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Energie aus Hasselbach?

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Omega Solar will auf acht Hektar Fläche Strom erzeugen

Hasselbach -Oberhalb von Hasselbach in Richtung Haintchen könnte es bald einen Solarpark geben. Die Münchener Firma Omega Solar, ein Unternehmen der PPS-Gruppe, will dort auf Weilroder Gemarkung eine Photovoltaik-Anlage errichten, von deren Erlösen aus der Einspeisevergütungen auch die Gemeinde Weilrod profitieren könnte.

Im Bauausschuss wurde das Vorhaben jetzt durch die Omega Solar-Geschäftsführer Hartmut Peters und Felix Wieler in einer Zoom-Konferenz vorgestellt. Grundsätzlich wurden die Projektideen quer durch die Fraktionen als sinnvoller Teil der Energiewende begrüßt und zustimmend zur Kenntnis genommen.

Beschlossen ist damit allerdings noch nichts. Die Gemeindeverwaltung wird den Fraktionen nun alle vorgestellten Unterlagen übergeben, damit sie sich in internen Beratungen eine konkrete Meinung dazu zu bilden können. In einer der nächsten Sitzungen nach der Sommerpause könnte dann das weitere Vorgehen Schritt für Schritt beschlossen werden. Sollte sich das Projekt Solarpark dann als konsensfähig erweisen, muss noch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan den baurechtlichen Rahmen definieren.

Bebauungsplanerstellen

Die PPS-Gruppe hat in einer Zwangsversteigerung die Grundstücke am Ortsrand von Hasselbach erworben. Es handelt sich dabei um eine Fläche von etwa acht Hektar Ackerland im unbeplanten Außenbereich rechts der L 3337 bis etwa zu der scharfen Linkskurve Richtung Haintchen.

Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind, anders als Windkraftanlagen, keine privilegiert zulässigen Vorhaben im Außenbereich. Deshalb bedarf es eines Bebauungsplans, der vorhabenbezogen sein und vom Bauherrn bezahlt werden muss. Nach der Freiflächensolaranlagenverordnung sind in Hessen aber bereits seit 2018 in benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten solche Anlagen möglich. Die Böden an dieser Stelle gelten als ertragsarm.

Nach den bisherigen, im Bauausschuss vorgestellten Planungen sollen die Solarmodule aufgeständert, das heißt dem Sonneneinfall zugewandt, schräg aufgestellt werden. Das, so die beiden Geschäftsführer, biete die Möglichkeit, den Solarpark von Schafen beweiden zu lassen. Teilweise könnten die Flächen aber auch als Bienenweide dienen und somit einen weiteren ökologisch sinnvollen Zweck erfüllen. Es ist daran gedacht, den Solarpark rundum mit einer Hecke als Sichtschutz zu versehen. Dies könnte zu einem Biotop für Vögel und Kleinlebewesen werden.

Teil der Vorverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Gemeinde ist eine Beteiligung Weilrods an den Einspeisevergütungen in Höhe von 18 000 Euro jährlich, fest auf 25 Jahre. Zudem soll eine Wegenutzungspauschale von 11 000 Euro jährlich erhoben werden. Es gibt bereits Überlegungen, die 29 000 Euro, die der Gemeinde jährlich zufließen würden, nicht für konsumptive oder investive Ausgaben zu verwenden, sondern auf das Vermögen der Bürgerstiftung einzuzahlen.

Es bleibt nun abzuwarten, wie das Projekt in Hasselbach ankommt. Einige Ortsteilbürger waren als Zuschauer zu der Bauausschusssitzung gekommen. Die von ihnen ausgehende Grundstimmung war durchaus ambivalent. Während die einen in dem Solarpark eine "gute Sache" zu sehen schienen, herrschte bei anderen eher Sorge vor einer weiteren Belastung vor. Bekanntermaßen sehen sich die Bürger des Ortsteils Hasselbach bereits durch die sie umgebenden Windenergieanlagen in besonderem Maße von der Energiewende belastet. Gleichwohl wurde in der Sitzung aber auch betont, dass man von Hasselbach aus sehr wenig von dem Solarpark sehen werde.

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