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Letzte Besprechung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen mit den Moderatoren vor der Podiumsdiskussion: Leonhard Helm (von links), Felix Lupp, Ascan Iredi, Nadja Majchrzak, Ilja Seewald und Winfried Gann.

Podiumsdiskussion

Ein erstes Aufeinandertreffen

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Nach einer lebhaften Podiumsdiskussion mit allen vier Bürgermeisterkandidaten will sich die SPD Königstein bis zum 23. Januar Zeit lassen, um zu entscheiden, ob sie eine Wahlempfehlung ausspricht. Die Grünen haben sich schon entschieden: Sie positionieren sich nicht.

Anfragen, ob sich die Bürgermeisterkandidaten einzeln bei der SPD vorstellen könnten, hatte der Vorstand abgelehnt. Stattdessen wollte die Partei ihnen gemeinsam eine Plattform bieten. „Wir wollten sie kennenlernen und die Standpunkte zu den Themen abklopfen, die uns wichtig sind“.

Von dem großen Interesse der Bevölkerung an dem ersten offiziellen Aufeinandertreffen der Kandidaten waren die Genossen dann doch überrascht, hatten sie doch nur das Balkonzimmer in der Villa Borgnis reserviert. Die Stühle dort reichten längst nicht aus, Besucher standen, setzten sich auf den Boden oder blieben im Vorraum.

Vier Kandidaten, vier Themen – und strenge Regeln für das Einhalten der Redezeit, so arbeiteten die Moderatoren Seewald und Felix Lupp, Pressesprecher des SPD-Vorstands in Königstein, die Themen ab, die den Sozialdemokraten wichtig sind, etwa: Wie lässt sich die Attraktivität Königsteins steigern? Wie steht es um die Verkehrssituation? Wie um das Betreuungsangebot?

Als Bürgermeister wolle er Königstein wieder zum Strahlen bringen, versprach Ascan Iredi (FDP). Und die Königsteiner gleich mit. Die Stadt solle zu einem Gesundheitszentrum werden, die Innenstadt will er beleben und die Parkplatzsuche durch eine sinnvolle Beschilderung erleichtern. Wenn sich die Gäste in der Stadt wohlfühlen, dann tun das auch die Königsteiner selbst.

Nadja Majchrzak (ALK) betonte die Notwendigkeit eines Touristenhotels für die Stadt und plädierte für eine behutsame Entwicklung der Stadt, bei der der Charakter Königstein erhalten bleiben soll.

„Wir leben noch von unserem guten Ruf“, sagte Winfried Gann (parteilos), um ein modernes Stadtmarketing-Konzept einzufordern. Er wies zudem darauf hin, dass es die inhabergeführten Geschäfte schwer hätten. In der Kirchstraße und der hinteren Hauptstraße gebe es bereits einige Leerstände.

Während Gann kritisierte, dass Ideen und Projekte nicht umgesetzt würden, sah Amtsinhaber Leonhard Helm, der sich am 28. Januar als unabhängiger Kandidat zur Wiederwahl stellt, Königstein auf einem insgesamt guten Weg. Er verwies auf die kräftige Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen und die Schaffung von 500 Betreuungsplätzen.

Beim Thema Kindergartenbetreuung entspann sich ein heftiges Zwiegespräch zwischen Helm und Majchrzak – eine Fortsetzung der Jahre währenden Auseinandersetzung im Stadtparlament um die Pläne, die Kita in der Eppsteiner Straße zu sanieren (oder wie jetzt auf den Weg gebracht, im Baugebiet Am Hardtberg neu zu bauen), Gann nutzte dies, um seine Position deutlich zu machen, dass ein Gegeneinander in der Kommunalpolitik nichts bringe: „Es nutzt nichts, wenn man sich 20 Jahre lang kloppt.“

Als eines der größten, wenn nicht gar als das größte Problem der Stadt sahen alle Diskutanten das Thema Verkehr. Doch gerade da ist Königstein auf andere Behörden, das Land und die Anbieter des ÖPNV angewiesen.

Die Genossen schrieben eifrig mit. Sie wollen bei der nächsten Vorstandssitzung entscheiden, ob sie eine Wahlempfehlung aussprechen wollen. Und wenn ja, für wen. Im Parlament haben sowohl SPD als auch die Grünen ein Bündnis mit der CDU und der FDP geschlossen. Einem der Bündnispartner müssen sie also wehtun.

„Das Bündnis wird fortgeführt, egal, wer die Bürgermeisterwahl gewinnt“, ist sich Dr. Bärbel von Römer-Seel sicher. „Wir sehen davon ab, einen Bewerber zu präferieren“, erklärt die Parteisprecherin auf Anfrage. Dafür gehen die Meinungen innerhalb der Grünen – Römer-Seel spricht von „Bandbreite“ – zu weit auseinander.

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