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Erste Geflüchtete aus der Ukraine in Usinger Notunterkunft angekommen

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Von: Nina Fachinger

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Hinter der alten Schlossgartenmauer liegt die Marstallhalle, in der jetzt Flüchtlinge aus der Ukraine leben. © Red

Die ersten 41 Geflüchteten aus der Ukraine sind am Montag in der dritten Notunterkunft des Hochtaunuskreises in der Usinger Marstalhalle angekommen. Der CWS- Schulleiter und die Politik danken den Helfern - und bekräftigen die Gastfreundschaft der Usinger.

Usingen. 41 der insgesamt 111 neuen Geflüchteten aus der Ukraine im Hochtaunuskreis wurden am Montag in der Marstallhalle in Usingen untergebracht. Sie wurden mit Lebensmitteln versorgt und sollen nach der Flucht nun in Usingen Ruhe finden. Das hat der Hochtaunuskreis mitgeteilt. Der Landkreis erhält nach eigener Aussage mit ein paar Tagen Vorlaufzeit eine Mitteilung seitens des Regierungspräsidiums Darmstadt, wie viele Menschen montags im Kreis eintreffen werden. Sie werden im Landratsamt registriert und dann auf die Kommunen verteilt. Unter den Geflüchteten, die zuletzt in Bad Homburg angekommen sind, waren viele Mütter mit Kindern und Jugendliche.

Die Flüchtlinge wurden in der Zweifeld-Sporthalle auf dem Usinger Schulcampus untergebracht und nutzen den Wilhelmj-Salon als Aufenthaltsbereich. Dort stehen Tische und Stühle, die Versorgung mit Essen hat der Taunus-Menü-Service übernommen. Neben Gemeinschafts- und Einzelduschen gibt es in der Sporthalle noch einen weiteren Raum, der als Spielzimmer für Kinder genutzt wird.

Sportunterricht der Christian-Wirth-Schule wird teilweise ins Freie verlegt

»Wenn es keine Lösung für die Ewigkeit ist, dann ist es kein Problem«, sagt Hans-Konrad Sohn, Schulleiter der Christian-Wirth-Schule (CWS) zu der neuen Situation. »Ich habe die Schulgemeinde darauf vorbereitet und die Bereitschaft zum freundlichen Empfang ist groß. Ich bin zuversichtlich, dass es keine Konflikte gibt, aber mehr kann ich erst in drei bis vier Wochen sagen.« Für die Schule bedeutet die Belegung der Sporthalle, dass sie jetzt den Sportunterricht teilweise ins Freie verlegt. Das betrifft aber nur die dritte von drei wöchentlichen Sportstunden der fünften bis achten Klassen sowie einzelne Leistungskurse.

Klar sei jetzt, dass mehr Schulfremde auf dem Gelände unterwegs seien und die Tore auch abends offen blieben, teilt der Schulleiter weiter mit. Der Wilhelmj-Salon ist täglich von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Dieser sei jedoch sowieso städtischer Veranstaltungsort, an den die Schul-Mensa angrenzt. Die schriftlichen Abi-Prüfungen und die Ausstellung »100 Jahre CWS« wurden laut Sohn vom Salon in die Aula der Schule verlegt. Auch die Veranstalter des Taunus-Musikfestes »Allegro«, das vom 26. Juni bis 10. Juli stattfinden soll, hätten bei ihm angefragt, ob sie die Aula für Veranstaltungen nutzen können.

Sichtschutz, Steckdosen und WLAN-Hotspot für die Marstallhalle

Die Sporthalle der CWS wurde in der vergangenen Woche zu einer temporären Unterkunft für 150 ukrainische Geflüchtete hergerichtet (wir berichteten). Es handelt sich um eine temporäre Unterkunft des Kreises, also anders als die Sporthallen in Kronberg und Neu-Anspach, die Notunterkünfte des Landes sind. Bis vergangenen Mittwochabend haben Feuerwehren aus Usingen, Schmitten, Friedrichsdorf und Weilrod zusammen mit dem Deutschen Roten Kreutz die Infrastruktur organisiert.

Es wurden Abteile aufgebaut, die mit einem Sichtschutz versehen sind und so ein gewisses Maß an Privatsphäre bieten sollen, teilt der Kreis mit. Zudem wurden Steckdosen gelegt. Geplant sei auch ein WLAN-Hotspot. Rund 50 Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten sich bereit erklärt, die Helfer in der Unterkunft zu unterstützen.

Nun werden Wohnungen für die Geflüchteten gesucht

Die Stadt Usingen hatte die Sporthalle bereits sehr früh dem Landkreis als temporäre Flüchtlingsunterkunft angeboten. Landrat Ulrich Krebs (CDU) betont, dass sie für die Menschen allerdings nur eine Übergangslösung darstellen soll. Man werde sich darum kümmern, dass die Menschen, die länger hierbleiben wollen, eine Wohnung oder ein Zimmer bekommen.

»Ich möchte ein großes Dankeschön an alle Beteiligten aussprechen, durch die diese schnelle Hilfe vor Ort überhaupt erst möglich wurde«, sagte Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU). »Außerdem bin ich sehr dankbar für die Solidarität und die enorme Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, die sich in großer Anzahl bei uns melden und auf verschiedene Art und Weise helfen möchten.«

Zentrale Anlaufstellen

Es gibt zentrale Anlaufstellen bei der Stadt. Alle Bürger, die helfen wollen, können sich mit ihrem Angebot hier melden:

Wohnungsangebote bei der Stadt Usingen: Karin Mansouri, Tel. 0 60 81/10 24-40 05, E-Mail: mansouri@usingen.de.

Freiwillige Helfer im Ehrenamtsbüro Usingen bei Nadine Fork, Tel. 0 60 81/10 24-40 04, E-Mail: fork@usingen.de.

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