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Erkannt - und gebannt

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Andreas Wünsch aus Wilhelmsdorf ist froh, dass der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) auf seine Bitte hin schwarze Vogel-Silhouetten auf die Glasscheibe des Wartehäuschens am Haltepunkt der Taunusbahn geklebt hat. © Red

Usingen-Wilhelmsdorf (map). »Stellen Sie sich vor, Sie laufen am frühen Vormittag im Gegenlicht der Morgensonne auf dem Waldweg von Wilhelmsdorf zum Hattsteinweiher«, sagt Andreas Wünsch aus Wilhelmsdorf ein durchaus denkbares Szenario. »Wenn dann jemand - wieso auch immer - eine Glasscheibe mitten über den Weg spannen würde, dann kracht man auch unvermittelt gegen die Scheibe.

«

Nicht anders wird es Dutzenden von Vögeln ergangen sein, die seit Februar in den Morgenstunden, vom Ort kommend, gegen die Glasscheibe des Wartehäuschens am Haltepunkt der Taunusbahn in Wilhelmsdorf geflogen sind. Das Problem: Die Vögel haben sich - durch den nahenden Frühling bereit zur Balz - beim Flug gegen die Scheibe das Genick gebrochen.

Initiative ergriffen

»Immer wieder habe ich morgens am Bahnhof tote Vögel dort liegen sehen. Manchmal waren es richtig viele«, sagt Wünsch. »An einem Tag ist ein kleines Mädchen in Tränen ausgebrochen, als sie zahlreiche verendete Vögel auf dem Bahnsteig liegen sah. So konnte es nicht weitergehen.«

Den Wilhelmsdorfer hat das Geschehen nicht kalt gelassen. Auf eigene Initiative rief er bei der Hessischen Landesbahn, dem Betreiber der Taunusbahn, an. Später auch beim RMV. Doch es tat sich zunächst nichts, weshalb er sich daraufhin auch bei der Redaktion dieser Zeitung meldete.

Ein Anruf bei der Pressestelle des Hochtaunuskreises genügte - wohl auch deshalb, weil der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) Eigentümer der Bahnstrecke durchs Usinger Land ist und somit auch für die Haltepunkte verantwortlich. Die Pressesprecherin nahm sich umgehend des Anliegens an, und der VHT reagierte.

Problem unbekannt

»Das Problem war uns bisher nicht bekannt. Wir werden aber schnellstmöglich Vogelschutzaufkleber anbringen, um die Situation vor Ort für die Vogelwelt zu entschärfen und weitere Vorfälle zu verhindern«, versprach Pressesprecherin Kerstin Junk.

Nur wenige Tage später waren auf der Glasscheibe des Wartehäuschens tatsächlich Aufkleber mit schwarzen Vogel-Silhouetten angebracht. »Seither habe ich tatsächlich keine toten Vögel mehr gesehen«, sagt Wünsch. »Mein Dank gilt allen Verantwortlichen, die das so schnell erledigt haben. Prima, dass das so schnell geklappt hat.«

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