Europatag im Hochtaunuskreis

Europa ist ein Puzzlespiel

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Am Europatag, also am 9. Mai, werden Frieden und Einheit in Europa gefeiert. Auch der Hochtaunuskreis zeigt sich an diesem Tag von seiner europäischen Seite.

Europa steht derzeit vor einer Menge Probleme: Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ist immer noch immens hoch – mehr als 25 Prozent der unter 25-Jährigen haben dort keinen Job. Eine Zitterpartie bleibt auch die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite. Und wirken die aus Brüssel kommenden Regularien etwa in der Landwirtschaft nicht wie Bevormundung und Überbürokratisierung, wie die Landwirte jüngst anlässlich der in Bad Homburg stattfindenden Agrarministerkonferenz monierten (TZ berichtete)?

Keine Frage, Europa-Themen gibt es heute mehr als genug – wenn auch nicht immer solche, wie die Europabeauftragte des Hochtaunuskreises, Natascha Ramadanovic, es sich wünschen würde. Denn sie sieht zwar auch die vielen Probleme, vor denen die große Staatengemeinschaft steht – vor allem aber sieht sie die vielen Chancen, die Europa bietet.

Um auf diese Chancen aufmerksam zu machen und „den Europagedanken in den Köpfen der Taunusbürger zu festigen“, organisiert der Hochtaunuskreis unter Ramadanovics Ägide für Samstag, 9. Mai, wieder einen Europatag, dieses Mal in Steinbach. Die Messlatte hat Ramadanovic dabei selbst hoch gesteckt. Denn seit der Initialveranstaltung im Jahr 2002 hat sich der Festtag, der alljährlich in einer anderen Hochtaunus-Gemeinde stattfindet, peu à peu zu einem kleinen Volksfest gemausert. Wobei – klein ist es tatsächlich nicht mehr. Im vergangenen Jahr beispielsweise, als der Europatag in Wehrheim gefeiert wurde, kamen über 4000 Besucher.

„Das zeigt mir, dass gerade im Taunus die Identifikation mit und das Interesse an Europa groß ist“, sagt Ramadanovic und fügt hinzu: „Und auch die innerhalb von fünf Jahren um über drei Prozent auf 50,5 Prozent gestiegene Wahlbeteiligung an der Europawahl im Jahr 2014 belegt das.“

Dass die Städte und Gemeinden des Kreises den europäischen Gedanken in sich trügen, bewiesen darüber hinaus die vielen Städtepartnerschaften. Ehemals zur Völkerverständigung eingegangen („und damit Grundlage für den Frieden, in dem wir hierzulande aufwachsen dürfen“), seien diese hier mit Leben erfüllten Partnerschaften heute der Beweis dafür, wie nah Europa im Taunus zusammengerückt sei.

Vor diesem Hintergrund dürfte Ramadanovics Hoffnung, dieses Jahr zum Europatag nach Steinbach wieder Tausende Besucher locken zu können, wahrlich nicht unbegründet sein. Seit Monaten ist die Europabeauftragte bereits mit den Vereinen und Schulen im Gespräch, die natürlich ihren Teil zum großen Bühnen- und Showprogramm leisten wollen. Unter anderem wird es Auszüge aus Musicals geben, aber auch Tanzvorführungen, Spaß und Spiel.

Für Letzteres sorgt Ramadanovic selbst mit einem in den Oberurseler Werkstätten gefertigten zwei Mal zwei Meter großen hölzernen Bodenpuzzle. Das zeigt Europa in seinen derzeitigen Grenzen und soll Kinder spielerisch an das Thema heranführen – und den Großen zugleich zeigen, dass Europa-Arbeit im Wortsinn dies ist: echte

Puzzlearbeit.

Der Europatag des Hochtaunuskreises findet am Samstag, 9. Mai, in Steinbach statt. In der Zeit von 11 bis 17.30 Uhr werden auf dem Pijnacker Platz zahlreiche Stände aufgebaut. Ein buntes Rahmenprogramm ist ebenfalls geplant. Genaueres werden Landrat Ulrich Krebs (CDU) mit Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) Anfang Mai verraten.

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