engagiert ist. Dieser hatte kürzlich erklärt: „Für Schüler ist die Beschäftigung mit weltanschaulichen Fragen wichtig. Die Jugendlichen müssen eine Vorstellung davon be-kommen, welche Position die Erde im Weltraum einnimmt. Dazu gehört auch zu lernen, wie verletzlich unser Planet ist und wie man verantwortungsvoll mit ihm umgeht.“

Sponsoren fürs Teleskop

Weswegen die ganze Sache finanziell auch schon gut abgesichert ist. Der aktuelle Spendenstand liegt laut Feiler bei knapp 150 000 Euro. Von der Stadt kommen 80 000 Euro, vom Kreis 40 000 Euro – in Form eines Investitionskostenzuschuss, der auf Nachweis je nach Baufortschritt und auf Abruf im Zuge der baulichen Projektumsetzung ausgezahlt wird –, 30 000 Euro aus Spenden anderer Quellen. „Und damit ist die Finanzierung für das Gebäude inklusive der Kuppel gesichert“, freut sich Feiler.

Allerdings fehlt noch etwas ganz Entscheidendes zur Fertigstellung der Sternwarte: „Wir suchen noch Sponsoren für das Teleskop und die Montage. Es wäre natürlich klasse, wenn wir noch das einen oder andere Unternehmen aus dem Hochtaunuskreis für unser Vorhaben begeistern könnten“, betont Feiler. Der fehlende Betrag belaufe sich auf mindestens 40 000 Euro, schätzt er.

„Wir wollen ja auch ein großes und repräsentatives Teleskop anschaffen. Die stabile und hochwertigere Optik hat eben einfach ihren Preis“, erklärt der AG Orion-Pressewart. Er ist guten Mutes, dass das Geld zusammenkommt. Und deswegen geht der Verein auch davon aus, dass der Baubeginn voraussichtlich im Spätsommer 2019 erfolgen kann. Feiler: „Das passt dann auch ganz gut mit dem Jubiläum 50 Jahre Mondlandung zusammen.“ Voraussichtlicher Betriebsbeginn soll im Frühjahr 2020 sein.

Sechs Finsternisse 2020

Für die dann anstehende totale Mondfinsternis am Montag, 21. Januar, bei der sich der Mond voraussichtlich gegen 3.55 Uhr wieder blutrot färben wird, kann man also noch nicht die Vokssternwarte nutzen, aber im Jahr 2020 sind ja insgesamt sechs Finsternisse prognostiziert, zwei Sonnen- und vier Mondfinsternisse.

Wer den Bau der Volkssternwarte unterstützen möchte, kann dies auf das Spendenkonto der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. tun, IBAN: DE30 5125 0000 0001 0574 80, BIC: HELADEF1TSK, Taunus Sparkasse, Verwendungszweck: Volkssternwarte.

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