Luchse in Hessen

Europas größte Wildkatze kehrt in den Taunus zurück

  • Sabine Münstermann
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Vor wenigen Tagen erst war auf der Autobahn A 661 ein Wolf angefahren worden. Kein Grund zur Panik allerdings, sagten Experten aus dem Taunus, das hiesige Gebiet sei zu dicht besiedelt,

Vor wenigen Tagen erst war auf der Autobahn A 661 ein Wolf angefahren worden. Kein Grund zur Panik allerdings, sagten Experten aus dem Taunus, das hiesige Gebiet sei zu dicht besiedelt, als dass der Wolf sich hier (wieder) ansiedeln würde (TZ berichtete). Ein anderes, ebenfalls unter Artenschutz stehendes Tier allerdings, das könnte in nächster Zeit wieder öfter auftauchen – auch im Taunus. Es handelt sich um den Luchs, Europas größte Wildkatze.

In unterschiedlichen Regionen wurde der Luchs über längere Zeiträume mehrfach gesehen. „Die Sichtungen waren überwiegend glaubwürdig und nachvollziehbar“, sagt Dr. Dieter Selzer von der Unteren Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises und zudem Luchsbeauftragter. Er verweist auf einen Bericht des Arbeitskreises Hessenluchs. Demnach erstrecken sich 88 Luchshinweise von Mai 2013 bis April 2014 über 15 Landkreise Hessens. Der Schwerpunkt liegt in den Wäldern südöstlich von Kassel. Zwei Luchse wurden aber auch im Hochtaunuskreis gesehen.

Inzwischen hat die Untere Naturschutzbehörde deswegen Fotofallen aufgestellt. Wo genau, will Selzer nicht sagen, bittet aber Spaziergänger im Wald – sollten ihnen diese Installationen auffallen – sie nicht zu berühren. „Sie sind für unsere Arbeit einfach zu wichtig“, betont Selzer.

Denn in der Tat: Sollte der Luchs sich im Taunus wieder ansiedeln, „dann müssen wir uns mit den Jägern unterhalten und auch mit den Haltern von Nutztieren. Schließlich reißen Luchse durchaus schon mal Schafe.“

Wer also einen Luchs gesehen, eine „verdächtige“ Fährte entdeckt oder gar ein gerissenes Wild- oder Nutztier gefunden hat, der informiert bitte die Untere Naturschutzbehörde beziehungsweise den Luchsbeauftragten unter (0 61 72) 999 60 04.

Die jeweiligen Beobachtungen werden dann dokumentiert. Selzer: „Da Luchse mehrmals zu ihrer Beute zurückkehren, kann an Rissfunden eine Fotofalle installiert werden. Wichtig ist, dass das gerissene Tier unberührt am Fundort verbleibt. Die Meldung sollte dann möglichst schnell erfolgen. So erfahren wir mehr über den Luchs.“

Unter der Adresse gibt’s weitere Infos.

(sbm)

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