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Die Erschließung des Neubaugebiets Borngrund geht dem Ende entgegen. Bald kann gebaut werden.

Neubaugebiet

Erschließung: Endspurt im Borngrund

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Nach Verzögerungen soll die Erschließung des Neubaugebiets Borngrund in Stierstadt bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Dann können die privaten Häuslebauer loslegen – nach 20 Jahren politischer Diskussion. Ein Thema könnte erneut aktuell werden.

Für manche kommt es tatsächlich zu spät: Der ein oder andere, der einst im Borngrund in Stierstadt bauen wollte, wird dort nicht hinziehen – sei es, weil er längst woanders lebt, weil er sein Grundstück der nächsten Generation zur Verfügung stellt, oder weil er die Fläche zu einem guten Preis veräußert hat. Denn Oberursels Kommunalpolitik hat 20 Jahre über die Entwicklung des Borngrunds, gelegen südwestlich von Gartenstraße und Kiesweg, diskutiert. Ziel war ursprünglich, den Eigentümern der Grundstücke das Bauen zu ermöglichen. Aber: „Ein großer Teil hat verkauft“, weiß Stierstadts Ortsvorsteher Ludwig Reuscher (CDU).

In einigen Wochen können die ersten Bauherren loslegen. Mitte Juni, so kündigt die Stadtverwaltung an, sollen die Erschließungsarbeiten abgeschlossen werden, die sich in den vergangenen Monaten verzögert hatten – wegen Kälte und Niederschlägen, wie es hieß.

Die Kanalarbeiten im Gebiet sind beendet. Anfang des Monats haben die Stadtwerke begonnen, Wasser- und Gasleitungen zu legen; ebenso werden Strom- und Telefonleitungen verlegt. Etwa 2,9 Millionen Euro kostet die Erschließung. Eine Summe, die größtenteils durch Erschließungsbeiträge reinkommen soll und die trotz Verzögerungen nicht gestiegen sei, beteuert Stadtsprecherin Nicole Horn.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung zufrieden über das Baugebiet, das

„Wohnen im Grünen“

ermögliche. Auf etwa 2,8 Hektar stehen nach jüngsten Zahlen der Stadt 59 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser zur Verfügung. Brum sagt im Hinblick auf die lange politische Diskussion aber auch: „Es hat deutlich länger gedauert, als wir geglaubt haben.“

Für Stierstadt im Allgemeinen und die Anlieger im Besonderen sind die Bauarbeiten eine Belastung, bringen Baustellen doch außer Lärm zusätzlichen Verkehr und Umleitungen mit sich. „Es hat doch ziemlich viel Ärger gegeben“, sagt Reuscher, der Gespräche mit Anwohnern geführt und bei der Verwaltung auf eine „anständige Beschilderung“ gedrungen hat.

Parallel zur Erschließung des eigentlichen Baugebiets wurde nämlich mit der sogenannten äußeren Erschließung begonnen, die die Neuverlegung der Wasserleitung, Umlegung von Versorgungsleitungen und den Bau einer Kanal-Entlastungsanlage beinhaltet. Die Folge sind Behinderungen an der Gartenstraße, konkret an der Kreuzung Pfingstbornstraße/Kiesweg. Dort sind die Arbeiten bis Ende August terminiert, in der Pfingstbornstraße sollen sie bis Ende Oktober dauern. Für Anlieger der oberen Gartenstraße wurde bis Ende August der Seedammweg als Ausweichstrecke zur Taunusstraße freigegeben.

Um den Seedammweg hatte sich das politische Hin und Her lange gedreht, nämlich darum, ob die dauerhafte verkehrliche Anbindung zum Borngrund über den Seedammweg erfolgen soll oder nicht. Letztlich hatte sich die Politik dagegen ausgesprochen.

Reuscher freut sich zwar über die temporäre Möglichkeit, über den Seedammweg zu fahren, fordert aber eine generelle Öffnung. Der Ortsvorsteher ist sich sicher, dass die Frage wieder in die politische Diskussion kommen wird. Seine Partei war stets für einen Ausbau des Seedammwegs gewesen.

Auch Rathauschef Brum ist einer Verkehrsführung über den Weg nicht abgeneigt, wie er durchblicken lässt, will aber „der Politik nicht vorgreifen“. Dass für das ohnehin belastete Stierstadt angesichts neuer Einwohner Verkehrslösungen nötig sind, darin sind sich Brum und Reuscher einig. Die Auswertung einer Untersuchung soll demnächst im Ortsbeirat vorgestellt werden.

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