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Entlassener Mitarbeiter erschießt Klinikchef

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Ein 56-Jähriger soll den Kommunalpolitiker Wolfgang Potinius erschossen und danach sich selbst umgebracht haben. Der mutmaßliche Täter, Henning B., schoss sich in Neu-Anspach vor den Augen der Polizei in den Kopf, wie Staatsanwaltschaft und Polizei gestern berichteten. Durch die Spurenlage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er der Täter war.

Ein 56-Jähriger soll den Kommunalpolitiker Wolfgang Potinius erschossen und danach sich selbst umgebracht haben. Der mutmaßliche Täter, Henning B., schoss sich in Neu-Anspach vor den Augen der Polizei in den Kopf, wie Staatsanwaltschaft und Polizei gestern berichteten. Durch die Spurenlage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er der Täter war.  

Das zuvor erschossene Opfer war lange CDU-Politiker in der Wetterau. Potinius war laut Staatsanwaltschaft am Montagabend mit schweren Verletzungen in der Garage seines Hauses in Nidda gefunden worden. Alle Rettungsversuche blieben erfolglos. Die Obduktion ergab, dass ihn zwei Schüsse trafen, in den Kopf und in den Oberkörper.

Die Ermittlungen führten sehr schnell zu dem 56-Jährigen, wie die Gießener Staatsanwaltschaft weiter berichtete. Eine Angehörige hatte ihn am selben Abend als vermisst gemeldet. In einem Brief soll er Selbstmordgedanken geäußert und erwähnt haben, das er noch etwas erledigen müsse. Polizisten fuhren zum Haus des Mannes, trafen ihn aber zunächst nicht an.

Der 56-Jährige sei dann in der Nacht zum Dienstag plötzlich vor seinem Haus erschienen – mit einer Schusswaffe in der Hand. Die Beamten hätten ihn aufgefordert, die Waffe fallen zu lassen. Dann sei alles sehr schnell gegangen, berichtete die Sprecherin. „Ohne Vorwarnung hat er die Waffe zum Kopf gehoben und geschossen.“ Er starb noch an Ort und Stelle. Nidda und Neu-Anspach liegen Luftlinie 40 Kilometer voneinander entfernt.

Bei den Ermittlungen fiel der Verdacht – wohl durch Auswertungen von Telefongesprächen – schnell auf den 56-jährigen, bei dem es sich nach Informationen dieser Zeitung um einen ehemaligen Mitarbeiter des Wetterauer Gesundheitszentrums handeln soll. Der Mann war noch nicht lange in der Taunusstadt, denn seinen Wohnsitz hatte er aus der Wetterau noch nicht umgemeldet.

Der 56-jährige Henning B. hat 2007 das Gesundheitszentrum verlassen. Aussagen ehemaliger Mitarbeiter zu Folge soll es in der Kasse des Unternehmens Unregelmäßigkeiten gegeben haben, woraufhin Henning B. als damaliger Leiter der Personalabteilung gehen musste. In einem späteren Prozess hatte sich der Wahl-Neu-Anspacher auf einen Vergleich eingelassen, der mit Geldbuße endete. Im September 2008 erklärte er sich bereit, 1500 Euro Buße zu zahlen.

Verfahren wegen Untreue

Über das Motiv des Neu-Anspachers kann derzeit nur gemutmaßt werden. Der in Nidda Getötete soll 2007 durch Aussagen den Anspacher belastet haben, weshalb das Verfahren wegen des Verdachts der Untreue erst in Fahrt kam.

Lucia Puttrich, die hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Vorsitzende der Wetterauer CDU, zeigte sich schockiert über Potinius’ Tod. Es sei ein tiefer Schock für die Union und auch für sie ein schwerer Schlag: „Er war für mich ein enger, persönlicher Freund und eine wirkliche Vertrauensperson, ich bin zutiefst betroffen“, ließ Puttrich mitteilen.

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