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Entschleunigen mit vier PS

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Ein Freundeskreis aus dem Weiltal macht sich immer wieder an Wochenenden zu gemeinsamen Kutschtouren auf den Weg. Sebastian Kirchner (links) und Thomas Padnitz genießen diese Art des naturnahen und gemütlichen Reisens. © pieren

Freundeskreis startet regelmäßig zu Ausflügen mit der Kutsche

Weilrod -Der Berufsalltag ist oft ziemlich anstrengend, und auch das Tempo der Freizeitgestaltung hat nach zwei Jahren Pandemie längst wieder einen überraschend hohen Takt aufgenommen. Die Folge: Das berühmte Hamsterrad beschleunigt wieder zunehmend.

Der Freundeskreis der Familien Bierwirtz und Unrau hat seit Jahren schon ein probates Mittel, um die Zwänge des Alltages abzustreifen: Mindestens an einem Wochenende im Jahr unternehmen die Freunde aus dem Weiltal eine gemeinsame Kutschfahrt mit den beiden Gespannen der Familien.

Jeder hat

feste Aufgaben

Vier Pferdestärken genügen dabei, um ohne jeglichen Druck in zwei Planwagen mit Kutschbock jeweils zu viert zwischen Lahn, Weil, der Saalburg, dem Rotem Kreuz und der Wetterau auf Feld-, Wald- und Wiesenwegen unterwegs zu sein. Jaulende Motorräder oder genervte Autofahrer lassen die acht Freunde nur relaxt den Kopf schütteln.

"Wir sind stets ein ganzes Wochenende unterwegs, mindestens zwei Nächte. Wir übernachten bei befreundeten Pferdehaltern", berichtet Sebastian Kirchner, der selber gar keine Pferde hat. "Seit ich mit von der Partie bin, habe ich eine feste Aufgabe übernommen. Unterwegs und am Zielort muss ich zuerst den Kaltblütern Wasser in Eimern bringen." Das gilt an Bachläufen ebenso wie bei Zwischenstopps in Gaststätten.

Um das Wochenende so richtig zünftig zu gestalten, haben die Weilroder stets Zelte und Schlafsäcke dabei. Nach dem Grillen am Lagerfeuer wird am Ende des Tages irgendwo auf den Grundstücken der Bekannten im Freien übernachtet. "Wir genießen das naturnahe Reisen. Wer langsam reist, kann unterwegs besondere Momente einfangen, die man aus dem Auto überhaupt nicht wahrnimmt", beschreibt Kirchner.

Die jüngste dreitägige Kutschfahrt, bei der die Reisegruppe auch am Alten Marktplatz in Usingen Station für eine Stärkung gemacht hatte, führte aus dem Weiltal kommend über die Saalburg nach Oberstedten im Vordertaunus und wieder zurück. "Unterwegs kamen wir zur Deponie Brandholz, sind von dort aus über Westerfeld und Obernhain die alte autofreie Landstraße hinauf zur Saalburg", skizziert Kirchner die Route, auf der sie immer wieder die Aufmerksamkeit anderer Ausflügler, Wanderer und Radfahrer auf sich zogen.

Intensiv die Heimat kennenlernen

Seit Jahren schon durchstreifen die Kutschfahrer so den Naturpark Taunus. Sie lernen dabei intensiv die Heimat kennen.

"Die weitesten Ziele waren Bad Nauheim oder Münzenberg in der Wetterau", so Kirchner. "In Weilburg und Braunfels haben wir auch schon Quartier bezogen. Jedes Mal kommen wir unglaublich erholt wieder zurück und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Erlebnis im Planwagen."

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