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Eschbacher Schulgeschichte wird lebendig

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Mithilfe ihrer Mitglieder haben Archivar Ronald Löw (links) und Vorsitzender Reiner Holl die Ausstellung zusammengetragen und drücken fürs Foto noch mal die Schulbank. © Red

Usingen-Eschbach (bur). Wer sie verpasst hat, dem ist tatsächlich etwas entgangen. Denn die Ausstellung des Geschichtsvereins über die Historie der Eschbacher Schule(n) war mehr als informativ. Was auch daran lag, dass am Sonntag ein Teil dieser Geschichte lebendig wurde - in Form der Besucher.

Denn so mancher entdeckte »die Gerda«, »den Hans« oder sogar die eigene Großmutter auf den ausgestellten Bildern. Und an die Lehrerin Helga Eckert, die um 1950 den Unterricht gestaltete, gab’s manche Erinnerung der Anwesenden, hatten sie doch unter ihr noch die Schulbank gedrückt - eine alte Bank war auch zu sehen. Aber, und auch das war bemerkenswert, Jungvolk tummelte sich ebenso unter den Gästen. Apropos Gäste: Mit Kreisbeigeordnetem Dr. Frank Ausbüttel, Erstem Stadtrat Dieter Fritz (beide CDU), Pfarrerin Kerstin Steinmetz und Schulleiter Jörg Voigtberger war die Besucherriege geladener Gäste gut besetzt. Ortsvorsteher Ortwin Ruß unterstützt die Geschichtler sowieso.

Lehrerdynastie Brückel

Auf vielen Fotos und sehenswerten Exponaten war eine geballte Ladung der oft schwierigen Recherche-Ergebnisse zu sehen - Ronald Löw als Archivar und Reiner Holl als Vorsitzender hatten ganze Arbeit geleistet. Und es war nicht immer einfach, alle Informationen zu bekommen. Immerhin waren die Namen aller Lehrer von 1600 bis 2020 aufgelistet. Der erste sogenannte Präzeptor war im Privathaus Lotz-Keller untergebracht, im vorderen Raum fand der Unterricht statt, hinten wohnte der Lehrer.

Erinnert wurde an die Lehrerdynastie Brückel, die mit Vater, Sohn und Enkel drei Lehrer stellte. Die Schule kam dann in die Hetzelgasse an der Kirche, bevor sie im jetzigen Ärztehaus 1829 eine neue Heimat fand. Bis 1950 wurden die Kinder dort unterrichtet, wobei in der Kriegszeit der Unterrichtsort mehrfach verlegt wurde - etwa in die damalige Schraubergasse, heute die Kleiststraße.

Die neue Volksschule wurde dann 1950 gebaut (Grundsteinlegung war am 11. Juni 1950) und 1951 eingeweiht. Als dieser alte Schulbau - an der heutigen Stelle der Schule - abgerissen wurde, fand man auch die Urne mit den Dokumenten als Zeitzeugen, unter anderem auch Zeitungen und Lebensmittelmarken. Albert Wirth wurde 1955 Schulleiter.

Erinnert wurde auch an die Übernahme der Schulträgerschaft durch den Kreis - vor 50 Jahren, der schließlich die Schule im heutigen Zustand baute und mehrfach modernisierte.

Erhalten bis heute ist übrigens eine Einschulungstradition - die Kinder vor 100 Jahren bekamen bereits eine große, fast 50 Zentimeter breite Brezel geschenkt. Heute ist diese viel kleiner und meist aus süßem Teig - aber es gibt noch immer die Eschbacher Brezel für die Schulanfänger.

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