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Erneut in die Gespräche einsteigen

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Das Wintersteingebiet einmal von der anderen Seite, hier aus unmittelbarer Nähe der Raststätte Wetterau an der A 5 aufgenommen. © kopp

Windkraft: Bürgermeister mischt wieder mit, "um Schaden abzuwenden"

Wehrheim -Verhindern ist nicht mehr, Windkraftanlagen im Wintersteingebiet werden kommen. Dies ist nun auch jenen klar, die bislang in der Wehrheimer Gemeindevertretung gegen diese Pläne gearbeitet haben. Auf einen Antrag der SPD hin wird nun das Apfeldorf doch wieder in die Gespräche um Anzahl, Ort und Beteiligte einsteigen.

Doch inwiefern die Gemeinde an den zu erwartenden Pachtzahlungen beteiligt sein wird, das ist selbst nach der Sitzung des Parlaments am Freitag unklar. Die SPD hatte in ihrem Dringlichkeitsantrag gefordert, alles Notwendige zu tun, um wieder an den bevorstehenden Projekten beteiligt zu sein und so finanziellen Schaden abzuwenden. Doch dieser Antrag wurde von der CDU abgeändert mit dem Hinweis darauf, dass nur mit dieser Änderung eine parlamentarische Mehrheit erreicht werde und CDU und FDP dann zustimmen würden.

Von Entwicklung komplett überholt

Im CDU-Antrag heißt es demzufolge, dass die Gemeinde an den regelmäßigen Gesprächen der beteiligten Kommunen Ober-Mörlen, Friedberg und Rosbach sowie weiterer Beteiligter wie Bundesforst und Hessen Forst teilnehmen soll, um generell Schaden abzuwenden. Das Parlament solle dann über diese Gespräche durch Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) informiert werden. Der konnte bislang nichts mehr weitergeben, da er nach dem Ablehnungsbeschluss des Wehrheimer Parlaments zu einer weiteren Beteiligung an den Gesprächen nicht mehr teilgenommen hatte, weil er auch keinen Auftrag mehr dazu hatte.

Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn Vorstellung der SPD war es, bei den Planungen darauf hinzuwirken, dass ein Teil der Anlagen auf Wehrheimer Flächenbesitz errichtet wird, so dass die Gemeinde Einnahmen erzielt. Dies zumal vor der Tatsache, dass Wehrheim eine Fläche im betroffenen Gebiet besitzt, das gar nicht zur Gemarkung Wehrheim gehört, also etwas weiter entfernt ist. Doch der Antrag der CDU könnte auch so gedeutet werden, dass Sommer nur darauf hinwirken soll, die Anlagen so weit weg wie möglich von Wehrheim zu planen.

Auf diesen Unterschied machte auch Mark Sen-Gupta (Grüne) deutlich aufmerksam. "Ich halte davon gar nichts", so sein Kommentar. Sen-Gupta ging auf das wechselhafte Abstimmungsverhalten des Parlaments im vergangenen Jahrzehnt ein und bilanzierte: "Was wirklich passiert ist, ist nichts. Und das seit zehn Jahren." Wehrheim sei inzwischen von der Entwicklung komplett überholt worden. Dabei würden Anlagen im doppelten Volumen der bestehenden Weilroder Anlagen reichen, um Wehrheim komplett energieautark zu machen. Sen-Gupta drängte aus diesen Gründen auch auf eine deutlich aktivere Beteiligung der Gemeinde an den Vorhaben.

Dem Bürgerwillen Rechnung tragen

Was FDP-Fraktionschef Klaus Schumann zu dem Hinweis nötigte, dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung gegen Anlagen vor der eigenen Haustür sei. Dem müsse man Rechnung tragen. Der Bau der Anlagen sei definitiv nicht mehr zu verhindern. Doch angesichts zu erwartender 20 bis 30 Anlagen mit einer Nabenhöhe von 230 Metern sei der CDU-Antrag richtig und notwendig, um die Wehrheimer Interessen zu vertreten: Schadensabwendung. Die SPD hatte somit am Ende der Diskussion zumindest ein Ziel erreicht. Denn bei Enthaltung von Sen-Gupta wird Bürgermeister Sommer nun mit einem einstimmigen Votum des Parlaments an den weiteren Gesprächsrunden teilnehmen und somit auch die dort erhaltenen Informationen ins Parlament tragen.

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